Februar 18, 2021
Von ZĂŒndlumpen
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[Zusammenfassung der regionalen deutschen Presse vom Jahresanfang]

Keltern, 31. Dezember 2020. In Baden-WĂŒrttemberg entzĂŒndete sich gegen 19:40 Uhr eine 50 Meter hohe Richtfunkantenne an der Regelbaumstraße, in der NĂ€he von Keltern, wie es eine Streife der HundefĂŒhrerstaffel der Pforzheimer Polizei konstatierte, die diesen Brand entdeckt hatte. Es ist schnell klar geworden, dass das Feuer sich bis in den oberen Teil hochgefressen hatte.

An diesem Vorabend zum Neujahr haben sie die Hypothese verworfen, dass es sich sich um Feuerwerkskörper handeln könnte, da der Brand direkt an den Kabeln begonnen habe. Der materielle Schaden an der Antenne wurde von einem Energieversorgungsunternehmen auf mehr als 100 000 € geschĂ€tzt. Sie wurde insbesondere von den Mobilfunknetzen O2 (Telefonica) und 1&1 genutzt und die Einwohner*innen der Region blieben zwei Wochen lang ohne Mobilfunk und Internet. Die Polizei begab sich mit insgesamt 7 Fahrzeugen an den Tatort, außerdem kamen noch acht Feuerwehrfahrzeuge aus Keltern und Birkenfeld.

Am 21. Januar 2021, um diese geheimnisvolle Selbstentfachung der Antenne bei Anbruch der Nacht an Sylvester zu erklĂ€ren, hat ein großer Brandexperte fĂŒnfzehn Tage spĂ€ter endlich in der Presse, der Pforzheimer Zeitung, seine Schlussfolgerungen mitgeteilt, was uns den spektakulĂ€ren Titel einbrachte: „War etwa ein Tier schuld?“ Der Brand soll tatsĂ€chlich von offizieller Seite aus durch einen Marderbiss an einem der Kabel verursacht worden sein! Abgesehen vom berĂŒhmten „Marder aller LĂ€nder, vereinigt euch!“, gibt es dem nicht viel hinzuzufĂŒgen, was sicherlich eine weltweite Premiere fĂŒr dieses charmante Tier wĂ€re, das sicherlich ebenso wie die Menschen einen Sinn fĂŒr das Datum und seine Uhrzeiten hat
 [Anm. d. Übs.: Inzwischen wird ĂŒbrigens doch wegen Brandstiftung ermittelt.]

Wiesbaden, 02. Januar 2021In Hessen hat sich ein fĂŒnfzig Meter hoher Funkmast der Telekom inmitten des Forstes zwischen Wiesbaden und Taunusstein auf der Platter Straße am Samstag, den 02. Januar, entfacht. Ein großer Teil der Kabel ist verbrannt, verkĂŒndete ein Sprecher der Feuerwehr, die gegen 15 Uhr gerufen worden war, und die SchĂ€den seien so gravierend, dass alle Kabel ersetzt werden mĂŒssten, da das Feuer bis zur Spitze die Kabel zerstört habe.

Das Löschen konnten die rund 20 Feuerwehrleute aus Wiesbaden und Taunusstein zuerst nicht beginnen, da unklar war, an welche Stromquelle der Mast angeschlossen war. Erst nachdem der Strom ausgeschaltet war, konnten mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz den Brand löschen. Wegen der Gefahr herunterfallender, brennender Teile wurde die B417 am Nachmittag in beide Richtungen voll gesperrt.

Die Experten mĂŒssten die Brandursache in der kommenden Woche genauer ermittelt haben, auch wenn sie momentan auf den berĂŒhmten technischen Defekt tippen. In der Lokalzeitung Hessenschau vom 03. Januar bleibt der Sprecher der Feuerwehr trotzdem eher zweifelnd gegenĂŒber dieser einzigartigen versehentlichen Ursache: „Ein brennender Funkmast ist sehr selten. Ich wĂŒsste nicht, dass es so etwas in unserem Einzugsbereich schon einmal gegeben hat.“

Viechtach, 26. Januar 2021. In Bayern hat sich die schwarze Serie der Selbstentfachungen fortgesetzt, und nicht nur ein bisschen, denn es handelt sich um einen schönen Funkmast des Tetra-Netzes, d. h. sie trĂ€gt die schwere BĂŒrde die Kommunikation der Behörden und der Organisationen, die mit der Überwachung der Sicherheit beauftragt sind, wie etwa der Polizei, zu ĂŒbertragen, der gegen 10 Uhr morgens heruntergebrannt ist, mitten im Wald des Weigelsbergs, nahe der tschechischen Grenze.

Die Feuerwehr von Wiesing wurde sofort wegen das Brandalarms des Mastes in den verschneiten Forst ĂŒber dem Neunussberg entsendet, wo Rauch aus dem Container stieg, den sie mit einem speziellen SchlĂŒssel öffneten. Auch wenn sie sich angesichts des heiklen getroffenen Ziels sehr wortkarg ĂŒber die Brandursachen Ă€ußerten, ist es die Straubinger Kriminalpolizei, die mit den Ermittlungen beauftragt wurde, denn, wie die Lokalzeitung Passauer Neue Presse am 28. Januar verkĂŒndete, wĂŒrden „die Ermittler Brandstiftung nicht ausschließen“. Wenn es sich offenbar um Tetra-Antennen der Behörden handelt, scheinen die spontanen PhĂ€nomene und die Marder eher aus den Hypothesen der uniformierten Hohlbirnen ausgeschlossen zu werden


[Quelle: Sans Nom]


„Spuk in Keltern geht weiter“, so die Pforzheimer Nachrichten am 27. Januar, denn nun hĂ€tten Unbekannte auch noch mehrere Telefonanschlusskabel im Ortsteil Dietlingen durchtrennt. Dabei wurden in mehreren Straßen die an den GebĂ€uden außenliegenden Telefonanschlusskabel in der Nacht auf Sonntag, den 24. Januar, beschĂ€digt. „Was ist nur in Keltern los?“, titelte die Zeitung verzweifelt.

Übrigens haben sich auch in der Region rund um Offenburg in Baden-WĂŒrttemberg nahe der französischen Grenze in den letzten knapp vier Monaten bereits drei Funkmasten entfacht. Hier wird jedoch von Brandstiftung ausgegangen. Erst vorletzten Sonntag, den 07. Februar, wurde gegen 2 Uhr 30 im Rheinauer Ortsteil Freistett ein Sendemast angezĂŒndet. Kurzzeitig soll es so zu einem Totalausfall der Anlage gekommen sein. Zwei Monate vorher, am Abend des 05. Dezember, sei ebenfalls in Freistett in der Stadionstraße ein Funkmast in Brand gesetzt worden. „Nach derzeitigen Erkenntnissen dĂŒrften Unbekannte kurz vor Mitternacht mehrere Kabel mittels Brandbeschleuniger entzĂŒndet haben. Ein zufĂ€llig vorbeifahrender Verkehrsteilnehmer wurde auf die Flammen aufmerksam und verstĂ€ndigte die Feuerwehr. Die Ermittlungen zur Schadenshöhe und zu den HintergrĂŒnden der Tat dauern derzeit an.“ Bereits am 20. November war im knapp 40 Kilometer entfernten Gaggenau-Selbach ebenfalls ein Funkmast in Brand geraten.




Quelle: Zuendlumpen.noblogs.org