April 13, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
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Kalito hat uns diesen Brief zukommen lassen mit der Bitte um Veröffentlichung:

Ich sitze seit dem 12.02.2006 durchgehen in Haft, mit einer 16-jĂ€hrigen Haftstrafe. Am 12.09.2019 gab man mir mal Lockerung mit AusgĂ€ngen, aber natĂŒrlich nur mit voller Montur.

Man beendet meinen Ausgang einfach eine Stunde frĂŒher, mit der Aussage, dass ich einen Linksextremen gegrĂŒĂŸt hĂ€tte. Mein zweiter Ausgang sollte lockerer und auch lĂ€nger gehen, doch am Ende war ich wieder in kompletter Montur und nur zum Amt mit Taxi gefahren und danach sofort zurĂŒck in
die Anstalt.

Dann bin ich nach Plötzensee verlegt worden und dachte alles wird besser. Am Anfang lief auch alles gut. Doch dann behauptete ein Vergewaltiger, dass ich ihn Misshandelt haben soll, es gab keinen Beweis gegen mich und trotzdem wurde ich ohne eine Anhörung Hand zu Hand genommen und durfte nur mit Handschellen und alleine eine Stunde meine Zelle verlassen, und nur jeden dritten oder vierten Tag
duschen gehen.

Eines Morgens ging kurz meine Zelle auf und eine Pfeffergranate kam reingeflogen und obwohl ich in meinem Bett lag, schlugen 12 Beamte auf mich ein, da ich mich ja angeblich gewehrt hĂ€tte. Ich wurde grĂŒn und blau geschlafen, nach Tegel verlegt und in den Bunker eingesperrt. Nach der QuarantĂ€ne bin ich ins Haus 6 verlegt worden und habe einen besonderen Status erhalten, so dass ich hier nichts
bekommen werde.

Die Situation wird immer schlechter in der JVA Tegel, und es wird hier nicht mit uns gearbeitet. Oder auch wird hier keiner auf seine Freilassung vorbereitet, die Sozialarbeiter sind inkompetent. Denn es interessiert nicht, was spÀter mit uns in der Freiheit geschieht, Hauptsache sie gehen nach acht Stunden Nachhause und machen so wenig wie es geht.

In SolidaritÀt
Free for all
Kalito

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Quelle: Abc-wien.net