Dezember 21, 2021
Von Emrawi
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Wir sind wĂŒtend und traurig! WĂŒtend und traurig darĂŒber, dass schon ĂŒber 13 000 Menschen allein in Österreich der Pandemie zum Opfer gefallen sind. Das staatliche Corona-Management geht hier im wahrsten Sinne des Wortes ĂŒber Leichen.

WĂ€hrend alles getan wird, um die Profite des Wintertourismus zu garantieren, herrscht an Schulen und KindergĂ€rten weiterhin absolutes Chaos. Die Mehrbelastungen fĂŒr FLINTAs (Frauen, Lesben, Inter-, Trans-, nicht-binĂ€re und agender Menschen), die sich daraus ergeben und die ohnehin schon den Großteil an unbezahlter Care-Arbeit stemmen mĂŒssen, spiegelt sich in den stark unterbezahlten und unterbesetzten Pflegeberufen wider.

Fast wöchentlich lesen wir von Feminiziden, die jedoch nur die brutalste Zuspitzung der alltĂ€glichen patriarchalen Gewalt sind. Statt dem Thema Gewaltschutz dominieren aber Rassismus und Abschottungsphantasien die politische Debatte. Ganz zu Schweigen von den unertrĂ€glichen VerhĂ€ltnissen in den GefĂ€ngnissen und Abschiebelagern. Psychische Erkrankungen haben ĂŒberdies wĂ€hrend der Pandemie deutlich zugenommen, vor allem unter Kinder und Jugendlichen, die unter besonders starkem Druck stehen.

Der Staat richtet sich indes allein nach den Kapitalinteressen. Der kapitalistische Motor und das GeschĂ€ft schließlich mĂŒssen ja weiterlaufen.Und genau deswegen mĂŒssen wir uns nicht erst seit der Corona-Pandemie fragen, ob wir in so einer Gesellschaft leben wollen, wo die BedĂŒrfnisse und die Gesundheit der Menschen immer den Interessen des Kapitalismus untergeordnet werden. Auf den Staat ist dabei jedenfalls kein Verlass. Dass nun sogar Karl Nehmer und die Regierung zur Teilnahme an diesem Lichtermeer aufrufen, ist an Heuchelei nicht zu ĂŒberbieten. Schließlich ist ihr katastrophales Pandemie-Management Mitschuld fĂŒr die vielen Toten.

Uns selbst organisieren mĂŒssen wir auch, um der rechten Straßenmobilisierung in Form von sogenannten Corona-Demonstrationen etwas entgegenzusetzen. Es ist schlicht nicht mehr hinnehmbar, dass immer wieder tausende Antisemit:innen, VerschwörunsglĂ€ubige, Corona-Leugner:innen, christliche Fundamentalist:innen, esoterische Halb-Faschist:innen und ihre MitlĂ€ufer:innen mit ihren Demonstrationen die Wiener Innenstadt in Beschlag nehmen. Weitgehend unbehelligt von der Polizei werden Journalist:innen angegriffen, Menschen rassistisch bedroht und die JĂŒdische Gemeinde muss ihre Mitglieder aufgrund der Bedrohungslage auffordern, zu Hause zu bleiben. Auf Widerspruch stoßen extreme Rechte -ob Gottfried KĂŒssel, die „IdentitĂ€ren“ oder Hooligans: sie alle treten auf diesen Demos federfĂŒhrend auf- bei den mitmarschierenden Massen dabei nicht. Ganz im Gegenteil. Dass nun sogar „Teilnehmer:innen aller Spektren“, „von links bis so weit rechts, wie es halt geht“ -so die beiden Organisatoren des Lichtermeers dem ORF gegenĂŒber- explizit zum Lichtermeer willkommen geheißen werden, bleibt uns unverstĂ€ndlich. Das ist schlicht nicht hin zu nehmen.

Es wundert dann schon gar nicht, dass sogar Rechtsextreme heute zum Lichtermeer aufgerufen haben, dieses Gedenken zu stören und vereinnahmen zu wollen. Mit weißen Kreuzen wollen sie an die „Impf-Opfer“ erinnern. Treten wir dieser rechten Mobilisierung heute und immer konsequent entgegen!

Aber Lichterketten sind in Anbetracht der Situation nicht genug! Werdet aktiv und organisiert euch in antifaschistischen, feministischen und antikapitalistischen ZusammenhĂ€ngen! AnlĂ€sse dafĂŒr wird es noch genug geben. Schon im JĂ€nner wollen selbsternannte „Corona-Rebell:innen“ erneut aufmarschieren. Beteiligt euch an den antifaschistischen Aktionen dagegen! Infos wird es dazu in KĂŒrze geben.

FĂŒr eine solidarische Antwort auf die Pandemie! Kapitalismus abschaffen! Die Rechten zu Boden!




Quelle: Emrawi.org