Januar 25, 2022
Von Emrawi
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Der gesamte Text kann hier nachgelesen werden. Er wurde unter dem Pseudonym Fridolin im MÀrz 1998 in der Interim veröffentlicht. Auf ca. 50 Seiten analysieren die Autor*innen die mangelnde PolitikfÀhigkeit der Autonomen Szene und machen VerbesserungsvorschlÀge.

Ihre These ist, dass die heutige Gesellschaft derart entpolitisiert sei, dass autonome Politik zunĂ€chst die Politisierung wieder erreichen mĂŒsste. DafĂŒr schlagen die Autor*innen diverse Formen des subversiv-gefĂ€hrlichen „Hali-Galis“ vor. Diese Politik hĂ€tte eine Chance, in der Gesellschaft Kommunikations- und Erregnungskorridore zu schaffen, auf die klassische Autonome Politik aufbauen könnte. Um das mit einen Beispiel anschaulich zu machen, entwerfen die Autor*innen beispielhaft eine „Kampagne gegen Reichtum“.

Diese Kampagne gegen Reichtum provoziert die Bewohner*innen eines semireichen Stadtviertels mit Low-Level-Militanz und Kommunikationsguerilla. Mittels frivol-frecher Anschreiben werden die Aktionen vermittelt und verbunden. So entsteht gesellschaftliche Debatte ĂŒber Reichtum. Mit frechen Happenings wird die Debatte eingeheizt, um letztlich mit linker Gegenöffentlichkeit kritische Inhalte in die Debatte einzuspeisen und auf dieser Grundlage ein politisches Feld fĂŒr linke Militanz zu schaffen. Zwar wurde der Text rund im den 1. Mai 1998 breit innerhalb der linksradikalen Szenen Berlins diskutiert. Und auch von den staatlichen Behörden wurde er als Ă€ußerst bedrohlich eingestuft: Noch im Jahr 2006 lĂ€sst das BKA den Extremismus-Papst Uwe Backes den Text auf Seite 170 des Buches „NPD-Mobilisierungen und politische Gewalt“ zitieren. Und im Jahr 2005 gruselt sich der Berliner Landesverfassungschutz in seinem Jahresbericht auf Seite 243 vor dem Text. Doch die darin beschriebene Kampagne hat nie stattgefunden.

Wir empfehlen auch, den Originaltext zu lesen.




Quelle: Emrawi.org