Januar 15, 2022
Von Anarchist Black Cross Wien
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quelle: de.indymedia.org

Am 30.12.2021 konnten wir Gefagene in der JVA Freiburg, so wie schon in den vergangenen Jahren die Anti-Knast und Silvester-Demo vor den Anstaltsmauern hören und wer seine Zellen in dem obersten Stockwerk hatte, der konnte wohl auch was sehen. Zudem waren die Raketen fĂŒr alle zu sehen und zu hören.

Am 30.12.2021 konnten wir Gefagene in der JVA Freiburg, so wie schon in den vergangenen Jahren die Anti-Knast und Silvester-Demo vor den Anstaltsmauern hören und wer seine Zellen in dem obersten Stockwerk hatte, der konnte wohl auch was sehen. Zudem waren die Raketen fĂŒr alle zu sehen und zu hören.

Die RadioĂŒbertragung

Erfreulicherweise hat es RDL (https://www.rdl.de/) ermöglicht von ca. 18:15 Uhr bis 19:00 Uhr die Demo mit professionellen Equipment zu ĂŒbertragen, so dass u.a. auch fĂŒr die Gefangenen welche keinen Blick auf die Strasse hatten, die RedebeitrĂ€ge, GrĂŒĂŸe und die super Musik zu hören waren, oder fĂŒr all jene die per Livestream zugeschaltet waren. Hier in der Sicherungsverwahrung, in der ich lebe, saßen wir in einem der FreizeitrĂ€ume und hörten die Übertragung zusammen. Immer wieder erstaunt es Gefangene, dass es wirklich Menschen gibt die die Freiheit von Gefangenen und die Abschaffung von GefĂ€ngnissen fordern!

Einziger Wermutstropfen war, dass RDL die Übertragung aus „programmtechnischen GrĂŒnden“ ziemlich abrupt um 19 Uhr beendete.

Das die Wegstrecke live kommentiert wurde kam bei den Zuhörenden im GefĂ€ngnis gut an und vermittelte ihnen das GefĂŒhl irgendwie Teil der Demo zu sein. Die Idee, GrĂŒĂŸe an die Gefangenen ausrichten zu können, wie auch die Livekommentierung, werden hoffentlich beibehalten werden bei kĂŒnftigen Demos.

Dank und Ausblick

An all jene die sich vor den Mauern versammelt haben, an die Organisator*innen der Demo, und jene Menschen die die Übertragung vor Ort ermöglicht haben, wie auch an RDL und den Studiomoderator, ein herzliches Danke! hier von hinter den Betonmauern. Es ist aus Gefangenensicht nicht „selbstverstĂ€ndlich“, dass sich Jahr um Jahr all die Menschen zusammenfinden um dann eine so kĂ€mpferische, lautstarke BrĂŒcke ĂŒber die Mauern zu spannen. Gelten Gefangene doch gemeinhin als Aussenseiter*innen, was ĂŒbrigens viel zu oft auch deren Angehörigen mit einschließt, die von einem Großteil der Gesellschaft ebenfalls ausgeschlossen werden. Aber dann zu hören, zu sehen und ganz körperlich zu spĂŒren, dass es Menschen gibt die anders denken, handeln und fĂŒhlen, die ihre Wut ĂŒber das bestehende (GefĂ€ngnis)System lautstark vor die Mauern tragen, das gibt Mut und Kraft all den Menschen die hinter Stahlbeton- und Steinmauern in ihren Zellen festgehalten werden.

Mit herzschlagenden GrĂŒĂŸen hier aus Freiburgs Haftanstalt!

Thomas Meyer-Falk
z.Zt. JVA (SV)
Hermann-Herder-Str. 8
79104 Freiburg

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Quelle: Abc-wien.net