Februar 23, 2021
Von FAU Flensburg
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Pharmafirmen wehren sich gegen die Forderung, ihre Patente auf Coronaimpfstoffe aufzuheben. Die Entwicklung sei schliesslich ihr Verdienst. Doch das ist falsch.

Einige Pharmafirmen, die mit ihrem Coronaimpfstoff als Erste die Ziellinie zur Zulassung ĂŒberquert haben, werden allein in diesem Jahr Milliarden kassieren. Zuvorderst die US-Biotech-Firma Moderna, die ihren Impfstoff beim Schweizer Unternehmen Lonza produzieren lĂ€sst; aber auch der US-Pharmagigant Pfizer in Kooperation mit der deutschen Firma Biontech, die ihren Sitz in Mainz hat, «An der Goldgrube 12».

Die erwarteten Milliardengewinne liessen den Aktienkurs von Moderna seit Anfang 2020 von rund 20 auf rund 180 US-Dollar katapultieren, womit laut Finanzplattform Bloomberg allein CEO StĂ©phane Bancel bis Dezember 2020 4,8 Milliarden US-Dollar gewonnen hat. Auch Biontech-CEO Ugur Sahin machte 4 Milliarden vorwĂ€rts.

Dass mitten in einer riesigen Weltwirtschaftskrise einige Milliarden kassieren, wĂ€hrend arme LĂ€nder sich kaum genĂŒgend der teuren Impfdosen sichern können, stösst auf immer lautere Kritik. Gut hundert Regierungen, aber auch nichtstaatliche Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Oxfam sowie die Uno-Menschenrechtskommission fordern von der Welthandelsorganisation (WTO) die temporĂ€re Aussetzung der Impfstoffpatente, damit mehr billige Dosen hergestellt werden können. In der Schweiz haben unter anderem Amnesty International und Public Eye den Bundesrat aufgefordert, sich dafĂŒr einzusetzen.

Der Pharmakonzern Astra Zeneca hat deshalb versprochen, wĂ€hrend der Pandemie keinen Profit mit dem Impfstoff zu machen. Von der Forderung, auf Gewinne zu verzichten, halten Moderna, Biontech und Pfizer jedoch nichts. «Man muss sehr fanatisch und radikal sein, um so etwas gerade jetzt zu verlangen», sagte Pfizer-CEO Albert Bourla dem US-Magazin «Barron’s». Die Impfungen seien das Verdienst der Firmen.

Das ist falsch. Zu diesem Schluss kommt die WOZ, nachdem sie mit verschiedenen ExpertInnen gesprochen, Studien, Datenbanken und GeschĂ€ftsberichte durchforstet und bei den Firmen selbst nachgefragt hat. Erstens beruhen die Impfungen auf jahrzehntelanger öffentlich finanzierter Forschung. Zweitens haben die Firmen letztes Jahr nochmals Milliarden an Finanzspritzen zur Entwicklung der Impfstoffe erhalten. Und drittens haben Regierungen weltweit den Firmen Absatzgarantien gegeben â€“ bevor sie die jeweilige Wirksamkeit der Impfstoffe kannten.

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Quelle: Fau-fl.org