Oktober 8, 2021
Von Anarchistische Bibliothek
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Das Elend der Linken – Track 1

Mit einigen Remixen wird der eigentlich eher langweilige Track DAS ELEND DER LINKEN, ein Klassiker gĂ€hn 2020 extra neu fĂŒr euch aufgelegt. Heute spielen wir den ersten Remix, gefeatured von der autonomen Antifa, mit ihrem neuen Antivirus-Programm (diesmal nicht fĂŒr Windows), welche dem ganzen den moralistischen Touch gibt, der ja nötig ist, damit ihr auch wirklich ausgelassen dancen können. Heyyyy!

Aber zuerst habe ich fĂŒr euch noch ein tolles Intro im Set, welches das ganze episch einleitet, wĂ€hrend danach die Party erst so richtig los geht. Yeah!

„Hate the media“

(Verstoss gegen die Moderationskriterien-mix)

Da der ZĂŒndlumpen nach wie vor auf Indymedia toleriert wird, einer Seite welche sich ganz besonders darin hervortut, die Linksradikale als Bewegung zu erhalten, hier ein kleinen Introtrack also. WĂ€hrend Indymedia zwar als Plattform fĂŒr etliche, beileibe nicht linke, anarchistische Publikationen hinhielt, tat es sich hervor, sĂ€mtliches, was zu einer eventuellen AufklĂ€rung des Coronawitzes fĂŒhren könnte, nach staatlichen oder noch strengeren MassstĂ€ben zu zensieren (und zwar Sachen die nicht sozialdemokratischer waren als viele andere Indymedia-Publikationen). Indymedia hat sich also trotzalledem darin hervorgetan, den offiziellen Kampf gegen „Fake News“ mitzufĂŒhren, damit es ja nicht zu schnell gehe, bis sich die Erkenntnis Bahn bricht, dass es sich bei Corona um eine nicht allzu spezielle Grippemutation handelt. Trotzdem hat man den ZĂŒndlumpen toleriert. Wieso? Haben wir nicht genĂŒgend gegen Bill Gates, WHO, Antonio-Amadeus Stiftung, Robert Koch, Drosten, die Prolockdown-Linken, die MaskentrĂ€ger und andere Covidioten angeschrieben, um eine Zensur verdient zu haben? Haben wir zu lange gewartet, um deutlich zu werden? Wieso tragt ihr noch immer zu eurer eigenen Zersetzung bei?

Solche Fragen stelle ich mir manchmal. Und dann denke ich mir: naja, immerhin verbreiten sich so die Ideen. Und man hat die Gelegenheit noch etwas Skandal zu machen.

Bevor also Indymedia endlich down ist, hoffen wir noch, dass sie uns Plattform bieten um die radikale Linke etwas zu zersetzen. Danke.

NatĂŒrlich betrachte ich es auch skeptisch, dass ihr meinen Mix verbreitet, denn schliesslich tragen wir damit auch dummerweise zur Aufwertung eurer Sendung bei, welche sich so mit seiner Toleranz und Extravaganz schmĂŒcken kann, und behaupten kann, voll an der Zeit zu sein. Aber so what! Die Hörer werden schon verstehen, woher der Wind weht, und dass Indymedia teil des miefigen Kadavers ist. Und deshalb, TĂ€terĂ€tĂ€tĂ€:

Das Elend der Linken feat. Antifa

(stayathome-klaustrophobia-mix)

Die Rolle der Linken war jene einer mobili- und moralisierenden Kraft, welche nur schon durch die Andeutung einer Kritik der Aktion der herrschenden, geschweige denn einer möglichen Virusleugnung auf die Palme brachte. SĂ€mtliches Repertoir, welches an anderen GegenstĂ€nden eingeĂŒbt wurde, wurde eingesetzt, um schlicht und ergreifend Konformismus zu vertreten.

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Die AbsurditĂ€t dieser Sache zu dokumentieren ist eine komische Aufgabe die ich mir setze. Sie fĂ€ngt damit an, dass die Linken subtil die “Verleugnung” (dass nicht nur die Verleugnung ihnen “Verleugngung” heisst, ist offensichtlich) des Virus als eine Art No-Go-Zone eingerichtet haben. Was das Problem mit der “Coronaleugnung” sei nur schon zu fragen ist eine Art Blasphemie, und zwar eine Ă€hnliche Blasphemie wie die Gottesleugnung. Da allerdings die antifaschistische Linke natĂŒrlich die Leugnung Gottes nicht als dieses Tabu meinen kann, ist es ganz klar, dass die Herkunft dieses Kampfes gegen das Leugnen sich um den Holocaust dreht. Nun sind es gerade die Linken, welche den “Hygienedemonstranten” immer wieder, teilweise berechtigterweise, teilweise unberechtigterweise, Faschismusrelativierungen vorgeworfen haben. Jeder Vergleich mit 1933 wird ihnen zur Relativierung der Shoah, so als hĂ€tte diese schon 1933 stattgefunden, wĂ€hrend aber die eigene, wirklich komplett absurde und geschmacklose Holocaustverharmlosung gerade von den angeblichen Antifaschisten hunderte Male wiederholt wurde. NĂ€mlich der Vergleich von Corona mit dem Holocaust, bzw. der Vergleich der Coronaleugnung als quasi Ă€hnlich (ich wage nur zu sagen â€œĂ€hnlich” schlimm, auch wenn “gleich” eigentlich die Vorstellung dieser Leute zu sein scheint, und der Vergleich allzu direkt ist) schlimm wie die Holocaustleugnung. Dieser perfide Trick ist scheinbar bisher niemandem aufgefallen. Er bleibt den fanatisierten Konformisten unbewusst, ebenso wie ihnen der strukturells Antisemitismus der ganzen Corona-Hysterie entgangen zu sein scheint (Angst vor einem unsichtbaren, unheilvollen Feind, den man z.B. fĂŒr „die Krise“ verantwortlich macht; Massenmobilisierung dagegen, als Ablenkung vor wirklichen Problemen etc.).

Aber dieses Denken in “strukturell”, dieses “strukturell” jenes zeigt eben vielmehr gerade seine komplette BeschrĂ€nktheit auf. NatĂŒrlich ist es wahr, dass einige der “Hygienedemonstranten” faschistisch sind, und dass diese Faschisten mit ihrer “Coronaleugnung” durchaus nur ihre eigentliche Bereitschaft zur sozialdarwinistischen “Vernichtung lebensunwerten Lebens” verhĂŒllen. Aber aufgrund dessen dann die Fragestellung ĂŒberhaupt zu Tabuisieren, ist absurd, zeigt nur den eigenen Willen zur Zensur, und das man den Faschisten scheinbar nichts Substanzielles entgegenzusetzen hat.

Und wie auch? Der Kampf gegen den Faschismus ohne den – glaubwĂŒrdigen – Kampf gegen die Faschisisierung der Gesellschaft ist eben Spiegelfechterei. Und wer verlangt, man solle die gegenwĂ€rtige Faschisierung einfach ignorieren, weil diese a) unter demokratischem Regime stattfinde, b) unter den Vorzeichen “Schutz der Risikogruppen” (also unter umgekehrten Vorzeichen als der historische Faschismus) stattfinde und c) die als faschistisch geltenden KrĂ€fte (Populismus etc.) nicht die treibenden Akteure sind, der beweist eben nur seinen Demokratismus, Protektionismus und Progressivismus. Und natĂŒrlich ist es uninteressant, den gegenwĂ€rtigen lockdown einfach als faschistisch abzustempeln. Nicht weil das historische RealitĂ€ten relativieren, sondern vielmehr, weil die Gegenwart damit relativiert wĂŒrde! Und weil diese wenig historische Vergleichbarkeiten kennt, ausser die KontinuitĂ€t des Notstandsregierens in all seinen Formen, welche heute ihre totale Eskalation erfĂ€hrt.

“Der Kampf gegen den Faschismus beginnt mit dem Kampf gegen den Bolschewismus”, sagte in den 1920er-Jahren Otto RĂŒhle, und man fragt sich, wo heute dieser Kampf beginnen mĂŒsste. Gegen die TotalitĂ€t der Herrschaft und des Kapitals zu kĂ€mpfen, ist zumindest unsere Absicht. Aber diese will und wollte die Linke ja niemals sehen, sondern vielmehr interessierte sie immer nur eine andere Verwaltung dieser RealitĂ€t. FĂŒr den Staat ist die Verwaltung der Gesellschaft durch die Kanalisierung in links und rechts allerdings eine genehme Sache, und dass die Linke, und zwar bis in die radikaleren Gefilde, heute ihr widerliches, spiessig-moralistisches Gesicht derart offen gezeigt hat, gezeigt hat, dass es ihre Ideologie ist, welche mit dieser Aktion umgesetzt wurde, sei nur festgestellt.

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Dass es der linke, kosmopolitische und liberale Arm des Kapitals ist, auf dessen Mist ideologisch und praktisch die gegenwĂ€rtige Bewegung (des lockdowns, stayathome, etc) gewachsen ist, sieht jeder, dazu muss man noch nicht einmal allzu genau hinschauen. Dass dabei sĂ€mtliche Grenzen geschlossen, sĂ€mtliche Menschen isoliert, sĂ€mtliche „Freiheiten“ aufgehoben wurden, und was weiss ich noch alles
 dass das alles von einer Bewegung die „No Borders“, „SolidaritĂ€t“ und „Freiheit“ auf ihre Fahnen schreibt eigentlich unterstĂŒtzt wurde, ist halt so (und zwar auch dadurch, dass nicht davon gesprochen wurde, dadurch, dass man sich beeilte, sofort in der „neuen NormalitĂ€t“ zu denken, etc.). Auch die radikale Linke hat sich als linker FlĂŒgel des Bestehenden entpuppt, wie schon etliche Male zuvor. Aber als linker, ultraautoritĂ€rer FlĂŒgel. Dass dabei gerade viele theoretische VersatzstĂŒcke von der Macht eingesetzt wurden, um ihre Aktion auszufĂŒhren und zu decken, sei nur so behauptet. Nur schon die AHA-Regeln könnten auch eine Erfindung eines Awarenessteams sein, welche ja die Normierung des Kontakts zwischen Menschen immer wieder zu absurden Formen treiben wollen.

Ergo die verstĂ€ndliche PrĂ€senz von Faschisten, extremen Rechten, Völkischen und ReichsbĂŒrgern an diesen Demos. Diese sind ja ohnehin gegen die Herrschaft des Politisch Korrekten, gegen die Herrschaft der Linken, und soweit haben sie ja auch recht. Es ist dabei durchaus anzunehmen, dass bei diesem Kampf gegen lockdown nicht nur Demagogie dabei ist, sondern ebenso eine ehrliche Opposition gegen linken Totalitarismus, oder wie auch immer man das nennen will. Dass sich die Faschisten dabei den Platz, teils sogar Respekt bei diesen demokratischen Demonstrationen errungen haben, ist keine Wunder. Schliesslich wirken die Faschisten auch halb so gefĂ€hrlich, angesichts dessen, dass nicht sie die Grenzen geschlossen, die Gesellschaft lagerisiert, jedes Fest verboten, etc. haben. Und dass das schon so ist. Und wenn dann Leute gegen einen demonstrieren, welche einem vorwerfen, mit Faschisten zu demonstrieren und gleichzeitig vorschreiben wollen, man solle doch Maske tragen, zuhause bleiben, sich an die Vorschriften handeln, wieso sollte man dann das irgendwie ernst nehmen?

Soviel VerstĂ€ndnis also fĂŒr diese Demonstrationen, welche ich aber persönlich nicht besuche. Wieso nicht? Weil mich Demonstrationen ohnehin anwiedern, und weil ich das Grundgesetz noch nichteinmal als Klopapier verwenden wĂŒrde. Vielmehr denke ich, dass die Subversion anderswo stattfindet als auf legalen Demonstrationen, eingehegt und kontrolliert und politisiert. Momente wie in Stuttgart brodeln ĂŒberall, dort suche man den Aufstand, oder noch besser: bei sich selbst, und nicht bei jenen, welche sich die alte NormalitĂ€t, das geringere Übel, sei es Demokratie oder Kaiserreich, zurĂŒckwĂŒnschen


Dass diese demokratischen Demonstrationen nun das einzige sind, ĂŒber was alle Reden, ist allerdings eben ein gutes Ablenkungsmanöver davon, dass man auch selbst etwas tun könnte – gegen die eigene UnterdrĂŒckung zu rebellieren, und zwar auf undemokratische Art. Und das Augenmerk, welches die Antifas darauf legen, ist nur ihre Art, die Option der Revolte zu verdecken – vergessen zu machen, dass es noch anderes gibt als die falsche Opposition und die Verteidigung des Bestehenden. Dass der lockdown mehr fragen aufwirft, als ob nun die neue oder alte oder ganz alte NormalitĂ€t die bessere sei


„Aber laßt uns dies klarstellen: wenn wir gezwungen sind, zwischen „dem Viralen“ und der Zivilisation der Sicherheit zu wĂ€hlen, werden wir das Virale wĂ€hlen. Wenn wir grob werden mĂŒssen, werden wir uns fĂŒr „Grenzverletzungen“ aussprechen mĂŒssen.“ (Hakim Bey, 1996)

Bezeichnenderweise waren es vor allem jene StĂ€dte und Orte, in denen ein Teil der anarchistischen Bewegung bereits vor Jahren einen Bruch mit der Linken durchgefĂŒhrt hat und sich auf eigene Beine gestellt hat, wo auch die AktionsfĂ€higkeit bewahrt wurde, und durch den lockdown nicht eine totale Paralyse stattgefunden hat. WĂ€hrend die Linken stayathome teils in den eigenen WG‘s durchsetzten, gab es eben andere, welche nicht auf den politisch korrekten Grund warteten, um rauszugehen. Die verantwortungslos genug waren, die Dinge in die eigenen HĂ€nde zu nehmen, die sich nicht Mobilmachen liessen, vom Apell zur Abwesenheit.

Die Linksradikalen, Autonomen und auch Anarchisten, welche zu Hause blieben, oder das zumindest von anderen forderten (denn natĂŒrlich predigt man das Wasser oft nur
), beweisen die Impotenz ihrer Analysen, dieser Gesellschaft irgendetwas substanzielles entgegenzusetzen. Und wenn sie die Analysen sogar hĂ€tten, so fehlt ihnen vielleicht selbst einfach die Substanz, nach jahrelanger (Re-)Sozialisierung in einem Milieu, welches die Revolte letztlich neutralisieren muss.

Und doch waren es gerade die „eigenen RĂ€ume“, die sie aufgegeben haben. Kulturzentren, Squats, subkulturelle Treffpunkte – alles im lockdown. Die immer unhygienischen, versifften Orte, welche wohl fĂŒr Risikogruppen nie sehr heimelig waren – auf staatliche Anordnung geschlossen, wenn nicht sogar schon davor.

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„Die Hygiene, die sich als Ordnung der bĂŒrgerlichen Familie entwickelte, diente der Normalisierung der (sub-)proletarischen Schichten, da sie in ihren Formen zu leben und zu wohnen am weitesten von Normen der bĂŒrgerlichen Gesellschaft entfernt waren. Die Hygiene dringt in die Ordnung der Familie ein. Die verschiedenen Formen der familiĂ€ren Organisation der unteren Schichten sollten normiert werden. Die Kolonialisierung der Familie findet ĂŒber die Ausbreitung von Normen öffentlicher und privater Hygiene statt
“ bemerkte der allzu postmoderne JĂŒrgen MĂŒmken.

Ebenso kann, wie es dieser auch ausfĂŒhrt, immer wieder festgemacht werden, wie geschichtliche Hygienewellen zu einer massiven Verfestigung der Macht beigetragen haben, wie gerade die Herrschaft ihre EntwicklungsschĂŒbe aus solchen „lockdown“-Situationen, Situationen der Durchsetzung neuer „Hygienestandards“, entwickelt hat. Aber das wollte man nicht wissen. Und auch wenn gewisse postmoderne Philosophen sich ausfĂŒhrlichst mit diesen Themen beschĂ€ftigt haben: scheinbar hat es nicht dazu gefĂŒhrt, die MentalitĂ€t zu entwickeln, welche nötig ist, solche Situationen zu vereiteln. Allerdings nicht – das war ja auch gar nicht die Absicht.

Die Geschichte solcher lockdowns zu schreiben, und auch deren Benutzung zu Zwecken der AufstandsbekĂ€mpfung, wĂ€re bestimmt nicht ganz zwecklos. Ein Fragment des frĂŒhen Kommunisten Wilhelm Weitling (bevor es Marxismus ĂŒberhaupt gab, jaja), geschrieben im Jahre 1838, weist zumindest darauf hin, dass auch diese spezifische Taktik bereits Geschichte hat. Oder war er nur ein phöser Choleraleugner?

„Wenn ein kleines Kind einen Gegenstand verlangt, den man ihm nicht geben will, so macht man es auf irgend einen anderen Gegenstand aufmerksam, um es von seiner Forderung abzulenken. Ebenso machen es unsere BedrĂŒcker mit dem Volke in den Tagen der Krisis. Nach den dreissiger Jahren bediente man sich dazu der KriegsgerĂŒchte und der Furcht vor der Cholera. Diese letztere wurde besonders unter der Leitung der Regierungen ein krĂ€ftiges Mittel, alle revolutionĂ€ren Tendenzen einzuschĂŒchtern.

Erinnert ihr euch noch alle der QuarantĂ€ne-Anstalten vor beinahe jeder grossen Stadt, der Absperrungen von Dörfern, StĂ€dten, Provinzen und LĂ€ndern, des Verbots des Reisens, der RĂ€ucherungen des Geldes und der Briefe usw. Was mich anbetrifft, so kann ich diese Krankheit nicht leugnen, muss aber gestehen, dass ich damals nie an ihre wirkliche, fĂŒrchterliche Existenz geglaubt habe. Ich dachte mir eben, das ist eine Epidemie wie jede andere, die man aber absichtlich so grell herausmalt, um sie dadurch zum Schreckbild gegen die revolutionĂ€ren Bewegungen zu gebrauchen.

O, sie sind klug wie die Schlangen und wir sind einfĂ€ltig wie die Tauben; man hĂ€tte damals mit unsern SchĂ€deln Mauern einrennen können, so hĂ€tten wir doch nichts gemerkt.“

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„In unserer Furcht vor allen Grenzverletzungen entdecken wir, daß wir selbst neu klassifiziert und als Virus eingestuft worden sind. Diesmal sieht der Mißbraucher/Terrorist nicht nur aus wie Du und ich – er ist Du und ich. Die „Obdachlosen sind kriminell“; jene, die nicht „entrĂŒckt“ werden, haben klarerweise „gesĂŒndigt“.“ (Hakim Bey, 1996)

Wie auch immer. Die EinfĂ€ltigkeit allzu vieler Anarchisten und anderer ehrlicher RevolutionĂ€re ist eklatant. In der NaivitĂ€t wird jede bewusste Kalkulation der Herrschenden abgeleugnet, da man sich nicht eingestehen kann, dass man ihnen sowas eben doch nicht zugetraut hĂ€tte. Die klassischen „Verschwörungstheoretiker“, die man glaubte und glaubt, durch Ignoranz bekĂ€mpfen zu können, haben es zwar schon lange gesagt, aber richtig glauben können sie es trotzdem nicht: „die“ wollen uns alle einsperren
 „jaja, bestimmt“ augenzwinker
 aber natĂŒrlich waren „die“ letztlich andere, und die Paranoia des Verschwörungstheoretikers ist immer noch ein Klammern daran, verstehen zu wollen, wie er das ganze demokratisch kontrollieren könnte, ohne Eigentum und Staat anzutasten, also ohne die Grundlagen, welche Machteliten produzieren, anzugreifen. Denn dies wĂŒrde auch seine mittelstĂ€ndische Position in Frage stellen, „gute Macht und böse“, christlicher Dualismus in massenverblödeter Form. Aber die Reaktion vieler, allzu vieler, auch Anarchisten, ist jene, einfach so zu tun, als wĂ€re so ein Lockdown halt Business as usual. Als hĂ€tte sich nichts geĂ€ndert. Halt einfach eine Entwicklung des Systems – als hĂ€tte man das ohnehin erwartet. Dass man anfang 2020 ohne vorhergehenden Aufstand, ohne massive gesellschaftliche Konflikte, MilitĂ€rputsch, u.Ä., plötzlich nicht mehr auf die Strasse darf – „ohne triftigen Grund“, keine Versammlungen mehr stattfinden, keine Feste, kein gar nichts. Das will man vergessen. Und allzuoft ebenso, was fĂŒr ein Teil konformistischer Dynamik man selber war, wie man selber eben konformistisch reagiert hat. Aber das zu vergessen, spielt nur der Herrschaft in die HĂ€nde. Vielmehr sollten wir uns doch selber fragen: „wieso habe ich so reagiert?“ Paralysiert, medienglĂ€ubisch
 wieso mich daran gehalten
 wenn es denn so war.

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WĂ€hrend ich mir z.B. persönlich immer gedacht habe, man hĂ€tte noch ein paar Jahre Zeit, bis man im totalitĂ€ren Dystopia aufwacht, und man befinde sich dann im Untergrund – bestimmt bewaffnet
 was weiss ich
 wenn ich mir also ein solches Szenario ausgemalt habe, in irgendwelchen TagtrĂ€umen, so immer auch, dass sich dadurch etwas massiv Ă€ndern wĂŒrde. „Bis hierher und nicht weiter!“ Irgendwann ist das Fass voll
 Und wie wenig habe ich so reagiert? Und wie wenige um mich rum haben so reagiert? Und natĂŒrlich haben wir reagiert. Nicht nur reagiert, wir waren sogar ziemlich agil. Und wer sonst konnte das von sich sagen? Aber trotzdem


Die Antwort auf die Situation war unangemessen – weil sie uns auf kaltem Fuss erwischt hat. Weil die Szenarien, welche wir erwarten andere waren. Weil wir eigenen Analysen zu wenig getraut haben. Und weil der Angriff schlicht und einfach unerwartet kam.

Und nun versuchen alle diesen unangenehmen Moment zu vergessen – damit es das nĂ€chste Mal wieder so ist? Oder sind wir am Brodeln. Am Nachdenken, um das nĂ€chste Mal solch einen kritischen Moment der Macht ausnutzen zu können. Und: was heisst das nĂ€chste Mal? Ist es denn ĂŒberhaupt fertig?

Haben wir uns schon „an die neue NormalitĂ€t“ gewöhnt? Unsre neuen Nischen gefunden, oder alte wieder eröffnet? Sind wir wirklich fĂ€hig, so zu leben?

Es wÀre beschÀmend


Puh, das war mal ein Bombentrack! Auch wenn der Schluss etwas seicht war, meiner Meinung nach. Aber zumindest hatte er zwischendrin einen richtig hÀmmernden Effekt, gings euch nicht auch so?
.


.uuuuund in den nĂ€chsten Sendungen erwarten euch noch mehr Remixe, einige davon bombastisch, einige wieder featuring Antifa, und bei einem Remix haben wir sogar ein featuring mit einen Promi auftreiben können: Billy Gates!!! Wer weiss ob uns Indymedia dann noch mag? Wer weiss ob die Linke das ĂŒberleben wird? Billy Gates wird mit uns einen exklusiven, martialischen, Pandemdiestufe 666 mix machen, soviel sei schon einmal angedeutet! Aber genug fĂŒr heute, Kinder. Es war eine nice Show und wir hören uns in bald wieder, haltet die Ohren steif!

Chrrrrz
 pfffff
 tssssssssssss.. chhchchch

50 Shades of Lockdown

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pfffrrzzz
. kkkkz
.

MĂŒnchen ausser Kontrolle
 hundertfĂŒâ€Š

Pfffrrrz
. kcchhrrz. 
.

50 Shades of Lockdown

Iiiich habe die Schlagzeilen jetzt nicht zur Hand, aber ihr werdet es in Bayern kaum ĂŒbersehen haben: Skandal. 150 Leute feiern ein Fest. «MĂŒnchen ausser Rand und Band»? Schön wĂ€rs
 vielmehr ist heute Skandal was bis vor kurzem die letzten Jahrtausende normal war – Fremde feiern zusammen und kommen sich dabei unkontrolliert nahe. Ganz offensichtlich zuviel fĂŒr jene, welchen die AHA-Regel schon als ihre neue Komfortzone gilt.

Auch ich war einer der «150» PartygĂ€nger. Selbst habe ich allerdings nicht – wie man vielleicht erwarten könnte – aufgelegt. Vielmehr liess ich mich in den stickigen Gewölben etwas zur Musik gehen – und bin durch MĂŒdigkeit vom Tanzen dann doch «zu frĂŒh», oder besser: gerade noch frĂŒh genug nach «hause» gegangen.

Vor allem hat mir der atzig-primitive Hooligan-Techno gefallen, wĂ€hrend mich das hin und widrige Abgleiten in poppige Gefilde eher weniger hingerissen hat. Aber auf jeden Fall eine Abwechslung wert, so was, hin und wieder zumindest
 ein gutes Fest – es empfiehlt sich


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«Ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich an die Regeln halten»? Nun gut! Und zur Feier des Skandals und um die Schmach der Regeltreue noch schmachvoller zu machen, verschiebe ich den nÀchsten «Das Elend der Linken»-Remix auf andermal. Billy Gates konnte ohnehin nicht, und auch die Antifa lÀsst sich nicht im Studio blicken. Heute deshalb also viel passender: FIFTY shades ooOOF LOCKDOWN!

Hier in einem rustikalen, teilweise geschmacklosen Mix, der fast so abgeschmackt und surreal ist wie die uns umgebende RealitĂ€t. Anstatt nun also noch hunderte Male zu schleifen, um die sensiblen GemĂŒter des Publikums nicht allzu sehr zu strapazieren, hier ein Mix, ein Schlag ins Gesicht wie von einem Hooligan!

Andere mögen in der Selbstzensur eine Tugend sehen – wir nicht. Und deshaaaaaaalb:

50 Shades of lockdown feat. Themroc (ultimate trigger-mix)

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«Das in sich geschlossene Knast-System hat in Zeiten der Krankheit durchaus Vorteile»

(Drinnen wie Draußen; SĂŒddeutsche Zeitung 13. Mai 2020)

Einiges ĂŒber das sexuelle und emotionale Elend des Stayathome


WĂ€hrend alle von exponentiellen Kurven schwafeln, und dabei gekonnt die sexuelle Aufladung ignorieren – ĂŒber sowas redet man ja schliesslich nicht, vor allem macht man darĂŒber keine Witze. Todernste Gesichter – schliesslich beteiligen wir uns ja gerade an der neuesten Form der Massenmobilisierung zur Abwesenheit. Und das ist schliesslich eine Ernste Sache.

Diese perverse Neigung eines Teils der Bevölkerung, ist er masochistisch? 50 Shades of Grey beschĂ€ftigte doch die Phantasie der ausgehungerten Langweiler des Westens ziemlich ausgiebig. Und warum wĂŒnscht man sich denn so sehr, eingesperrt zu werden? Woran ist da die Lust? Und dann diese Lust an Massenpanik und Denunziation
 Es mag ja jedem sein ganz persönlicher Fetisch gegönnt sein, trotz allem – wenn der Punkt erreicht ist, wo man merkt, dass dieser die eigene Freiheit direkt angreift, sollte es mit der Toleranz vielleicht bald vorbei sein


Ich ĂŒberlasse es anderen Hobby- und auch gelehrten Psychologen, der psychischen Dynamik dieser Orgie des Autoritarismus nachzugehen. Ich bin mit meiner eigenen Paranoia schon genug beschĂ€ftigt, wenn die RealitĂ€t meine Schlimmsten Dystopien ĂŒbertrifft – vielleicht hĂ€tte ich damals doch Verschwörungstheoretiker werden sollen
 dann hĂ€tte die RealitĂ€t zumindest meine Hirngespinste nicht massiv ĂŒbertroffen.

Was mich mehr interessiert (auch aus persönlichen GrĂŒnden), ist, was das Ergebnis dieses Massenwahns auf die Sexualmoral der Gesellschaft sein muss. Auch wenn einige Regierungsstellen nun von ihren Subjekten verlangen, dass sie doch bitte mit ihren Mitbewohnern vögeln sollen, und nicht mit wildfremden, so ist es doch klar, das nicht alle, welche in ihre Kleinfamilien eingesperrt werden, plötzlich Inzest treiben wollen. Zwar mag es sein, dass fast jeder insgeheim oder auch unbewusst Inzestfantasien habe, aber diese auszuleben, wĂ€hrend man gerade zusammen sich zuhause einsperrt, setzt dann eben doch diesen eher bedenklichen Masochismus voraus, welcher oben angesprochen wurde. Und viel eher ist es so, dass in ganz vielen dieser Keimzellen der Gesellschaft zwar einige ihre Inzestfantasien ausgelebt haben mögen, aber wahrscheinlich hat es sich dabei im Grossteil der FĂ€lle um Vergewaltigungen gehandelt. Das ist nun mal einfach naheliegend.

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Und nein, dass alles ist nicht lustig gemeint oder so. Und wenn etwas sehr ernst ist, so der Wahn und die Verblendung, welche ĂŒber diese ganze lockdown-Geschichte vorherrscht. Und es geht weit ĂŒber Missbrauch hinaus. Die sexuelle und asexuelle Gewalt, welche in sĂ€mtlichen Haushalten, welche die Gebote der Regierungen ernst nehmen, losgebrochen sind – Kollateralschaden. Ein offizielle einkalkulierter Kollateralschaden, trotz der anfĂ€nglichen Skrupel einer gewissen Kanzlerin. Und so sind natĂŒrlich die Frauen, welche die FrauenhĂ€user ĂŒberfĂŒllt haben, auch nicht gĂ€nzlich unbeachtet von jenen, welche sich immer um die Opfer gekĂŒmmert haben – den Linken etc. Wie die Obdachlosen, FlĂŒchtlinge, etc. Leave no one behind – sagt man ja in RĂŒckzugsgefechten auf dem Schlachtfelt – im amerikanischen MilitĂ€rjargon. Opfer eines perversen Krieges gegen
 den Virus – du könntest es in dir haben. Ich genauso


Aber was ist mit dem Zweck des Krieges selber? Das heisst, nicht dem Kollateralschaden, sondern dem beabsichtigten Schaden.

Das bezeichnete Ziel ist die letztjĂ€hrige Grippemutation. Aber, wenn man blindwĂŒtig gegen Gespenster kĂ€mpft, in einer ScheinrealitĂ€t, in einem Szenario, das schlicht und einfach gerade nicht stattfindet
 so trifft man eben ganz anderes. Und dabei ist die Absicht unwichtig. Wer im Wahn glaubt, durch die Einsperrung von Menschen in erster Linie ein Virus zu bekĂ€mpfen, der mag sich in seinem Wahn ja WohltĂ€ter dĂŒnken – er verlangt aber real die Einsperrung, Distanzierung usw. von Menschen, welche – sogar bloss möglicherweise – auch die Eigenschaft haben, dass sie ein vielbeachtetes Virus «aufgenommen» haben. «Es in sich haben.» Der Angriff ist zwar auf den TrĂ€ger des Virus – aber dieser wird komplett ausgeblendet. Es geht ja nicht um ihn. Angeblich. Homo homini virus.

Der Zugriff funktioniert, weil der Wahn eben nicht ein individueller, sondern ein Massenwahn ist. Allerdings wohl der weitestmöglich vermasste Wahn welchen die komplett isolierten Subjekte umsetzen. Und er setzt wie angegossen bei einem verbreiteten, paranoiden Wesenszug an, einer panischen Angst vor physischen Kontakt. Vor allem mit Fremden.

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Jedes „du bist unverantwortlich, bleib zu Hause und schĂŒtz die armen Risikogruppen“, beinhaltet nicht nur einen möglichen Kollateralschaden. Sondern eben einen direkten Schaden. Und dieser ist nicht „nur“, dass Menschen eingesperrt werden, oder vielmehr: dass an Individuen der strikte Befehl geht, sich selbst einzusperren (was vielleicht noch widerlicher ist). Vielmehr ist der Effekt sozial, kulturell, individuell
 er ist umfassend. Es ist die Anordnung, eine Vorstellung des Lebens umzusetzen, welche bisher vielleicht irgendwelche Kellerkinder-Nerds gehabt haben. Es ist die Abtötung sĂ€mtlicher Beziehungen, ausser jenen zu den „eigenen vier WĂ€nden“, den darin befindlichen Zeitgenossen und – oftmals vor allem – zu den darin befindlichen GerĂ€ten. Oder dem GerĂ€t, in dem man sich befindet? Wer weiss.

Es rĂ€t sich auch, den Film Themroc nocheinmal zu betrachten, und dass diese surreale Revolte vielleicht immer mehr eine notwendige Fantasie wird. Letzter Ausweg? Er zeigt zumindest die Sackgasse auf, in der sich die Menschen befinden. Eben nicht erst seit gestern befinden. Vielleicht hat ja gerade der Surrealismus genug im Unbewussten gewĂŒhlt, um zur Analyse der nun erklĂ€rten Epoche beizutragen. Wer weiss


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Oder eben die komplette und wortwörtlichste Domestizierung. Verhaustierung. Das alleine vor dem GerĂ€t wixxen. Der von Fanfaren begleitete Einzug ins gelobte Land der VR hinterlĂ€sst die RealitĂ€t menschenleer


Dass das Kapital seine von Grund auf eigene Welt auf erschaffen will, nachdem die Gesellschaft zerstört wurde, die Natur zerstört wurde, was schon eine Zeit her ist, war schon lange klar. Die Grundrisse wurden schon lĂ€nger entworfen, die Fundamente gesetzt, das Feld bereitet – aber jetzt beginnt er richtig, der Aufbau. Der grosse Reset. Auf zum Smart Planet.

Verarmte Beziehungen, durch Technologie vermittelt, und einen gehörigen Abstand. Thats the way, A H A.

Es ist schockierend, das niemand um sich schlĂ€gt. Aber: wahrscheinlich tut es ja wer. Nur – man wird nichts davon sehen. Nichts davon hören.

Es ist schwierig. Denn: wenn die eigene Wohnung das wirkliche GefĂ€ngnis ist – wer wagt es, es zu zerstören. Als GefĂ€ngnis zumindest, immerhin
?

Anders als vielfach angenommen sind wir die Opfer, wĂ€hrend die Insassen von Moria viel nĂ€her an ihrer Menschlichkeit sind, wenn sie „ihr“ Lager niederbrennen! Wer kann hier von wem lernen?

Aber hier, im befestigten FreiluftgefĂ€ngnis Europa, geschlossene Grenzen, komplette Lagerisierung
 War nicht das Lager der „Nomos der Moderne“?

Das Sozialleben ist reguliert, jede Infektionsgemeinschaft isoliert, und Begegnung das Verbrechen, welches verhindert werden soll. Die Barriere fĂŒr jegliche NĂ€he, all das
 ich wĂŒsste nicht wie ich reagieren wĂŒrde, wenn das meine RealitĂ€t wĂ€r!


und einsam und verlassen, frustriert von der x-ten Masturbation in irgendeinem Sex Chat oder vor einem Porno springt sie aus dem 30 Stock. Hurra! Es wollte ja niemand mit ihr Reden. Und vor allem fĂŒrchtete sie sich selber davor. War es nicht gefĂ€hrlich? Und wenn sie jemanden anlĂ€chelte, so drang das leider nicht durch die Maske durch. Und: ist das ĂŒberhaupt ein triftiger Grund – menschliche WĂ€rme? Liebe? Ein LĂ€cheln? SexualitĂ€t? MĂŒsste dir das nicht dein Computer geben? Streichel doch dein Smartphone
 oder geh halt auf Tinder
. – – Und so hat sie sich schön an die Abstandregeln gehalten. Toll, nicht?

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Die Technologie ist von nun an deine RealitÀt. Und diese ist tot.

Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – erinnert dich das Plakat an der Tramhaltestelle.

Nimm dich wahr als im magischen AHA-Kreis stehend, in den niemand eintreten darf, ohne dir zu nahe zu treten. Vielleicht schon ein Übergriff? In deine Blase. Und jaja, es ist ja toll, wenn Leute erzĂ€hlen, dass sie darĂŒber eigentlich ganz froh sind. Toll! Echt sensibel so was zu sagen. Sich alles zurechzureden.

Jegliche sexuelle Spannung wird noch einmal mehr in kontrollierte Bahnen gelenkt, worĂŒber sich die PrĂŒden aller Sorten – und sei es die queerste PrĂŒderie – freuen. Endlich sind meine Grenzen respektiert. Und Tinder hat gewonnen. Tinder und Zoom und was weiss ich.

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Das GefĂ€ngnis soll also jeder in seinem Kopf mit sich tragen. Die Magie dabei ist, dass das ganze angeblich „fĂŒr andere“ getan wĂŒrde. FĂŒr Andere, denen man so helfen wĂŒrde. Toll! Diene deinem NĂ€chsten. Unterwerfe dich.

Aber was rede ich hier von «soll»? Es tun ja schon alle. Es spiegelt nur eine Verwirklichung, eine VerstĂ€rkung und Formalisierung dessen wieder, was ohnehin schon ist
 wird


Homo homini virus macht natĂŒrlich die AnnĂ€herungsversuche unserer Schafe nicht gerade einfacher. Wenn jedes Schaf in seinen individuellen oder PÀÀrchenstall gestellt wird (orgiastische WG’s nach Vorbild der PhalantastĂšres sind wohl die Ausnahme oder sogar ein Mythos), dann kann es sich natĂŒrlich den anderen noch schwerer AnnĂ€hern. Bravo!

Diese hĂ€sslichen Körper, Schleime, SĂ€fte, Speichel
 alles ansteckend! Pass auf, denn da draussen wartet der böse Wolf. Pass auf, da draussen: alles Wölfe, alles Viren


„Versteck dich im Gesamtkondom“, sang einst eine Band diesen Zeitgeist parodierend
 in den 90ern. Da war sowas noch ein bisschen ĂŒbertrieben. Aber heute?

Wer den Traum der Herrschenden trĂ€umt, mag sich darĂŒber freuen. Dem Transhumanismus steht TĂŒr und Tor offen, man muss die Schafe nur ein bisschen einschĂŒchtern – schon hat man sie: im Stall.

Wohin mit diesem Pessimismus? Es ist allzu langweilig, nocheinmal das Elend unertrĂ€glich zu machen indem man es publiziert. Ich will WĂ€nde niederreissen. Ich will alles anzĂŒnden. Was kĂŒmmern mich sĂ€mtliche Viren der Welt, wenn ich emotional verrecke?

Einen Scheissdreck!

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Was kĂŒmmern mich eure Werte, eure Moral und eure Hygiene? Sie ersticken jeden freudigen Lebenstrieb, jedes spontane Aufeinander-Zugehen, jedes Abenteuer mit Unbekannten
 Aber trotz allem findet es noch statt, das Leben! Das Leben ist nicht totzukriegen!

Und es werden schreckliche, unhygienische, unmoralische, unverantwortliche und wilde Feste sein in welchem wir die Grundlagen eurer Zivilisation – deren Wesen das Lager ist – angreifen
 Noch haben wir uns nicht umgebracht! Noch haben wir das Feuer in uns und werden es so gut es geht in reale Feuer verwandeln! Noch wissen wir unseren Wahnsinn im Verbrechen auszuleben! Noch habt ihr uns nicht alle eingesperrt und gezĂ€hmt.

Wir mögen wenige sein, wir mögen verrĂŒckt sein
 aber auf unserer Seite haben wir das Feuer! Das Feuer der Jugend und das Feuer der Revolte und einen direkten Draht zum Leben!

Die Revolution wird eine hochgradig ansteckende Orgie sein oder sie wird nicht sein!

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Jaaaa
. das war doch mal was. Ein bisschen viel Pathos vielleicht, aber dieses ist vielleicht auch nötig, wenn denn die abgekapselten Inseln der erstarrten Iche und deren charakterliche VerhĂ€rtungen etwas angekratzt werden sollen
 auch wenn da natĂŒrlich ganz unterschiedliche Methoden experimentiert werden könnten, wie man sowas aufbricht.

Aber genug fĂŒr heute. Jetzt gehts raus aus dem Studio, in die Welt, die da ja immer noch existiert. Wer weiss, wann die nĂ€chste Corona-Party steigt? Wer weiss, ob ich davon höre oder sie verpasse? Wer weiss, ob der Reiz des Festes nicht noch zum Verderben der «Neuen NormalitĂ€t» werden wird?

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«Die beste Corona-Party wird die soziale Revolution» habe ich letzthin auf eine Parkbank getaggt. Ob sie das wird? Ob da der Optimismus mit mir durchgegangen ist? Es wĂ€re natĂŒrlich dumm, darauf zu warten, auf die Revolution. Vielmehr ist sie ja genau jener Prozess, in welchem Individuen beginnen, die Dinge selber in die Hand zu nehmen. Jaja


FĂŒr heute also Schluss mit dem Virus Radio, vielleicht kommt beim nĂ€chsten Mal ja auch der eine oder andere Promi zu Besuch. Wer weiss
 ich hoffe zumindest, ich verpasse die Sendung nicht. Denn einerseits ist es schon ein ziemlicher Aufwand, so einen Piratensender zu betreiben, und andererseits gibt es ja auch besseres zu tun. Das remixen des Elends der Linken scheint mir zwar irgendwie sinnvoll, aber vielleicht ist es ja auch verlorene MĂŒh. Wer weiss?

Pfffrfrrrkk


CHRZzzzzZ.

Das Elend der Linken – Track 2

Virus Radio

Chhhhhhhhhhhhhhhhhhrz
 ch. ch.. chhh


Fffrrz


Halllooo, liebe Hörers. Heute endlich der zweite Track der Remix-Single DAS ELEND DER LINKEN von DJeiiii Superspreader auf Viiirus Radio, 666 Megahertz. Heute haben wir als featuring verschiedenste konformistische Rebellen eingeladen, wozu scheinbar auch gewisse faule SĂ€cke gehören. Wobei wir ja behaupten, dass fast alle konformistische Rebellen sind, ausser jenen, denen wir sogar jegliches Rebellentum absprechen mĂŒssen. So bekommen darin auch nicht nur die Linken ihr fett weg, aber darum gehts ja auch gar nicht. Vielleicht glaubt manch einer, das passe nun nichtmehr ganz zur Single. Aber, auch wo das Thema in den Hintergrund tritt, und in analytische, allgemeinere und sogar positivere Gefilde abgeschweift wird, findet die Entwicklung irgendwie davon ausgehend (oder besser: weggehend) statt.

Auch gewisse Styles des kommenden Pandemiestufe 666 Mixes werden schon angetönt, ihr könnt also gespannt sein was da noch kommt


Barrikade.info wird heute noch nicht in einem Skit verballhornt, aber bald, versprochen! Denn diese krude Seite, die nichteinmal eine Kommentarfunktion besitzt, ist sogar noch schlimmer als Indymedia. Aber heute einfach nur ein relativ roher Mix fĂŒr die Single, vielleicht bringt ja der wilde Rythmus die einen oder anderen dazu, die Langeweile der grossteils zuhausegebliebenen Linken fĂŒr was besseres einzutauschen, wer weiss?


Mich wĂŒrde das zumindest freuen!

Das Elend der Linken feat. konformistische Rebellen (fauler Sack Mix)

Nun endlich wird wohl bald das GeschĂ€ft abgewickelt sein. Impfstoffe (wahrscheinlich GVO) sind nun mal aber langsam marktreif, und die Pharma hört ihre Kassen schon klingeln. Was fĂŒr ein GeschĂ€ft! Seit man 2009 die Definition einer Pandemie kurzerhand umbenannte, also diejenige der WHO, und – folgerichtig – die einer ganzen gedĂ€chtnislosen Welt
 seit dieser (nun) folgenreichen Umschreibung bĂŒrokratischer Klauseln, hat sich die neue Definition schon aufs Beste bewĂ€hrt. Zwar wirft man immernoch mit drohenden und anderen Todeszahlen um sich, mal geht es um die drohende ÜberfĂŒllung der Intensivstationen, schon geht es um die eigentliche komplette Aufhaltung der Verbreitung, manchmal auch darum, dass möglicherweise auch das jeweils lokale heruntergekommene Gesundheitswesen keine leicht ĂŒberdurchschnittlichen Grippewellen mehr vertrĂ€gt
 aber eigentlich ist das ja alles letztlich egal. Zumindest fĂŒr die WHO. Darum, die Pandemiestufe 6 und ihre Konsequenzen plausibel zu erklĂ€ren können sich gerne die Staaten, die Medien, oder am besten die Masse der BĂŒrger selbst kĂŒmmern. Hauptsache das GeschĂ€ft lĂ€uft. Wobei das GeschĂ€ft ja eigentlich falsch ist, weil es ganz unterschiedliche GeschĂ€fte sind.

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Denn letztendlich wurde viel mehr daraus, als bloss ein weiterer Werbegag fĂŒr die Pharma, so wie damals mit dem Tamiflu. Ob das alles so geplant war? Wohl haben es sich zumindest einige schon ĂŒberlegt. Denn die allerlei Pandemieplanspiele, welche immer Mal wieder stattfanden, betrachteten sicher auch einige ökonomische Aspekte. Bill Gates etwa rechnet sich schon lĂ€nger aus, dass sich sowas rentieren könnte. Wobei es klar ist, dass die Vorstellung von sowas schon vorhanden war. Oder man denke an die Rockefeller Foundation, welche bereits 2010 ganz interessiert das Lockstep-Konzept als Möglichkeit diskutierte. (Ja, diese Leute gibts, und sie machen ihre PlĂ€ne)

Zumindest ein bisschen mehr als ein Werbegag, vielmehr eine Erpressung eines nicht allzu geringen Teils der Weltbevölkerung, welche durch solche MĂ€tzchen ja eigentlich erst richtig konsitutiert wird. Einer Weltbevölkerung, welche scheinbar nicht (mehr?) fĂ€hig ist, sich selbst ein Bild zu machen, sondern lĂ€ngst die spektakulĂ€r vermittelten Bilder als Schablone (oder Smartphone) vor die RealitĂ€t hĂ€lt. Der Wirklichkeitsverlust hat enorme Dimensionen erreicht, und verlangt nun eine EinwĂ€rtsspirale, hinein in das Unwirkliche der verzerrten ReprĂ€sentationen, da ja gerade die perfekte ReprĂ€sentation der Welt als feindlicher Ort, aus dem der RĂŒckzug die einzige Lösung ist, erfunden wurde. Die unsichtbare Gefahr, welche die Bundesregierung als gespiegeltes Feuer in BrillenglĂ€sern darstellt. Das geht immer weiter hinein, und das Second Life propagiert sich selbst, wobei Vergleiche mit einer Matrix nicht allzuweit hergeholt sind. Die Welt als Phantom und Matrize, analysierte ein Philosoph schon vor gut 60 Jahren Radio und Rundfunk.

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Also hinein mit euch, hinein mit dir. Sei ein Held. Sei faul. Dass einmal der deutsche Staat die Faulheit propagieren wĂŒrde, hĂ€tte man wohl kaum erwartet. Trotzdem tut er es in den gegenwĂ€rtigen Mobilisierungsvideos fĂŒr die allgemeine Abwesenheit, die Vergleiche mit dem Krieg nicht ansatzweise verhĂŒllend, vielmehr hervorhebend. Und ja: auch der Stayathome-Veteran wird ein Idiot gewesen sein, und mit seinem Einsatz und den FolgeschĂ€den anderen gedient haben. Der kĂŒnftige, stolze Opa, der damit prahlt, dass dessen Nerdtum “damals” zur Vorbildhaftigkeit gekĂŒrt wurde, wird die Verachtung verdient haben, welche auch die Kriegshelden verdient haben, der von seinen Schlachten erzĂ€hlt. Auch wenn ich eher denke, dass diese Figur letztendlich fiktiv bleiben wird.

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Das Recht auf Faulheit, welches auch Anarchisten immer mal wieder propagiert haben, ist es nicht mehr lÀnger subversiv? Aber: der Nerd, ist er nicht eben trotz allem produktiv? Ist er nicht sehr arbeitsam? Ist seine Form des Konsums nicht eben auch Arbeit. Oder eben triste perspektivenlose Reproduktion des Kapitals.

Die ÜberflĂŒssigen werden nun in die ZweitrealitĂ€t verbannt, und als Vorbild gilt der, der diesen Weg schon zuvor freiwillig ging. Die Rekuperation der Regierung von arbeitsscheuem Verhalten, wobei sich einige sogar einen Generalstreik herbeifantasieren, ist relativ erfolgreich. Insgesamt ist eine wertkritische, die Arbeit kritisierende Bewegung Grossteils in ungefĂ€hrliche Bahnen gelenkt worden und hat grösstenteils den lockdown begrĂŒsst. Die marxistische Theorie insgesamt hat der gegenwĂ€rtigen UnterdrĂŒckung und Einsperrung eigentlich nichts entgegenzusetzen. Denn wer nur die Ausbeutung sieht und nicht die Herrschaft (um von der Technologie nicht zu sprechen), der sieht eben nur die HĂ€lfte des Problems.

Es ist wahr, dass anfĂ€nglich viele die Situation genutzt haben, um Arbeit & Co. zu schwĂ€nzen. Es ist intelligent, dieses Moment, dass eigentlich nicht so einkalkuliert war und zunĂ€chst der normalen Verwaltung der Bevölkerung eher entgegenstand, dass dieses Moment nun vereinnahmt wird. Es ist notwendig, zu verstehen, wie weit der subversive Gehalt gewisser Gesten entleert wurde und wieweit diese Verweigerungen ĂŒberhaupt so subversiv waren, zumindest da all die Coronastreikenden eben Grossteils ihren eigenen Ausreden auf den Leim gegangen sind und sich nun darin verstrickt haben. Es ist zumindest jetzt offensichtlich geworden, dass diese Verweigerungen eher als Einzug ins gelobte Land der VR verstanden werden mĂŒssen. Das technologische Universum, dass nun den normalen direkten menschlichen Austausch ersetzen soll, kriegt so einen Schub, wobei die Technologie allerdings ohnehin die anstossende Kraft ist. Eben die EinwĂ€rtsspirale verursacht, eine Suchtdynamik, welche eigentlich ja auch allen bewusst ist


Der technologische Prozess wirkt auch subversiv, aber nur um sich selber zu stabilisieren und voranzubringen. Jegliche aufstĂ€ndische und revolutionĂ€re Subversion muss also als erstes vermeiden, in solche Bahnen gelenkt zu werden. Denn diese bedeuten die EindĂ€mmung des Stroms, oder vielmehr dessen Einleiten in den Sog der Technologie, der letztlich produktiv ist. Produktiv fĂŒr die Welt der Technologie und des Kapitals. Da mehr Kontrolle versprechend. Da mehr Information. Und dieses sich selbst zur Information machen, dass gerade ist die neue Arbeit, auch wenn diese gamifiziert ist. Oder sogar nicht nur gamifiziert, sondern effektiv ein Spiel zu sein scheint.

Es ist schwierig, das eigene VerhĂ€ltnis zu dieser RealitĂ€t auszumachen. Es ist klar, dass man nicht ausserhalb ist. Es ist klar, dass die Arbeit zu verweigern nur in ein neues Elend fĂŒhrt, wenn nicht versucht wird, die Arbeit zu zerstören. Die Welt der Arbeit. Diese Welt, die komplett auf der Arbeit aufgebaut ist. Das heisst: nicht zu funktionieren. Dass heisst: gegen die eigene Rolle zu revoltieren. Und diese Rolle ist nun auch die Rolle des “faulen Sacks” (sic!), der zuhause sitzt und gamt. Denn die Macht hat mehr und mehr verstanden, dass jede Rolle und IdentitĂ€t benutzt werden kann. Dass keine von ihnen eigentlich gefĂ€hrlich ist, solange sie identifiziert und ins Schauspiel eingebaut werden kann.

Und das massenmobilisierende Schauspiel, welches ablĂ€uft, hat allzu passende Rollen parat. So etwa der Verschwörungstheoretiker (gelegentlich auch aka. Impfgegner aka. Schwurbler etc.), der als Vogelscheuche vor jeder Kritik hinhalten darf. Eine Vogelscheuche, die erfunden werden mĂŒsste, wenn es sie nicht gĂ€be. So kann jede Form des Hinweises auf gewisse Tatsachen damit kontaminiert werden (etwa Event 201, oder Pandemiestufe 6, oder Schweinegrippe, oder Bill GatesÂŽ rupturistischer “World Health Imperialism”, oder id2020). Wobei damit der QAnon-Bewegung bestens geholfen ist. WĂ€hrend die Oma von Nebenan nun darauf hofft, das Trump uns vom Lockdown befreit. Teile und herrsche, jaja


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Es ist klar, man kann den Lockdown kritisieren, ohne ein Wort ĂŒber Bill & Melinda Gates Foundation, die Geschichte der WHO, Rockefeller Foundation und z.B. Gavi zu verlieren. Das wurde auch zur GenĂŒge gemacht. Es ist ebenso klar, dass es eine Sackgasse ist, einfach auf Gates & Co. abzuflashen. Aber es ist die logische Entwicklung, angesichts der Tatsache, dass die Hypnose durch “Corona, Corona, Corona
” schlicht durch “Gates, Gates, Gates
” ersetzt wird. Jene, welche nun einen Corona-Ausschuss machen, etc., sie reagieren von ihrer Perspektive, und fĂŒr sie sind auch die spezifischen Verantwortlichen logischerweise Ă€usserst wichtig. Denn schliesslich will man sie legal zur Verantwortung ziehen. Vielleicht auch lynchen. All das ist soweit verstĂ€ndlich, und: wieso nicht? Aber es bleibt halt in der Dimension eines politischen Spektakels. Der Zuschauer kommt so nicht vom Hocker. Er bleibt Zuschauer oder wird sogar aktiver AnhĂ€nger, geht auf die Strasse
 aber die grundlegende Frage, welche fĂŒr uns spannend ist, wird nicht berĂŒhrt.

Und dann natĂŒrlich der antifaschistische Zuschauer. Er sieht die Nazis aus den Löchern kriechen, und schon wird alles, was sich gegen diese Nazis stellt (wenn ĂŒberhaupt), zum Freund. Die eigene Perspektivenlosigkeit und Kritiklosigkeit lĂ€sst einen nicht verstehen, dass man eigentlich lĂ€ngst Konformismus durchsetzt und die Abweichung von der gesellschaftlichen Norm bekĂ€mpft. Es ist zwar nicht falsch, frei nach Adorno die Leute von Querdenken & Co. als ““konformistische Rebellen”, die sich gegen „das System“ erheben und doch wollen, dass alles so bleibt, wie es ist” zu bezeichnen, wie es die Initiative “AufklĂ€rung statt Verschwörungsideologien!”. Aber so wie Adornos Kritik dadurch der LĂ€cherlichkeit preisgegeben wird, dass er den Studenten die sein Institut besetzten die Bullen auf den Hals hetzte, so entzieht auch diese Kritik sich selbst den Boden, da man die Querdenker nicht in der Rebellion sondern im Konformismus ĂŒberbieten zu wollen scheint. Und auch zur AufklĂ€rung trĂ€gt man eigentlich nichts bei. Zumindest fĂ€llt es mir schwer zu sehen was


Die Art des Angriffs gegen diese oppositionelle Bewegung erleichtert folglich die Selbstinszenierung der Faschisten als subversive Rebellen umso mehr. Das alles ist offensichtlich. Und mit den Maskenfetischisten, welche sich zurechtreden, dass es keinen Maskenzwang gĂ€be (oder wieso wird dann verschiedentlich Maskenzwang in AnfĂŒhrungszeichen gesetzt?), lĂ€sst sich eben kaum gegen autoritĂ€re Ideologien argumentieren. Die ideologische VerbrĂ€mtheit ist kaum zu ĂŒberbieten. Und der Antifant eben eine Rolle, welche die Macht lĂ€ngst zu benutzen versteht. Welche man zu mobilisieren versteht. Wobei “die Macht” und “man” natĂŒrlich etwas allzu anonym ist.

Die Polizei sĂ€ubert natĂŒrlich jetzt die eigenen Reihen von den Faschisten, da man einen Putsch befĂŒrchtet, wobei man wiederum der sich formierenden faschistischen Bewegung, ob nun unter dem allesvereinenden Q oder reichsbĂŒrgerlich oder anders, neue Dynamik gibt. Das alles ist nĂŒtzlich. Teile und herrsche, versteht sich.

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Der Zuschauer ist verwirrt, er hat noch mehr Angst vor Kritik oder er geht den blödesten Kritikern in die HĂ€nde, die sich finden lassen. Wobei man sagen muss, dass noch nicht alles komplett verblödet ist. Ein Wodarg z.B. scheint ein ganz nĂŒchterner Referenzpunkt. Aber RĂ€tedemokratie, Imperative Mandate und all so Zeug bleibt halt Flickwerk und ist letztlich nur ein Ausweichen vor der kompletten Infragestellung jeglicher Herrschaft. Aber ob Seiten wie Rubikon wirklich eine Zweigstelle Richtung QAnon und Verblödung sind, oder ob nicht manch einer darĂŒber mehr und mehr zu einer subversiven und radikaleren, vielleicht sogar anarchistischen Kritik durchdringen mag, das wird sich wohl noch zeigen. Schlimmer als z.B. die SZ ist Rubikon zumindest allemal nicht. Denn diese fĂŒhrt direkt in den kompletten Coronawahn, wĂ€hrend sie mit einer Redaktion die Stayathome praktiziert wohl ganz formell sĂ€mtlichen journalistischen Anspruch aufgegeben hat und zeitweise schlicht und einfach irgend ein Bild der Welt herbeifantasierte. Aber lesen sollte man vielleicht ohnehin beides, und alles, und den Horizont nicht auf die eigene Blase beschrĂ€nken. Denn gerade diese reproduzieren sich ja immer besser, wobei Zensur und individualisierte Ergebnisse das nötige dazutun, dass sich alles immer schön selbst bestĂ€tigt.

Aber ohnehin: im Postfaktizismus sind Tatsachen und Annahmen an IdentitÀten und Rollen gebunden. Und so ist alles kontaminiert (nicht nur mit Corona (-;). Und wÀhrend die eine RealitÀt der einen Partei gehört, gehören der anderen andere Tatsachen etc. Und so wird es verwaltet, lÀsst es sich am besten verwalten. Und eigene Analyse macht ohnehin fast niemand mehr.

Und letztlich sind es alles Leute, die ihre GeschĂ€fte abwickeln. Ihre Interessen verteidigen. Oder dich mobilisieren wollen. Von Ken Jebsen zu Korrektiv, von Bill Gates zu Trump, von Söder zu Bolsonaros, von der Sozialdemokratie zu QAnon, von Widerstand2020 zur Rosa-Luxemburg-Stiftung, von Links bis Rechts, ĂŒber die Mitte
 von Drosten bis zum Corona-Ausschuss
 ja: von Querdenken bis zur Antifa
 alle werden sie dich nicht befreien und nicht beschĂŒtzen. Sie wollen mit dir Kapital machen, und sei es ideologisches oder politisches Kapital. Sie wollen diese Gesellschaft verwalten, auf die eine oder andere Art und Weise. Verteidigen deren Grundlagen. Sie reprĂ€sentieren keinen anderen Horizont als jenen, der dich auf einen Zuschauer oder ein RĂ€dchen reduziert oder als Kanonenfutter verheizt, alleine zuhause oder wieder bei der Arbeit
 wobei die Möglichkeit wirklicher Befreiung verbaut wird.

Angesichts dieses Bombardements mit Scheisse, indem man nicht mehr weiss, wo einem der Kopf steht, stehen soll
 ist das beste vielleicht eine gehörige Dosis Ignoranz! Kopf nach unten und raus und ein Feuer gelegt oder etwas zerdeppert oder geplĂŒndert. Die totale Revolte ist wohl das einzige, was noch ĂŒbrigbleibt. Die Ablehnung jeder Verantwortung fĂŒr eine Welt, in der wir gefangen sind. Generalisierte Meuterei! Das Aufnehmen der einzigen “Verantwortung”, die real und drĂ€ngend ist: sich die Mittel zu geben, um aus dieser Scheisse endlich rauszukommen. Um diese Zivilisation zu zerstören, mit samt ihren Computern, Antennen, Medien, Journalisten, Gurus, Politikern, Pharmazeutikas, Wohnblocks, ArbeitsstĂ€tten und Autobahnen
 auf das nichts mehr ĂŒbrig bleibt von ihrer Wissenschaft, der Gentechnologie, der Bevölkerungspolitik, ihrer Medizin ebenso wie der Religion und Mystik, welche diese begleiten.

Ja, das ist der einzige Ausweg aus dem Dilemma. Denn nur so werden wir vielleicht irgendwann nicht mehr verwaltet, registriert, getrackt, in Rollen gepresst, kategorisiert, ausgebeutet, unterdrĂŒckt und eingesperrt werden. Ansonsten können wir sicher sein, dass es so weitergeht. Oder ist es nicht so?

Jaja, traritrara
 das wars dann fĂŒr heute. Neue Remixe kommen bestimmt, denn es ist uns wert, diesen Scheiss zu analys- und dokumentieren. Auf dass niemand die ganzen Peinlichkeiten vergesse! Auf dass nicht nach dem Krieg alle behaupten, sie wĂ€ren auch dagegen gewesen. Auf dass die Dolchstosslegende 2.0 der Wahrheit entspreche! Der Wahrheit einer fĂŒrchterlichen, verbrecherischen sozialen Revolte!

Deshalb also die Blossstellung des Elends der Linken, in der sich schon so manche ehrliche Rebellion verlaufen hat und versickert oder versumpft ist. In welchem etliche Anarchisten, Chaoten und unermĂŒdliche Revolteure nach wie vor allzu tief drinstecken und festsitzen. Und welche allen andern als die Sackgasse entpuppt werden muss, die sie ist


Yoah! TschĂŒss und bis zum nĂ€xten mal!

Chizihizi
 tsiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
 Chrr.

Zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz


Das Elend der Linken – Track 3

Seit der baiuwarische Verfassungsschutz verwirrt feststellte, dass die „Linksextremen“ in der „Coronakrise“ scheinbar regierungstreu geworden seien (was ja auch stimmt), scheint es mir, dass zur Linken eigentlich nicht mehr allzu viel gesagt werden muss. Solches Lob sagt eigentlich alles aus. Ebenso ist mit Zerocovid die linke Szene auch endlich dazu ĂŒbergegangen, sich zu spalten. Wir sagen: gut so!, aber, ihr lieben (angeblichen) RevolutionĂ€re: noch eine Anstrengung, wenn ihr die Anarchie wollt! Denn solange ihr den Kadaver der Linken wiederbeatmen wollt, werdet ihr immer nur neue AutoritĂ€ten und neue Kompromisse zĂŒchten, werdet ihr eine Bewegung (re-)produzieren, die euch in die eine oder andere Sackgasse fĂŒhrt, anstatt zur sozialen Revolution.

Auch wenn es eigentlich also gute Argumente gĂ€be, die Remixe des Elends der Linken hiermit ein fĂŒr alle Mal einzustellen, da die Kritik und Blossstellung ihres Elends lĂ€ngst in aller Munde ist, lege ich hier nocheinmal nach, mit einem klassischen Remix von Skits und Styles ĂŒber die Linke in der alten NormalitĂ€t. Dabei benutze ich Material, dass wir nie zuvor veröffentlicht haben. Schon vor Jahren produziert (ca. 2012), hatte damals der Anlass sein Haltbarkeitsdatum schon ĂŒberschritten (irgendeine widerliche Unschuldskampagne Ă  la “Antifaschismus ist legitim, nicht kriminell”), weshalb dann das ganze nie so ganz vollendet wurde und seinen letzten Schliff verpasst hat. Heute passt es wie die Faust aufs Auge und zeigt nocheinmal auf, dass die gegenwĂ€rtige Misere schon lĂ€ngst prognostiziert werden konnte. Damit im Nachhinein keiner behaupten kann, die Linke wĂ€re vorher nicht schon ein Hindernis auf dem Weg zur Befreiung gewesen – und dass die Freunde und Freundinnen der Anarchie dies nicht schon lĂ€ngst festgestellt hĂ€tten (und zwar auch anderswo).

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Weiterhin also die hĂ€rteste Mucke auf Virus Radio, die dir deinen Nuckel raushaut. Aber noch besser als Radio ist es natĂŒrlich: Live
 À propos Live: da kommt mir ein alter Witz ĂŒber das Fusion Festival in den Sinn, der bei jenen anarchoiden PartygĂ€ngern zirkulierte, die diesen linken Karneval aus den einen oder anderen guten oder schlechten GrĂŒnden trotzdem immer besucht haben: NĂ€mlich, dass die stalinistischen ZaunwĂ€rter, welche seit einigen Jahren die Grenze der Fusion beschĂŒtzen, eigentlich nur trainieren um die kĂŒnftigen Gulags zu verwalten
 In der Neuen NormalitĂ€t sind ja nun allzu viele schlechte und gute Witze in ErfĂŒllung gegangen, und dieser gehört ganz bestimmt dazu. Wenn die Linke nun langsam wieder aus den Stayathome-Löchern kriecht, so also nur um zu experimentieren, wie man – oder sie – die Neue NormalitĂ€t besser verwalten kann
 aber eben, das haben wir ja alles schon prognostiziert, dazu muss man nur die letzten paar Sendungen hören.

Wenn der Superspreader von Live spricht, dann meint er natĂŒrlich nicht den live selbstverwalteten Tanzgulag. Denn “Keine Fusion um jeden Preis” ist ihm natĂŒrlich allzu lasch, vielmehr will er um jeden Preis keine Fusion mit den Linken, und feiert lieber mit der verwirrten lost youth, die sich tĂ€glich ihr Katz-und-Maus-Spiel mit den Bullen liefert, als mit diesen konformistischen Idioten!

Prosit also, hier kommt der Remix. Reisst vom Kadaver los was ihr könnt


Das Elend der Linken feat. Antifa (old school Rettungsring-Mix)

Die Nazis. Eine ganze Szene scheint sich an ihnen zu orientieren. An den Nazis. Nein, wir reden nicht von den Nazis selber. Wir meinen die Antifa. Die Nazis sind ein Problem. Klar. Die Bullen, die Rechte und die Linke, das Bestehende insgesamt, sind ein Problem. Die Nazis sind unsere Feinde. Die Bullen, die Linke und die Rechte, das Bestehende, sind unsere Feinde. Es gibt keinen Grund sich auf einen dieser Teile als das ultimativ Böse zu beziehen, auf das, was dann unsere ganze (Negativ-)Definition ausmacht.

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Jeder ist antifaschistisch. Ein jeder, der nicht so bescheuert ist, sich nicht auf diesen linken, ach so viel sagenden Nenner zu beziehen
 Die Stasi, die AktivistInnen, und deine Mami ist antifaschistisch. Weil der Faschismus ja die ultimativ böse Ausformung der Boshaftigkeit ist.

Die Antifa ist so vieles. Antifaschismus bedeutet so viel, er reicht von BĂŒrgern bis zu RevolutionĂ€ren, von linken Reformisten bis zu blablabla. Der Antifaschismus, was ist heute seine Bedeutung? Ein gemeinsamer Nenner, der RevolutionĂ€re und die miefendsten linken BĂŒrger gemeinsam auf die Strasse bringt, im Namen einer Ideologie, die ihnen allen das GefĂŒhl gibt, die Guten zu sein. Der sie dazu bringt, die Bullen, das Bestehende insgesamt, zu ignorieren, um gegen die Schlimmsten, die Faschisten auf die Strasse zu gehen. Eine Ideologie, die zumindest die Linke – von oben bis unten – sich vertragen lĂ€sst, sie ihre Differenzen vergessen lĂ€sst, ist praktisch
 Fragt sich nur fĂŒr wen


Wer profitiert davon, wenn alle mit einem destruktiven Hass auf das gesamte Bestehende sich mobilisieren lassen, um gegen die FaschistInnen auf die Strada zu gehen, die ja offensichtlich auch den Demokraten ein Dorn im Auge sind (schliesslich konkurrieren diese beiden um die Macht, die Faschos als die Bösen, die Demokraten als die Guten). Wer profitiert davon, wenn wir vom Bestehenden als TotalitÀt ablassen, und nicht mehr mit der Gesellschaft brechen, sondern sie umarmen, zumindest ihren linken, liberalen Arm. Wer profitiert davon als die Verteidiger des Bestehenden, die ihre Scheisse damit noch besser funktionieren sehen?

Problematisierung

Der Antifaschismus wird davon abhĂ€ngig, mit was fĂŒr einer Sorte AntifaschistIn wir gerade sprechen, entweder als etwas total rrrrevolutionĂ€res abgehandelt, oder als etwas, dass einfach den bestehenden Staat beschĂŒtzen soll. Das macht das hybride Wesen des Antifaschismus aus. Die autonome Antifa ist stolz darauf, die BĂŒrger manchmal sogar zu einem „militanten Angagement“ zu bringen, wĂ€hrend sich die BĂŒrger das als moralischeres AktivbĂŒrgertum durchgehen lassen, legitim, was nun hankerum auch die autonomen Antifas fĂŒr sich in Anspruch nehmen (die LegitimitĂ€t). Da finden sich beide Teile im Kampf gegen ihre „Kriminalisierung“, die einen aus offensichtlichem Legalismus, die anderen aus dem BedĂŒrfnis, auch mal legalisiert fĂŒr die Zerstörung der Gesetze zu kĂ€mpfen. Beide finden sich also in einem radikalen Reformismus, den einen gefĂ€llt das Radikale, den andern der Reformismus


Nun, da sich beide Teile des Antifaschismus militant gebĂ€rden, halten dies die einen fĂŒr einen Schritt zur Revolution, wĂ€hrend die anderen das Ganze klarer als eine Erweiterung ihres linken AktivbĂŒrgertums sehen. Zu denen, die sich das Ganze als revolutionĂ€re Aktion erhoffen, an welche wir uns schliesslich auch richten: mensch ist nicht einfach revolutionĂ€r, nur weil er Gesetze bricht, wie das Beispiel der Suffragetten zeigt, die ihre ganz sympathischen Aktionen fĂŒr das Frauenstimmrecht verschwendet haben
 (WĂ€hrend einige sich anschliessend so an den Aktivismus gewöhnt haben, dass sie in ganz anderen Dingen weitergekĂ€mpft haben (die auch nicht revolutionĂ€r waren), war das Ganze trotz allem eine agressive Selbstintegration ins Bestehende) Ganz allgemein ist dann das die OberflĂ€chlichkeit des Aktivismus, sich an der (gemeinsamen) AktivitĂ€t aufzuhĂ€ngen, die ganz toll ausschauen kann, aber ĂŒbersehen, dass innerhalb ganz verschiedene Motive, eigentlich unvereinbare Richtungen bestehen, die konkurrieren. Es dominiert meistens nicht in Richtung Bruch mit dem Bestehenden! Und falls es dazu tendieren wĂŒrde, wĂ€re es auch ein Bruch innerhalb der Antifa


Denn: Antifaschismus als einziger Inhalt ist an und fĂŒr sich nicht revolutionĂ€r, sondern eben nur antifaschistisch. Es ist das Ausblenden aller anderen Konflikte um den Faschismus zu verhindern, und der gemeinsame Boden, auf dem die antifaschistische Querfront steht, ist diese Gesellschaft. Die Antifa ist der Rettungsring (Daher auch das Antifa-Logo, das einen Rettungsring darstellen soll. Weimar vor dem Faschismus retten heisst aber Noske zu vergessen), der uns alle wieder ins Boot zurĂŒckholt. Einzig ein revolutionĂ€res Projekt bietet ĂŒberhaupt die Chance diesen Boden, auf dem eben auch der Faschismus wĂ€chst, endlich zu zerstören. Und vielleicht irgendwann mal nicht zwischen der einen und der anderen Scheisse wĂ€hlen zu mĂŒssen, sondern die reale Möglichkeit der Freiheit zu haben.

(
)

Aber es ist klar, an diejenigen AntifaschistInnen, die Politiker sind, irgendwelche NGOs, KleinbĂŒrger und Paraparteimitglieder wenden wir uns nicht. Wir wenden uns an diejenigen autonomen Antifas, die zwar irgendwie das System scheisse finden, aber halt trotzdem bloss eine radikale Linke sein wollen. Diejenigen die zwar eigentlich auch alle Staaten abschaffen wollen, aber doch nicht so richtig, denn wenn die Bullen die Nazis bekĂ€mpfen
 Und die Gesellschaft
 Diejenigen, die mit revolutionĂ€ren Parolen um sich werfen um dann trotzdem den Sozialstaat irgendwie ganz gut zu finden.

Die heroische Geschichte des Antifaschismus

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Und die traurige Wahrheit ist, dass die meisten Antifas nichts als der verlĂ€ngerte Arm des Staates sind, auch wenn sie das vielleicht nicht sein wollen, sie reproduzieren und erhalten den Status quo, wenn ihre AktivitĂ€t nicht ĂŒber die der Antinazipolizei herausgeht. Einfach „die Gesellschaft“ – dieses Heiligtum – gegen die Nazis verteidigend, vergessend dass die Dichotomie links/rechts nur die wahren Konflikte verschleiert, dass die Gesellschaft heute einfach ein abstraktes Verwaltungsorgan ist, herumspukend in den Köpfen der BĂŒrger, um die schlechten Teile (und seien sie auch die Nazis) zu neutralisieren.

Aber es ist klar: Es sind dieselben, die Dresden abgefeiert haben, da hier seit langem wiedereinmal die tolle Antifaeinheitsfront realisiert wurde. Danke Amerikkka, ihr habt uns vom Faschismus befreit. Durch einen Krieg, der fĂŒr die Befehlshaber natĂŒrlich nicht in erster Linie ein riesen GeschĂ€ft ist, sondern aus reinsten humanitĂ€ren Motiven. Unsere Befreier


Doch: „weil der Mensch ein Mensch ist, kann er sich nur selbst befreien“ heisst doch, das uns keine Armee befreien kann, dass nur wir es sind, und nicht irgendwelche FĂŒhrer, die uns von jeglicher Knechtschaft befreien können (und wollen)
 aber, es schleicht sich im Liedtext auch wenige Zeilen spĂ€ter gleich ein Fehler ein, der auf den nicht genug hingewiesen werden kann: die Arbeitereinheitsfront. Dass der Faschismus so restlos gesiegt hat, liegt auch an der beinahe-Abwesenheit von RevolutionĂ€ren [Anm. Superspreader 2021: Oder viel eher an deren Bolschewisierung? Egal, hier ist nicht der Ort fĂŒr geschichtliche Genauigkeiten], und eine linke Einheitsfront verwirrt höchstens die Fronten, wie diejenige zwischen UnterdrĂŒckten und UnterdrĂŒckern, Ausgebeuteten und Ausbeutern, zwischen denjenigen, die fĂŒr die Zerstörung dieser Gesellschaft kĂ€mpfen und denen, die bloss zu ihrer Perfektion beitragen wollen. Wir können auch einen der wenigen aus dieser Zeit sprechen lassen, der das Ganze ein bisschen klarer sah und alles unternommen hat, um nicht bloss den Nationalsozialismus zu zerstören und danach damit auch nicht aufgehört hat:

“Weil wir die bestehende Ordnung angreifen, nennt man uns Unruhestifter und gefĂ€hrlich. Wohlan denn, wir sind gefĂ€hrlich! Wir sind beides: asozial und zerstörerisch, da wir ein System beseitigen wollen, das auf soziale Ungerechtigkeit aufgebaut ist; Weil wir den Staat vernichten wollen, der die Inkarnation von Gewalt und Vernichtung ist. Wir sind unmoralisch, weil wir entschiedene Gegner der stagnierten Koden und Traditionen sind und die herrschende Moral des Staates bekĂ€mpfen, die die ReichtĂŒmer der Bevorrechtigten beschĂŒtzt gegen die Besitzlosen; den Krieg mit all seinen Vergeltungen, Greuel, Massendemoralisation und Vernichtung heiligt im Interesse des Profits; und willkĂŒrlich das Denken der Massen mit allen Mitteln der Propaganda vergiftet. Wir stellen uns bewusst ausserhalb der Gesetze, weil wir die Gesetze, die sich auf dem Recht des Besitzes aufbauen verwerfen. Wir weigern uns, dem Zwange des Staates zu gehorchen, der die Menschen ihrer elementarsten Rechte der Selbstbestimmung beraubt und sie zwingt, den Gesetzen des eigenen Gewissens entgegenzuhandeln. Wir sind asozial, weil uns ein ununterdrĂŒckbares GerechtigkeitsgefĂŒhl treibt. Wir sind zerstörerisch, weil wir von einem konstruktiven Instinkt geleitet werden. Solange wie die gegenwĂ€rtige soziale Ordnung die Wohlfahrt ihrer Institutionen höher stellt als die Wohlfahrt des Menschen; solange Staat und Kirche dem Menschen ĂŒbergeordnet werden; Besitz mehr gilt als Menschlichkeit; orthodoxe Sittenregeln mehr als das Gewissen; werden wir nicht aufhören die Bollwerke der konstituierten AutoritĂ€ten zu bestĂŒrmen und unterhöhlen, werden wir nicht davon lassen, den faulen Frieden der Gewissenlosen zu stören, werden wir nicht unsere BemĂŒhungen aufgeben, um die kĂŒnstlichen Gitter niederzureissen, die die Gemeinschaft verhindern; werden wir nicht nachlassen, die Betrogenen zu Rebellion zu reizen!”

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Wir brechen mit dem Partisanenmythos und mit der antifaschistischen Einheitsfront. Uns ist die Geschichte nur allzu bewusst und wir vergessen unsere GefĂ€hrten nicht, die nach dem zweiten Weltkrieg in Italien von der KP fĂŒr Jahrzehnte weggesperrt wurden, wĂ€hrend die Faschisten amnestiert wurden. Sie wurden weggesperrt, denn sie haben schon vor dem offiziellen Beginn des Widerstands gekĂ€mpft. Und sie haben gegen alle AutoritĂ€ten gekĂ€mpft – der KP natĂŒrlich ein Dorn im Auge. Wir vergessen nicht, wie die KPD versucht hat, den Widerstand zu kontrollieren und jegliche (von ihr) unabhĂ€ngige Initiative zu unterdrĂŒcken oder zu vereinnahmen versucht hat – schon vor 1933 natĂŒrlich. Wir vergessen nicht Kronstadt, und dass dieses nur ein viel zu spĂ€tes Symbol war. Genauso wenig, wie wir vergessen, dass die KPD gemeinsam mit der NSDAP Wohnstreiks gemacht hat. Wieviele von der KPD direkt zur NSDAP ĂŒbergelaufen sind. Vom RFB zur SA? Durchaus keine Ausnahmeerscheinung.

Wir vergessen aber auch nicht, wie zu viele Anarchisten plötzlich KriegsbefĂŒrworter wurden. Wir vergessen auch nicht, dass die antifaschistische Einheitsfront in Spanien maßgeblich (fĂŒr die Anarchisten – zumindest nannten sie sich so – ins Parlament gingen und alle Prinzipien sausen gelassen haben) fĂŒr die Verhinderung der Revolution verantwortlich war. Anstatt die damalige Gesellschaft noch viel hartnĂ€ckiger zu bekĂ€mpfen, riefen CNT und FAI dazu auf, wieder arbeiten zu gehen und gemeinsam mit den BĂŒrgern sich im BĂŒrgerkrieg als Armee zu formieren.

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Der Antifaschismus ist also legal? Illegal? Scheissegal?
 Es ist uns nicht wert diesen Begriff, der noch nie inhaltsleerer war, als den unsrigen zu erkĂ€mpfen. Um den Antifaschismus drehen sich allerlei Mythen, und er dient heute vor allem dazu, einen gemeinsamen Nenner zwischen denen zu finden, die sonst keinen haben. Wir kĂ€mpfen gegen den Staat, gegen die AutoritĂ€t in all ihren Ausformungen. Das macht uns viele Feinde. Diese Feinde kommen manchmal als Sozialarbeiter mit offenen Armen auf uns zu und manchmal treten sie uns als Faschist, die stolz darauf sind AutoritĂ€re zu sein, mit aller Gewalt entgegen. Sie können BĂŒrger sein, die die AutoritĂ€t lieben, so wie auch immer sie gerade ist oder Leninisten, die hartnĂ€ckig versuchen, ihr autoritĂ€ren TrĂ€ume zu verwirklichen. Sie alle sind unsere Feinde. Sie auch so zu behandeln ist was wir lernen wollen


Jajaja
 diesen Track hatte ich schon beinahe vergessen, aber er enthĂ€lt, trotz einiger Unausgegorenheiten doch einiges passendes. Es wird auch nicht der letzte Remix des Elends der Linken gewesen sein, trotz allem nicht
 denn mir kommen schon neue Ideen, was es noch zu sagen gĂ€be. Aber Bill Gates wird sich wahrscheinlich nicht hier im Studio sehen lassen. Leider. Er hat nĂ€mlich so viel zu tun zur Zeit und ist auch ganz penibel was Hygiene anbelangt. So verraucht wie es hier in unserem Keller ist, Leute, die sogar husten ohne sich die Hand vor den Mund zu halten, skandalöse ZustĂ€nde allgemein
 und zu allem heran sind wir auch noch ungeimpft!

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Aber nocheinmal ein paar Worte zum Track, der natĂŒrlich veraltet ist. Der historische Teil hapert natĂŒrlich massiv, ist unausgegoren belassen, aber die Tendenz scheint klar. Ebenso sollte festgestellt werden, dass durch den gegenwĂ€rtigen Umbruch der Boden, auf dem die antifaschistische Einheitsquerfront steht, heute die “Neue NormalitĂ€t” ist, wĂ€hrend sie alles bekĂ€mpft, was noch in der alten NormalitĂ€t denkt und handelt (z.B. Querdenker, die vom Grundgesetz oder auch die AnhĂ€nger der noch Älteren NormalitĂ€t, Reichsgesetz (z.B. weimarisch, wilhelminisch oder nationalsozialistisch sei dahingestellt) labern). Im GesprĂ€ch ist es mir auch immer noch vorgekommen, dass einige dieser Antifanten, die mit der Parole “Maske auf, Fresse zu!” (ansonsten waren sie weder als Antifa erkennbar noch sonstwas) gegen Querdenker oder sowas demonstriert haben, behaupteten, sie wĂ€ren gegen alle Staaten. Das glauben sie. Andere glauben, sie wĂ€ren “Söders Truppe”. Und es scheint mir, dass es möglich ist, zu glauben, gegen alle Staaten zu sein und trotzdem zum Stosstrupp eines Staates zu werden (oder zumindest einer “neuen NormalitĂ€t”, was aber eben ein Staat im Sinne eines Zustandes ist). Das ist zumindest die RealitĂ€t der heutigen Antifa, die lĂ€ngst nichtmehr nur Faschisten bekĂ€mpft. Sogar Kleber mit “Anti-egoistische Aktion” werden herumgeklebt, die schwarze und rote Fahne durch Klopapier ersetzt, von “no-borders.net” (Leider hab ich kein Foto gemacht, da ich nicht stĂ€ndig so ne Wanze rumtrag, aber diesen anti-egoistischen Rettungsring der Gesellschaft, den gibts – und wird rumgeklebt, true story!). Wobei diese angeblich Grenzenlosen dabei enden, ganz banale Normen durchzusetzen. Deshalb muss der heutige Remix wohl vor allem als historisches Dokument gesehen werden, welches jenen, die es nicht kommen sehen haben, hilft, sich zu orientieren. Und mir persönlich hilft es, zu verstehen, dass man das logisch gesehen hat kommen sehen. Ein schwacher Trost.

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WĂ€hrend sich die Rechten heute also (belustigenderweise könnte man sagen, wenn die Sache nicht so ernst wĂ€r) darĂŒber beklagen, dass sie nun alle wie FlĂŒchtlinge behandelt werden, wĂ€hrend es ja sie waren, die dem Staat ermöglicht haben, fĂŒr die heutige LockdownrealitĂ€t an FlĂŒchtlingen zu trainieren
 ist die Linke dazu ĂŒbergegangen, zufrieden damit zu sein, wenn alle wie FlĂŒchtlinge behandelt werden – dann wird ja immerhin niemand diskriminiert. “Toll, endlich haben alle keine Privilegien mehr!” Und so bekĂ€mpft die Linke jene, welche wieder das “Privileg” wollen, nicht komplett bevormundet, kontrolliert, schikaniert, etc. zu werden, anstatt sie dafĂŒr zu kritisieren, dass sie dasselbe als Privileg wollen, wĂ€hrend sie Bevormundung, Kontrolle und Schikane ja bei anderen gar nicht so schlimm finden. Und folglich will die Linke die Rechte unterdrĂŒcken und die Rechte die Linke. Oder: beide wollen ihre Form der UnterdrĂŒckung. Wobei mit Zerocovid ja dazu ĂŒbergegangen wurde, dass die totale Festung Europa von Linken fast stĂ€rker herbeigesehnt wird als von Rechten. Die soziale Revolution findet anderswo statt, und diese BĂŒrgerkriegslogik wird niemanden befreien.

Eine grenzpfahllose Welt ohne VaterlĂ€nder, ohne Eigentum und Reiche, ohne Statistiker und Experten, Aparratschiks und Blockwarte, eine Welt ohne Polizei und ohne Kybernetik, ohne BĂŒrokratie und Spekulation, ohne Bevormundung, Kontrolle und Schikane
 solch eine Welt tragen wir im Herzen, wenn wir kĂ€mpfen, mit so einer Vorstellung stĂŒrzen wir uns in den sozialen Konflikt, und da sind Linke wie Rechte wie Mittige unsere Feinde, wobei aber das kleine Risiko interessant ist, dass wir uns trotzdem als Individuen treffen, die selbstbestimmt gegen ihre UnterdrĂŒckung aufbegehren und die Politik hinter sich lassen
 war frĂŒher die Annahme, dass sich solche Leute vor allem unter Linken finden werden, so muss heute gesagt werden, dass diese menschlich mittlerweile oft genauso anwidernd und tief gesunken sind wie irgendwelche offenen ReaktionĂ€re und Rassisten, mit denen es natĂŒrlich keinen gemeinsamen Boden geben kann.

Jaja
 steile These, und geprĂŒft wird sie natĂŒrlich in der RealitĂ€t.

Hab mich natĂŒrlich dazu verstiegen, jetzt trotzdem zuviel ZeitgemĂ€sses zu den Linken zu sagen, obwohl der baiuwarische Verfassungsschutz ja eigentlich schon alles gesagt hat. Das wars fĂŒr heute mit der Sendung auf Radio Virus, 1312 Megaher


Chrrrz


Chhh





Quelle: Anarchistischebibliothek.org