September 18, 2021
Von Emrawi
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Die Besetzung lag schon lĂ€nger in der Luft. Bei Umweltdemos diesen FrĂŒhling wurde mehrfach klar gemacht: „Wird gebaut, wird besetzt!“ So ist es jetzt ein schönes GefĂŒhl, dass die Aktionen endlich begonnen haben.

Camp und Blockaden befinden sich in Hirschstetten, einer verschlafenen Vorstadt-Gegend. Das ist leider bei weitem nicht so atmosphÀrisch wie ein Camp im Auwald, lÀsst sich aber nun mal nicht Àndern. Dennoch ist vor Ort ein schönes Ambiente. Von den Anrainer*innen gibt es einiges an Support, die wenigsten von ihnen haben Lust auf die LÀrmhölle Autobahn. Komische Blicke gibt es auch, aber nicht besonders oft.

Die Dynamik vor Ort ist durchwegs positiv. Anfangs waren es eher wenige Aktivist*innen. Doch dank guter Vernetzung, erfolgreicher Mobi und besten Herbstwetters werde es stĂ€ndig mehr. Mein GefĂŒhl ist, dass hier was echt Gr0ßes entstehen kann. Vor allem bei manchen der Events (z.B. Baustellenkonzert) finden schon jetzt mehrere hundert Leute den Weg in die verschlafende Vorstadt. Normalerweise sind es ein paar dutzend Menschen, die sich auf die vier verscheidenen Orte aufteilen. Es ist zu hoffen, dass jetzt, wo es noch ruhig ist, noch mehr Menschen nach Hirschstetten kommen; damit dann, wenn es stressiger wird, leichter (re)agiert werden kann.

Das Zusammenspiel zwischen bestĂ€ndigen Gruppen vor Ort und UnterstĂŒtzer*innen, die manchmal vorbeikommen, funktioniert sehr gut und hat durchwegs Potential. So ist es möglich, dass zumindest kurzfristig sich viele Menschen an Aktionen beteiligen. Es ist möglich, auf der Baustelle und im Stadtzentrum gleichzeitig prĂ€sent zu sein. Schon jetzt tauchen mehr und mehr Plakate, Stickers und Graffitis mit Lobau-Bezug auf. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es hier in Zukunft zu Problemen kommen kann. Auf der einen Seite Dauerbesetzer*innen, wo es leicht zu Überforderungen kommen kann; eine hohe Fluktuation mit Problemen der Informationsweitergabe, der Entscheidungsfindung und der Organisation allgemein kommen kann. An dieser ein sehr allgemeiner, aber dennoch wichtiger Hinweis: Achten wir auf uns selbst, achten wir aufeinander! So können wir einen guten Protest-Spirit schaffen, der auch lĂ€nger anhĂ€lt!

Generell macht es Sinn, sich auf einen langen Kampf einzustellen. Die Betreiber*innengesellschaft ASFINAG rechnet mit einer Bauzeit bis 2025 – nur fĂŒr die Verbindung zwischen SĂŒdosttangente und Lobau-Autobahn. Die beiden Straßen werden mehr als 25 km lang sein. Aus Wortmeldungen der politischen KrĂ€fte im Hintergrund, der Bundes-ÖVP sowie der Wiener SPÖ, ist zu entnehmen, dass sie das Projekt unbedingt durchziehen wollen. Es wird also spannend werden.

Zum Schluss kommt nochmal die BitteÂŽ, beim Camp und bei den Blockaden vorbeizuschauen. Es gibt auch ein Programm, meist ist es aber sehr kurzfristig geplant. Es sei hier aber auf zwei-drei grĂ¶ĂŸere Events hingewiesen:

17.September, 17:00 Schwarzenbergplatz: Critical Mass zum Lobau-Camp

24.September, 12:00 Praterstern: Klimastreik

25.September: Ergebnis der Evaluation des Lobau-Tunnels wird prÀsentiert. Davon wird




Quelle: Emrawi.org