April 27, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
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Am 23.04 wird unsere Freundin Ibi in der JVA LĂŒbeck eingesperrt. Sie wurde wegen einer Ankettaktion 2014 zu 30 TagessĂ€tzen verurteilt und hat beschlossen, einen Teil der Ersatzfreiheitsstrafe davon abzusitzen.

Bei der Aktion 2014 wurde ein Zug im Hamburger Hafen blockiert, der Uran aus Namibia und Kazachstan geladen hatte. Dort wird es unter miserablen Arbeitsbedingungen und mit verheerenden Folgen fĂŒr die Umwelt abgebaut. In Namibia mit viel Strahlenbelastung aufgrund offener Tagebauen und in Kazachstan durch Fracking und Chemikalien im Boden.

„Es gibt vieles, wogegen wir es fĂŒr richtig halten zu kĂ€mpfen und das immer wieder tun: Gegen Atomkraft, Kohlekraftwerke, Umweltzerstörung, Ausbeutung, Ungerechtigkeiten, Kapitalismus. Die allermeisten dieser, aus unserer Sicht unertrĂ€glichen, Dinge sind explizit legal. Deshalb legen wir als Handlungsmaßstab eben nicht die herrschenden Gesetze an. Manchmal verurteilt der Staat uns, so wie auch hier beim angehaltenen Urantransport.“ sagt Ibi, die verurteilt wurde, weil sie eine der angeketteten Personen mit Essen und Trinken versorgt und ein Transparent hochgehalten hat. „Wenn der Staat mich tatsĂ€chlich dafĂŒr einsperrt, dass ich Urantransporte und damit Umweltzerstörung stoppe, dann bitte: Hier bin ich. Ich habe entschieden, die Geldstrafe jedenfalls nicht komplett zu zahlen und einen Teil davon im Knast abzusitzen.“

Die Ladung zum Haftantritt ist allerdings auch unter einem anderen Aspekt zu kritisieren. Eigentlich sind derzeit Ersatzfreihetzsstrafen ausgetzt. Nur in FĂ€llen, bei denen das besonders relevant sei, um die verurteilte Person von weiteren Straftaten abzuschrecken, sollen die Strafen trotzdem vollstreckt werden.

„Das heißt, entweder gilt die Regel fĂŒr mich nicht oder fast sieben Jahre nach der Tat meinen sie, mich von weiteren Straftaten abschrecken zu können, indem sie mich einsperren“, meint Ibi dazu.

FĂŒr sie ist Knast ein weiterer Punkt, der falsch lĂ€uft. Durch die derzeitige Corona-Pandemie, kann auch außerhalb der GefĂ€ngnismauern beobachtet werden, was Isolation mit Menschen macht. Dennoch werden weiterhin Menschen in Haft isoliert – noch mehr als bereits vor der Pandemie – und leider wird dies nur von wenigen beachtet. Und so ist es sicher kein Zufall, dass Menschen, die sich Urlaub leisten können, mit Tests nur fĂŒnf Tage in QuarantĂ€ne bleiben mĂŒssen, im GefĂ€ngnis aber nach wie vor 14 Tage QuarantĂ€ne angeordnet werden.

„KnĂ€ste lösen keinerlei Probleme, sind aber bedauerlicherweise elementarer Teil der Gesellschaft, denn ohne wĂŒrde das aktuelle System von Ausbeutung, UnterdrĂŒckung und ProblemverdrĂ€ngung nicht funktionieren. Also lasst uns einen Weg der Auseinandersetzung finden und sie abschaffen“, so Hanna Poddig, eine der UnterstĂŒtzer*innen, die ebenfalls an der Aktion 2014 beteiligt war.

Kontakt zur Soligruppe fĂŒr Presseinterviews und Nachfragen:

    Hanna

    0175/9767027

Informationen zur Haft und zu Prozessen gegen Anti-Atom-Aktivist*innen:  nirgendwo.info

Informationen zu Atomtransporten: urantransport.de bzw atomtransporte-hamburg-stoppen.de

Artikel zur konkreten Aktion 2014: https://www.contratom.de/2014/08/18/hamburg-ankettaktion-stoppt-uranzug/

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Quelle: Abc-wien.net