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Bundesweite Großdemonstration: Samstag, 30.04.2022 | 12 Uhr | DGB-Haus | DĂŒsseldorf

Seit dem 17.04.2022 greift die TĂŒrkei massiv die kurdischen Gebiete im Nordirak und Rojava (Nord- und Ostsyrien) an. Tag fĂŒr Tag weitet der tĂŒrkische Staat seinen Krieg auf immer weitere Gebiete aus. Wieder erreichen uns Meldungen, dass die TĂŒrkei chemische Waffen in SĂŒdkurdistans  eingesetzt hat.Der Angriff auf die Berge ist ein Angriff auf das Herz der Guerilla. Die Guerilla der PKK ist die Versicherung fĂŒr die Revolution in Rojava. Sie hindert den tĂŒrkischen Staat daran seine gesamte Armee in Syrien einsetzten zu können.Es ist kein Zufall, dass KobanĂȘ in Rojava parallel zum Angriff der TĂŒrkei auf SĂŒdkurdistan (Nordirak) massiv von Artillerie, Drohnen und Luftangriffen beschossen wird.

Ein Blick in die Geschichte des tĂŒrkischen Kriegs gegen die Kurd*innen zeigt, dass die Genozidpolitik des tĂŒrkischen Staates eine lange KontinuitĂ€t bis in die heutige Zeit hinein hat, unabhĂ€ngig von der Existenz der Guerilla oder der demokratischen Selbstverwaltung in Rojava.

Was ist also der eigentliche Grund fĂŒr die Angriffe? Warum beteiligen sich die NATO und vor allem Deutschland durch ihre fianzielle und politische UnterstĂŒtzung sowie Waffenlieferungen als Komplizen in einem Völkermord? Und warum schweigt der Rest der Welt so ohrenbetĂ€ubend?

Die neoosmanischen Ambitionen Erdogans, aus denen TerritorialansprĂŒche erwachsen, sind ein wichtiger Grund fĂŒr den Angriff. Außerdem steht die Guerilla in SĂŒdkurdistan zwischen der TĂŒrkei und den Ölquellen im Irak. Die TĂŒrkei, bisher eher ein Energietransitland, will unbedingt auch am Rohstoffreichtum ihrer Nachbarn teilhaben. Das ist auch einer der GrĂŒnde fĂŒr ihr regelmĂ€ĂŸiges aneinandergeraten mit Griechenland.Diese Machtpolitik um Territorium und Ressourcen ist eng verwoben mit einer Ideologie die eine legitimatorische Funktion fĂŒr die Politik der TĂŒrkei erfĂŒllt. Diese Ideologie des Neoosmanismus hat eine Wiederrichtung und den Ausbau des Patriachats, mit all seinen antidemokratischen Implikationen, zum Kern. Es kann nicht ĂŒberschĂ€tzt werden wie wichtig es fĂŒr diese Ideologie ist, ihre demokratische Systemkonkurrenz in der Nachbarschaft zu bekĂ€mpfen.
Die Angriffe der TĂŒrkei sind vor allem Angriffe auf die Revolution der demokratischen Moderne.

Das Paradigma der PKK, der demokratische Konföderalismus, steht fĂŒr Geschlechterbefreiung, radikale Demokratie und einem Leben und Wirtschaften nach ökologischen Prinzipien.
Durch sie sind im Nahen Osten anti-patriarchale Strukturen entstanden, in denen Frauen vollumfÀnglich gleichberechtigt an allen Entscheidungen und Prozessen beteiligt sind. In Rojava sind Strukturen entstanden, in denen Bevölkerungsgruppen, die seit Generationen verfeindet waren, heute friedlich und gleichberechtigt in einem demokratischen System, das RÀtestrukturen zu Grundlage hat und somit allen demokratische Mitbestimmung ermöglicht, zusammenleben.

Die PKK lehnt Nationalismus, Sexismus, instrumentalisierte Religion, Macht und Hierarchie radikal ab, ebenso wie sie den Nationalstaat und seine Institutionen als Machtinstrumente des kapitalistischen Systems ablehnt.

Das sind die Werte, welche die Revolution in Kurdistan zu einer Inspiration fĂŒr Menschen in der gesamten Welt, die sich fĂŒr Geschlechterbefreiung, Antikolonialismus, Demokratie und Klimagerechtigkeit einsetzen, gemacht haben.

Und es sind diese Werte, die dem System ein Dorn im Auge sind, und die der Grund sind, warum Kurdistan zur Zeit von allen Seiten brutal angegriffen wird. Gegen Antikaitalist*innen und Feminist*innen stehen europÀische Demokratien und Diktatoren des Nahen und Mittleren Ostens zusammen.
Lasst und gemeinsam gegen die Angriffe auf die Revolution in Kurdistan und das System, das fĂŒr diese Angriffe verantwortlich ist, protestieren.

Lasst uns gemeinsam die Werte unserer gemeinsamen KĂ€mpfe verteidigen! Lasst uns gemeinsam die Revolution der demokratischen Moderne verteidigen gegen das kaptalistische System! Lasst uns gemeinsam kĂ€mpfen gegen UnterdrĂŒckung, Ausbeutung und Zerstörung unserer Lebensgrundlage!

Kommt mit uns am Samstag, den 30.April in DĂŒsseldorf auf die Straße gehen.

LetÂŽs Defend Kurdistan – letÂŽs defend our Revolution! 

www.defend-kurdistan.com




Quelle: Kurdistansolikiel.noblogs.org