November 13, 2020
Von Anarchist Black Cross Wien
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Quelle: criminals for freedom

Wie uns und dem Lichtblick (Gefangenezeitung des Knastes Tegel) Gefangene aus dem Knast BĂŒtzow mitteilten, ist von Sonntag den 08.11.20 zu Montag den 09.11.20 ein Gefangener in seiner Zelle gestorben. Die Gefangenen haben dabei keine Zweifel an den Grund fĂŒr seinen Tot:

„Er hatte in der Vergangenheit mehrfach Probleme mit seinen Medikamenten (Herz). Die BĂŒtzower Möchtegernmediziner haben ihm immer wieder verschiedene Ausweichprodukte oder gar falsche Medikamente ausgegeben. Dies bemĂ€ngelte er mehrfach unter Beschwerden. AbĂ€nderungen haben gab es nicht. Dies soll nun, nach unseren Informationen, wieder totgeschwiegen werden.“

Ein weiterer Gefangener schreibt uns: „Der Tote im Knast BĂŒtzow war Anfang 60, saß eine vierjĂ€hrige Strafe ab. Er saß noch nicht lange und war chronisch Herzkrank. Er wurde in der JVA mit falschen und billigerenMedikamenten als seinen eigentlich nötigen behandelt.“

Auch der Nordkurier berichtete ĂŒber den Mord.

Dass die medizinische Versorgung in KnĂ€sten miserabel bis nicht vorhanden ist, ist kein Geheimnis. Immer wieder beklagen sich Gefangene, bundesweit, ĂŒber nicht vorhandenes (kompetentes) Ă€rztliches Person, ĂŒber die fehlende medizinische Versorgung oder, wie offensichtlich in diesem Fall, die falsche Behandlung. Weil der Knast den Gefangenen mit falschen und billigen Medikamenten „versorgte“, starb er.

Dass der Landtag sich diesem Thema annimmt (der Nordkurier berichtete), Ă€ndert nichts daran, dass die Justiz tagtĂ€glich foltert und mordet und dabei nie zur Rechenschaft gezogen wird. Auch eine Linkspartei wird daran nichts Ă€ndern, im Gegenteil: sie stabilisiert das (Knast)system ebenso wie andere Parteien, indem sie KnĂ€ste nicht abschaffen, sondern lediglich „verbessern“ wollen. Knast ist aber nicht reformierbar, es gibt keine „guten KnĂ€ste“, weil sie in ihrer Grundfunktion dafĂŒr ausleget sind, den autoritĂ€ren Staat durch Zwang und Gewalt durchzusetzen. Es ist ihr Auftrag, Menschen zu isolieren, aus der Gesellschaft zu drĂ€ngen, sie mundtot zu machen, sie zu verwahren, erniedrigen und zu unterdrĂŒcken. Dass dabei Menschen gefoltert und, wie in diesem Fall, ermordet werden, erschließt sich u.a.  aus eben diesem Auftrag der KnĂ€ste.

Sich dagegen zu wehren bedeutet deswegen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und, vorallem auch in Gedenken an die Ermordeten, fĂŒr die Freiheit aller Gefangenen und die Zerstörung der KnĂ€ste zu kĂ€mpfen.

Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und allen Gefangenen, welche Morde wie diese immer wieder miterleben mĂŒssen. Wir trauern mit euch und wĂŒnschen euch viel Kraft. Wenn ihr UnterstĂŒtzung braucht, meldet euch gerne.

Erinnern heißt kĂ€mpfen!

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Quelle: Abc-wien.net