Mai 5, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
368 ansichten


quelle: criminals 4 freedom

Dass die WĂ€rter*innen in KnĂ€sten Corona verleugnen wissen wir schon, bis heute hat sich daran nichts geĂ€ndert. Ein Gefangener hat vor Kurzem versucht, Desinfektionsmittel zu beantragen – natĂŒrlich ohne Erfolg. WĂ€re, so die Anstalt, nicht nötig. Corona zu verleugnen ist, im Gegensatz zu den folgenden Schilderungen eines Gefangenen, noch sehr subtil:

„Eine WĂ€rterin, Mitte 30 mit tattoowierten Armen, hat gegenĂŒber einem Hausarbeiter [Gefangener, welcher im Knast fĂŒr den Knast arbeitet, z.B. putzt; Anmerkung C4F]  ‚Arbeit macht frei‘ gesagt. Die WĂ€rterin Karin Vogt, sie ist klein und hat rote Haare, Ă€ußerte gegenĂŒber einem Hausarbeiter ’scheiß GrĂŒne Politik, scheiß Knast Moabit, scheiß AuslĂ€nder, die kein deutsch können‘.

Fascho-WĂ€rter*innen gibt es in allen KnĂ€sten, sie zu enttarnen ist allerdings nicht immer leicht, wenn versucht wird, die Kommunikation zwischen draußen und drinnen zu unterbinden. Auch unsere Inhalte werden oft vom Knast mindestens zensiert, wenn nicht sogar als zu „gefĂ€hrlich“ eingestuft und den Gefangenen dann nicht ausgehĂ€ndigt. Auch ein Soli-Shirt mit der Aufschrift „Free Lina“ erreichte einen Gefangenen nicht. „Alles was links ist, hat meist keine Chance. Postkarten, Merch, oder auch Briefe werden uns oft nicht ausgehĂ€ndigt.“ Verantwortlich dafĂŒr ist die Abteilung SI.

Abteilung Sicherheit

Anke Stein schuf Ende 2019 die Abteilung „SI“ (Sicherheit). Diese soll, so die Selbstbezeichnung, die „Sicherheit und Ordnung der Anstalt gewĂ€hrleisten“, indem zum Beispiel am Morgen der Anstaltshof nach rĂŒber geworfenen Drogen kontrolliert, Zellen durchsucht oder WĂ€sche nach verbotenen GegenstĂ€nden durchleuchtet werden.

„Seit daher machen die Schergen der Repression vor nichts mehr Halt. Sie sind massiv penetrant, ekelhaft, unfreundlich, machen gerne mal Sachen kaputt, wie zum Beispiel einen Fernseher von einem Mitgefangenen. Den haben sie, als sie in seiner Zelle waren, ‚fallen gelassen‘, seit dem klappert der wie ein Ü-Ei. Bei meiner Zelle haben sie auch öfter mal Tabak geklaut. Ihre BegrĂŒndung war, dass mein Tabak die ‚Übersichtlichkeit des Haftraums‘ gefĂ€hrden wĂŒrde.

Wer einen schwarzen Punkt an der ZellentĂŒr hat, dem wird ‚organisierte KriminalitĂ€t‘ vorgworfen, womit eine besonders harte Überwachung einhergeht. Ein Gefangener mit schwarzen Punkt darf nur zweimal die Woche mit der Familie telefonieren, die GesprĂ€che werden mitgehört. Außerdm muss der Gefangene auf der einen Seite des Tracks bleiben [ein Trackt besteht aus einer linken und einen rechten Seite, Anmerkung C4F], um so wenig wie möglich Kontakt zu anderen Gefangenen zu bekommen. Die Abteilung besteht aus 10 Mitarbeitern.“

Selbsternannter Chef dieser Abteilung ist Ingo Wickerat, aus Bielefeld, WindhundzĂŒchter, wohnhaft in Berlin Steglitz sowie Dirk Oelze, wohnhaft Senftenberger Ring, MĂ€rkisches Viertel. Dort wurde am 01.01.21 sein Pick Up vor der WohnungstĂŒr in Brand gesetzt. Weitere sind Robin Blob aus Berlin Buchholz und Silke Jonas. Es gibt noch mindestens sechs weitere dieser Schweine.“

Faschistische WĂ€rter*innen können also unbehindert von Trackt zu Trackt laufen, sich rassistisch Ă€ußern, Gefangene, unter anderem mithilfe der Abteilung SI drangsalieren und foltern oder, wie im Falle von Ferhat Mayouf, ermorden.

Was wir hier draußen in SolidaritĂ€t mit den Gefangenen dagegen tun können ist, Faschos und, wie der Gefangene selbst schreibt „Schergen der Repression“ zu benennen und die Feind*innen der Freiheit anzugreifen. Auch, wenn man es nicht glaubt – aber es kann zumindestens die Situation fĂŒr Gefangene temporĂ€r verbessern – wofĂŒr viele sicherlich, angesichts der Drangsalierungen, Folterungen und Morde, dankbar wĂ€ren.

<!–

Tags: , , , , ,

–>




Quelle: Abc-wien.net