MĂ€rz 3, 2021
Von SchwarzerPfeil
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SicherheitskrÀfte eröffnen das Feuer auf Anti-Putsch-Demonstrierende in Yangon, Mandalay und anderswo

Die Polizei setzt TrÀnengas ein, um die Demonstrierenden in Mandalay zu vertreiben


Mindestens 33 Menschen wurden getötet, nachdem Myanmars SicherheitskrÀfte das Feuer auf friedliche Anti-Putsch-Demonstrierende in mehreren StÀdten eröffneten, dem schlimmsten Tag der Gewalt seit dem MilitÀrputsch im letzten Monat.

Die Polizei und das MilitĂ€r haben zunehmend tödliche Gewalt angewendet, um die Demonstrationen zu unterdrĂŒcken, wobei inzwischen mindestens 40 Menschen seit dem Putsch am 1. Februar getötet wurden.

Die Menschenmassen sind weiterhin tĂ€glich auf die Straße gegangen, um der MilitĂ€rjunta zu trotzen, nur mit Schutzbrillen, Schutzhelmen und selbstgebauten Schilden als Schutz. Die Demonstrierenden fordern, dass das MilitĂ€r die Demokratie wiederherstellt und ihre gewĂ€hlten AnfĂŒhrenden freigelassen werden.

Thinzar Shunlei Yi, ein Menschenrechtsaktivist mit Sitz in Yangon, beschrieb die Gewaltanwendung des MilitĂ€rs gegen die Demonstrierenden als „tĂ€gliches Gemetzel“.

Unter denen, die am Mittwoch starben, war eine 19-jĂ€hrige Frau, die in Mandalay erschossen wurde. Bilder, die in den sozialen Medien geteilt wurden, zeigten sie mit einem T-Shirt, auf dem „Alles wird gut“ stand. Ein Teenager wurde ebenfalls getötet. Lokale Medien berichteten, er sei 14 Jahre alt.

SicherheitskrĂ€fte setzten tödliche Gewalt in mehreren StĂ€dten ein, darunter Monywa, wo sechs Menschen getötet und mindestens 30 verletzt wurden, so ein Zeuge gegenĂŒber dem Guardian. Hunderte von Menschen hatten sich zum Protest eingefunden, als die Polizei gegen 11 Uhr das Feuer eröffnete.

Mindestens acht Menschen wurden in einem Viertel in Yangon getötet, nachdem SicherheitskrĂ€fte am frĂŒhen Abend das anhaltende Feuer mit automatischen Waffen eröffneten, wie Reuters berichtet.

Ein Demonstrant, der Zeuge der Niederschlagung im North Okkalapa Township war, sagte dem Guardian, dass das Feuer ununterbrochen war. „Ich werde immer noch an die Frontlinie gehen. Wenn ich erschossen werde und sterbe, dann soll es so sein. Ich kann es nicht mehr aushalten“, sagte er.

Demonstrierende fliehen vor den SicherheitskrĂ€ften in Yangon — Bild: Anadolu/Getty Images


Demonstrierende in der Gegend hatten Straßen blockiert, so dass GefĂ€ngnistransportfahrzeuge, die junge weibliche HĂ€ftlinge transportierten, nicht passieren konnten, sagte der Demonstrant. Die Demonstrierenden hatten Berichte ĂŒber sexuelle Übergriffe auf Frauen in den GefĂ€ngnissen gehört und fĂŒrchteten um die Sicherheit der Insassinnen.

Die Polizei setzte Schleudern ein und feuerte TrĂ€nengas ab, um den Weg frei zu machen, sagte er. Gegen 17 Uhr feuerten die Beamt:innen mit Gummigeschossen auf die etwa 100 verbliebenen Demonstrierenden, dann schossen Soldat:innen mit scharfen Geschossen. Der Demonstrant sagte, dass ein Mann neben ihm angeschossen wurde und ĂŒberlebte, aber sie konnten ihn erst ins Krankenhaus bringen, nachdem die Polizei abgezogen war.

„Ich habe keine Worte, um zu beschreiben, was ich fĂŒhle. Da waren so viele Menschen, die auf der Straße starben. Sie haben auf jede Person auf der Straße geschossen“, sagte ein anderer Demonstrant, der ebenfalls anonym bleiben wollte. „Wir sind keine Terrorist:innen, wir sind Zivilist:innen, wir versuchen, unsere Demokratie zurĂŒckzubekommen. Wir protestieren friedlich, aber sie terrorisieren uns.“

Ko Bo Kyi, ein SekretÀr der Rechtsgruppe Assistance Association for Political Prisoners, sagte, dass am Mittwoch mindestens 18 Menschen von SicherheitskrÀften getötet wurden. Todesopfer wurden in der nördlichen Stadt Hpakant und der zentralen Stadt Myingyan gemeldet.

Die Associated Press berichtete spÀter, dass 33 Menschen getötet wurden.

Hunderte von Menschen wurden allein in Yangon festgenommen, wie Myanmar Now, ein unabhÀngiges Magazin, berichtete. Videos, die in den sozialen Medien gepostet wurden, zeigten Schlangen von jungen MÀnnern, die sich mit den HÀnden an dem Kopf in Armeelastwagen drÀngten.

UnabhÀngig davon zeigten Videoaufnahmen, die von Radio Free Asia veröffentlicht wurden, wie die Polizei einen Krankenwagen anhielt und drei SanitÀter:innen festhielt. Die Bullen griffen sie an, traten und schlugen sie mit Gewehrkolben.

Seit der Machtergreifung des MilitĂ€rs wurden fast 1300 Menschen festgenommen, darunter die gestĂŒrzte FĂŒhrerin des Landes, Aung San Suu Kyi, gegen die vier Anklagen erhoben wurden, und der PrĂ€sident Win Myint. Am Mittwoch wurden zwei neue Anklagen gegen Win Myint bekannt gegeben, darunter eine wegen eines angeblichen Verfassungsbruchs, der mit bis zu drei Jahren GefĂ€ngnis bestraft werden kann.

Es wird erwartet, dass der UN-Sicherheitsrat am Freitag eine geschlossene Sitzung ĂŒber die Situation abhĂ€lt, nachdem Großbritannien ein Treffen beantragt hat. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass koordinierte Maßnahmen vereinbart werden, da China und Russland zuvor Versuche, Druck auf Myanmars MilitĂ€r auszuĂŒben, blockiert haben.

Die Außenminister:innen der Association of Southeast Asian Nations, in der Myanmar Mitglied ist, trafen sich am Dienstag, aber die Gruppe kam zu keinen bedeutenden Maßnahmen. Eine am Dienstag veröffentlichte ErklĂ€rung forderte ein Ende der Gewalt. Allerdings forderten nur vier Mitglieder – Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Singapur – die Freilassung von Aung San Suu Kyi und anderen Inhaftierten.


Quelle: The Guardian

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Quelle: Schwarzerpfeil.de