Juli 12, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Die Queer_wuhl_ant:is wohnen ab jetzt in der Berliner Wuhlheide!

Wir haben genug! Von BĂ€umen, die abgeholzt werden, von lebensraumverlierenden Wesen, von Aphalt ĂŒberall! Von einer Verkehrspolitik, bei der Autos im Mittelpunkt stehen!

Deswegen wohnen wir, eine queere, autonome Kleingruppe, ab heute mit in der Wuhlheide.

Die Klimakrise ist mittlerweile (fast) allen klar. Allerdings scheint es nicht so klar zu sein, dass wir konsequent handeln mĂŒssen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Dies zeigt auch der Bau der TVO. Schon wieder wird ein neues Bauprojekt fĂŒr Autos gestartet, obwohl wir dringend eine Verkehrswende brauchen um den Klimawandel noch aufzuhalten. Die TVO wird die Region nicht vom Autoverkehr und LĂ€rm entlasten, sondern vielmehr weiteren Verkehr hervorrufen.

Doch damit nicht genug: ZusĂ€tzlich werden wieder einmal fast 15 Hektar des jetzt schon von Hitzewellen und Eichenprozessionsspinnern geplagten Waldes abgeholzt. Die FlĂ€chen versiegelt und zahlreiche bedrohte Tierarten wie BreitflĂŒgelfledermaus, großes Mausohr und der SteinschmĂ€tzer verlieren einen wichtigen Lebensraum. Diese manipulative Kommunikation der Politiker*innen macht uns richtig wĂŒtend! Es wird lediglich von “ein paar BĂ€umen” und “sogar einige alten Eichen bleiben stehen” gesprochen. Selbst die Senatsverwaltung sieht hohes Konfliktpotenzial mit dem Artenschutz dieser Tierarten, hĂ€lt aber weiter an den PlĂ€nen fest. Das Bauprojekt der TVO zeigt wieder einmal, dass der Regierung die Förderung der Autoindustrie wichtiger ist als der Schutz von Menschen, Klima und Umwelt.
Was heißt das denn? Dass ein paar BĂ€ume abgeholzt werden? Dort, wo derzeit auf einem Wall Schienen lang gehen, auf dem hier und da ein Zug lang fĂ€hrt, und ansonsten relative Ruhe herrscht, soll dann eine Schnellstraße lang fĂŒhren. Diese bringt DauerlĂ€rm, Lichtverschmutzung und Abgase mit sich. Tiere, die genau so wie wir Menschen gerĂ€usch empfindlich sind, sich aber nicht mit Schallschutzfenstern und Mauern schĂŒtzen können, bekommen dann ungefiltert den LĂ€rm von jedem einzelnen Auto mit, das da lang fĂ€hrt. Bei Nacht strahlt unaufhörlich Scheinwerferlicht durch den angrenzenden Wald. Nachtaktive Tiere werden in ihrer Orientierung gestört, tagaktive Tiere beim Schlaf oder dem Empfinden wann eigentlich Nacht wird. Über die Abgase.. mĂŒssen wir da wirklich etwas zu schreiben? Was bei uns Menschen Krebs und andere tötliche Krankheiten hervorruft, wer glaubt da bitte, dass nicht menschliche Wesen davon nicht betroffen sein könnten? Jedes Tier, dass erstmal nicht direkt betroffen wirkt, ist es am Ende doch. Insekten sterben massenweise an Straßen, weil sie nachts vom Licht der Autos angezogen werden. Dadurch finden dann FledermĂ€use nichts mehr zu essen. Diese sind ohnehin schon bedroht, weil der Mensch ihnen in allen Lebensbereichen zugesetzt hat. .. diese Auflistung lĂ€sst sich endlos fortsetzen. Insbesondere StadtwĂ€lder sind ein fragiles Ökosystem, von verschiedenen stĂ€dtischen Dingen gestresst und eingeengt, dort weiter abholzen bedeutet das Sterben vieler Tiere. Manche Tiere sterben, weil eben der Baum abgehackt wurde, auf dem sie sich befanden, andere können fliehen, finden dann aber nicht genug zu essen oder sterben bei Reviertreitigkeiten.
Beispiel: Wenn wir mit 50 Menschen in 25 Wohnungen wohnen, können wir auch nicht einfach ein Teil der Wohnungen weg genommen bekommen und alle Menschen die keine Wohnung mehr haben, werden zu den ĂŒbrig gebliebenen dazu geschoben oder im Flur sitzen gelassen. Es gibt nicht mehr Essen und Möbel/ Zimmeraufteilung.. da is dann eben Sache der Menschen! Sind doch nur n paar Wohnungen! Es bleiben sogar welche stehen!
Derzeit versuchen Autofanatiker*innen, den Bau der TVO voran zu treiben, wĂ€hrend sich außerdem Protest oranisiert. Es gibt Menschen, die wollen, dass das Planungsfeststellungsverfahren bald beginnt. In diesem sollen dann menschliche und nicht menschliche Wesen sowie kapitistische GrĂŒnde gegeneinander abgewogen werden.
Wir wollen nicht, dass Anwohn*is weiterhin von AutolĂ€rm und Gestank terrorisiert werden! Auch wir sind Teil dieser Stadt, wir atmen die gleichen Abgase ein, sehen kranke BĂ€ume und vertrocknete BĂ€ume und fĂŒrchten uns vor der Zukunft. Sich Ruhe wĂŒnschen und eine Wuhlheide, die nicht verkleinert wird, sind keine gegensĂ€tzlichen WĂŒnsche.
Statt einer rĂŒckwĂ€rtsgewandten Verkehrspolitik fordern wir einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.
Das Geld, das fĂŒr dieses Bauvorhaben gebraucht wird, kann auch in sinnvolle Dinge wie einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr gesteckt werden!
Wir fordern kostenlose, klimagerechte MobilitĂ€t fĂŒr alle statt den Ausbau der klimaschĂ€dlichen, zerstörerischen Autoinfrastruktur fĂŒr einzelne Mehrverdienende.
Da menschliche Wesen ja zumindest etwas mehr gehört werden als die nicht-menschlichen Wesen, sind wir ab heute auch in der Wuhlheide anzutreffen.

Wald statt Asphalt!

SMASH THE CIS-TEM!

Weiter infos gibt’s und werden hier folgen:
Blackblogs:
https://queerstelle.blackblogs.org
Mastodon/fediverse:
https://eldritch.cafe/@queerstelle

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Quelle: Schwarzerpfeil.de