MĂ€rz 4, 2021
Von Indymedia
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Der Widerstand von Gare, eine schallende Ohrfeige fĂŒr Neo-Osmanistische ExpansionsplĂ€ne

Die tĂŒrkische Armee startete am 10.02 eine Offensive in der Region Gare in SĂŒdkurdistan. Mit heftigen Luftangriffen und einer Bodenoffensive versuchte sie Stellungen in der Region zu errichten und griff ein Lager der VolksverteidigungskrĂ€fte (HPG) an, in dem auch Kriegsgefangene lebten.
Trotz der hochentwickelten Kriegstechnologie der tĂŒrkischen Armee gelang es der Guerilla mehrfach die tĂŒrkischen Truppen einzukesseln und schließlich zum RĂŒckzug zu zwingen.
Seitdem kĂ€mpft die Propagandamaschinerie des Regimes verzweifelt um die Deutungshoheit ĂŒber die VorgĂ€nge.

Das tĂŒrkische Regime hatte den Angriff auf Gare wochenlang vorbereitet, Unterhaltungen mit dem Barzani-Klan in Erbil, der irakischen Regierung in Bagdad und Deutschland gefĂŒhrt.
Der Angriff auf Gare war der Versuch sich dauerhaft einzurichten.

Die Soldaten fĂŒhrten AusrĂŒstung und GerĂ€tschaften mit sich um Stellungen zu errichten, doch dazu kam es nicht. Direkt nach der Landung wurden die Besatzungstruppen durch die Volksverteidigungseinheiten angegriffen, immer wieder mussten sie sich zurĂŒckziehen und versuchten ihre Unterlegenheit am Boden durch Luftangriffe auszugleichen. Die modernisierte Taktik der Guerilla ließ das ins Leere laufen, trotz heftigen Bombardements fiel nur ein Genosse wĂ€hrend den Luftangriffen.

Eigene Soldaten ermordet

In dem angegriffenen Guerilla-StĂŒtzpunkt lebten auch Angehörige des tĂŒrkischen Geheimdienstes und der tĂŒrkischen Armee, die in den letzten Jahren durch die HPG gefangen genommen worden waren.

Gefangene leben gemeinsam mit der Guerilla und werden mit Respekt und WĂŒrde behandelt, wie freigelassene Gefangene in den letzten Jahren immer wieder berichteten.
Das tĂŒrkische Regime wusste um die Anwesenheit der Gefangenen, mehrere Vermittlungsversuche von tĂŒrkischen Menschenrechtsvereinen und Appelle von Angehörigen und den Gefangenen selbst waren von der Regierung abgelehnt worden. Es bestand kein Interesse an Verhandlungen mit der kurdischen Bewegung.

Bei den Angriffen auf den StĂŒtzpunkt wurde das Gebiet ĂŒber 40 Mal bombadiert, dabei kamen neben Kampfflugzeugen, Drohnen und Kobra-Kampfhubschraubern auch CS-Gas zu Einsatz, welches als Kriegswaffe international geĂ€chtet ist.

Die Gefangenen wurden von der anwesenden Guerilla beschĂŒtzt, welche sie vor dem massiven Bombardement in die Sicherheit einer Höhle brachten.

Nach drei Tagen des Dauerfeuers wurde das CS Gas gegen die Verteidiger und Gefangenen eingesetzt, begleitet von weiteren LuftschlÀgen.

Von einem Befreiungsversuch kann also keine Rede sein, dafĂŒr wĂ€ren die angewendeten Mittel denkbar ungeeignet.

Die GefĂ€hrten der HPG fĂŒgten der tĂŒrkischen Armee bei ihren Angriffen schwere Verluste zu und zwangen die Angreifer nach 4 Tagen das Gebiet zu verlassen.
Die tĂŒrkischen Invasoren hinterließen Tonnen von MĂŒll und AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde, den Plan sich dauerhaft in Gare festzusetzen mussten die Angreifer ebenso wie mindestens 35 ihrer Soldaten begraben.

Durch den entschlossenen und heldenhaften Widerstand der Guerilla konnte der Angriff zurĂŒckgeschlagen werden. Ein weiterer Beweis nach dem Widerstand in den RĂŒckzugsgebieten in Heftanin letztes Jahr dafĂŒr, dass die tĂŒrkische Armee trotz hochtechnisierter Ausstattung und Lufthoheit nicht in der Lage ist in den Bergen Kurdistans gegen die Guerilla zu bestehen.

Bei der Invasion sind 15 GuerillakĂ€mpfer*innen gefallen, sechs davon im Gefangenenlager SiyanĂȘ. Zwei Hubschrauber wurden von der Guerilla unter Beschuss gesetzt und mussten sich aus dem Gebiet entfernen.

Wir gedenken an dieser Stelle den Gefallenen des Widerstands von Gare.

Seitdem wird das Schicksal der Gefangenen benutzt um einen Vernichtungsfeldzug gegen die linke parlamentarische Opposition in Form der HDP zu fĂŒhren. An einem Tag wurden ĂŒber 700 Angehörige der HDP festgenommen. Das tĂŒrkische Regime wirft ihnen vor „Terroristen“ zu sein und vertuscht so die herbe Niederlage, die sie in Gare einstecken mussten, sie versuchen daraus politisches Kapital zu schlagen und die eigenen Verbrechen zu vertuschen.
Die Darstellung der tĂŒrkischen Armee und Regierung wird in Frage gestellt, sogar einige VerbĂŒndete der TĂŒrkei zweifelten die Darstellung Erdogans an. Und was macht Deutschland?
Deutschland steht weiter auf der Seite der Faschisten!

In den deutschen Medien wurde einhellig die Propaganda des tĂŒrkischen Staates runter gebetet, als wĂ€ren es Tatsachenberichte. Das deutsche Verteidigungsministerium hat quasi zugegeben, dass sie von den AngriffsplĂ€nen der TĂŒrkei gewusst hat.

Diese Komplizenschaft gilt es weiter zu benennen und anzugreifen.

Der Widerstand von Gare ist ein klares Zeichen dafĂŒr, dass die Guerilla den AngriffsplĂ€nen des tĂŒrkischen Staates widerstehen kann und sie zurĂŒckschlagen wird.

Die Öffentlichkeit, die durch Aktionen, Demonstrationen geschaffen wurde und die Angriffe ,die gegen imperialistische Einrichtungen stattgefunden haben, haben ihren Teil dazu beigetragen, dass die Faschisten nicht still und heimlich ihre Besatzungsoperationen durchfĂŒhren können, sondern kritische Öffentlichkeit hergestellt wird.
Dies ist ein weiteres Mal, dass wir beobachten können, dass die Aktionen und Arbeiten solidarischer revolutionÀrer Bewegungen einen Beitrag zu dem Widerstand in den Bergen Kurdistans, in Afrin und Rojava leisten können.

Die Kriegsvorbereitungen der TĂŒrkei gehen weiter und es ist davon auszugehen, dass Gare der Anfang einer grĂ¶ĂŸeren Angriffswelle durch den tĂŒrkischen Staat auf die kurdische Freiheitsbewegung war.

KnĂŒpfen wir also an diese Erfahrungen an und sorgen dafĂŒr, dass die Profiteure des tĂŒrkischen Faschismus nirgendwo sicher sind.

Die Situation und den Kampf der GefĂ€hrt*Innen in Kurdistan an die Öffentlichkeit zu bringen und die Strukturen des tĂŒrkischen Faschismus und ihre VerbĂŒndeten zur Verantwortung zu ziehen ist unsere Aufgabe als RevolutionĂ€re in den kapitalistischen Zentren!

Machen wir uns bereit ihre Angriffe international zu beantworten!




Quelle: De.indymedia.org