November 2, 2022
Von Chronik
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Köln/Aachen, 3. November 2022

Wir haben in der Nacht vom 3. November an vielen Bahnhöfen in Köln und Aachen die Fahrscheinautomaten kaputt gemacht, um damit der Forderung nach einer dauerhaften Einführung des 9-Euro-Tickets Nachdruck zu verleihen.

Liebe Bahn,
Keine Sorge, wir bleiben dabei.
Mit Mut und vereinter Kraft
Machen wir Schluss mit eurer Klassengesellschaft
Macker, Autos, Tagebau
Machen uns die Welt zu grau
Ab heute dürfen Bus und Bahn
Wirklich endlich alle fahren
In Solidarität mit all denen,
Die Kämpfen für ein gutes Leben
Im Iran oder sonst wo auf der Welt
Bis das Patriarchat in sich zerfällt!
Bildet Banden, seid bereit
Für eine neue lila Zeit

Mobilität ist ein Menschenrecht und kein Luxusgut. Politiker sprechen von “Gratismentalität”, aber tatsächlich sind von der aktuellen Krise vor allem diejenigen getroffen, die bereits wenig haben. Uns vor diesem Hintergrund ein monatliches 49-Euro-Ticket als Lösung zu verkaufen, ist dreist und missachtet die Lebensrealität einer Vielzahl von Menschen.
In Zeiten der Klimakatastrophe und des sozialen Notstands macht die Ampel Politik für Reiche und Autolobby. Sie reißen Lützerrath ab, um weiter Kohle zu verbrennen. Und wollen uns weiß machen, dass Menschen in der Ukraine zu unterstützen und Klimagrechtigkeit nicht vereinbar sind. Aber Krisen und Kriege sind im Kapitalismus keine Ausnahme, sondern die Regel.
Die Deutsche Bahn gibt sich gerne als ein umweltfreundlicher Konzern. Gar nicht zu diesem Image passt allerdings die Beteiligung am neokolonialen Megaprojekt ‘Tren Maya’ in Mexiko. Für den Bau von Zugstrecken und Autonbahnen wird eine unvorstellbare Menge Urwald abgeholzt, Ökosysteme zerstört, indigene Menschen von ihrem Land vertrieben. (Mehr Infos dazu hier: https://www.ya-basta-netz.org/tren-maya-made-in-germany/ )
Im Kapitalismus steht der Profit immer über dem Wohl von Menschen und Umwelt. Wir brauchen eine radikale Umverteilung und neue Formen des Wirtschaftens. Wir müssen lernen achtsam umzugehen, miteinander und mit der Welt.

Wir schließen uns den Forderung des 9-Euro-Fonds an:
• Fahren ohne Fahrschein entkriminalisieren! Durchschnittlich jede vierte Gefangene in Berlin sitzt wegen Fahren ohne Ticket.
• ÖPNV ausbauen: mehr Strecken, eng getaktet und barrierearm
• Mehr Personal und faire Löhne
• Geld umlenken aus klimaschädlichen Subventionen, Straßenbauprojekten, dem Diesel- und Dienstwagenprivileg

Die 9-Euro-Fonds halten wir für eine gute Übergangslösung, um die Verantwortlichen zum Handeln zu bewegen. Dabei geht es darum, sich kollektiv zu weigern die teuren Tickets zu kaufen und die Kosten für Bußgelder solidarisch zu tragen. (Mehr Infos dazu findet ihr hier: https://9eurofonds.de/ )

Außerdem wollen wir alle Menschen ermutigen, sich auch Bauschaum oder Sticker zu besorgen und die Fahrscheinautomaten funktionsunfähig zu machen!

Sticker auf deutsch und englisch zum Drucken findet ihr hier: https://upload.disroot.org/r/HMJ92sxY#at9q4T3w0JlktQOMdF7/N7uv517U6KaJUpjdSE40whg=
https://upload.disroot.org/r/r9QgmQuk#I8MjM1R3o1F50CUmZgHVHOBBSRbvahajCof9UbvwdS0=

Schließt euch zusammen, Bildet Banden, Passt auf euch auf!

QueerResistance

Quelle: Indymedia (Tor)




Quelle: Chronik.blackblogs.org