Januar 7, 2022
Von Emrawi
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Liebe Genoss*innen!

Seit ĂŒber 4 Monaten kĂ€mpft ihr mit Camp und Besetzungen in der Ersten Reihe um eine Wende in der österreichischen Klimapolitik. Es ist ein lokaler Kampf bei dem es viel zu gewinnen gibt. Im Kleinen, die besseren Lebensbedingungen in der Donaustadt, weniger Autos und besseren öffentlichen Verkehr. Im Großen das Vorantreiben der Klimagerechtigkeitsbewegung, die sich nicht weniger als einen globalen Paradigmenwechsel, einen Bruch mit kapitalistischer Wachstumslogik und Naturzerstörung auf die Fahnen schreibt.

Die KĂ€mpfe gegen Stadtstraße und Lobautunnel sind in der globalen Bewegung um die Zukunft nur kleine PuzzlestĂŒcke. Aber sie sind Ausdruck der Verankerung der globalen Klimabewegung auch hierzulande. Es ist wunderschön zu sehen, dass dank euch die Dinge auch im konservativen Österreich in Bewegung kommen.

Ihr habt euch mĂ€chtige Feinde gemacht. Euch in einem Rundumschlag mit allen angelegt. Mit dem fossilen Kapital und ihrem Kettenhund der ÖVP genauso wie mit den BetonschĂ€deln aus SPÖ und Stadt Wien. Mit den Nazis sowieso. Sie alle hassen euch, weil ihr eure Sache verdammt gut macht.

Wir lieben euren kompromisslosen Zugang Politik zu machen. Sich mit offenem Visier, mit allen vermeintlichen AutoritĂ€ten anzulegen ist ziemlich Punk. Das gibt auch uns Mut und Hoffnung fĂŒr die antifaschistischen KĂ€mpfe in denen wir stecken. Danke dafĂŒr!

Ihr habt ziemlich viel Scheiße erlebt in den letzten Wochen, in den letzten Tagen durch den Brandanschlag, ganz besonders. Aber vergesst nie, wie viel ihr jetzt schon erreicht habt. Ihr habt Hitze und KĂ€lte getrotzt, Regen, Schnee und Sturm ĂŒberstanden. Ihr habt euch organisiert und Strukturen gebaut die euch jetzt Halt und Kraft geben. Ihr habt viele Menschen politisiert und solidarische Netzwerke gesponnen, von denen die Wiener Linke noch viele Jahre profitieren wird.

Weil ihr erfolgreich seid werde ihr angegriffen. Mit Spott und HĂ€me, mit Klage und finanziellem Ruin bedroht. Jetzt mit Feuer.

Diese neue Eskalation macht auch uns Angst. Sowohl die Tat selbst als auch die zum Himmel schreiende Stille weiter Teile des österreichischen Öffentlichen Lebens, der Parteien, des organisierten Linksliberalismus, der politischen Publizistik, der Zivilgesellschaft und von all den denen, die immer nach Gewaltfreiheit schreien in dieser Welt die doch so voller Gewalt ist. Zu der Gewalt die euch angetan wurde haben sie wenig zu sagen.

Wir wollen euch unsere SolidaritĂ€t ausdrĂŒcken und euch noch einmal in aller Deutlichkeit sagen dass wir hinter euch stehen. Nicht alle haben die Kraft, Energie oder Zeit um in der Ersten Reihe zu kĂ€mpfen. Trotzdem war die Wiener antifaschistische Linke in den letzten Monaten oft viel zu leise in ihrer UnterstĂŒtzung fĂŒr die KĂ€mpfe um Lobau und gegen die Stadtstraße. Aber wir wollen das ihr wisst, wir sind da, gemeinsam mit euch, hinter den Barrikaden.

Zeit die zweite Reihe zu organisieren!

Bezugsgruppe Zinnoberrot, Offenes Antifa Treffen (OAT), Rosa Antifa Wien (RAW), Plattform Radikale Linke (PRL), AG Feministischer Streik der PRL, Antifa Wien West (AWW), Migrantifa




Quelle: Emrawi.org