September 21, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Aus einem Twitter-Thread von Peter Gelderloos

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Die Konfliktlinie verlÀuft durch das Leben der Menschen, die durch die kapitalistische und staatsorientierte Reaktion verletzt werden. Das scheint offensichtlich zu sein, aber wir halten oft nicht inne, um diese Linie zu verfolgen, bevor wir handeln.

Unser Schlachtfeld sind die ArbeitsplĂ€tze, an denen die Arbeiter_innen keine Gesundheitsversorgung, keine Krankentage und keine sicheren Bedingungen haben; die KrankenhĂ€user, die vom Staat vernachlĂ€ssigt werden; die Straßen, auf denen die Menschen bestraft werden, wenn sie sich am Arbeitsplatz organisieren.

Wir sollten das Überleben eines expansiven „Wir“ durch Streikaktionen und gegenseitige Hilfsinitiativen verteidigen. Die Streikaktionen können sich vorĂŒbergehend auf gewerkschaftliche Strukturen stĂŒtzen, aber sie sollten einen Weg der Selbstorganisation der Arbeiter_innen aufzeigen, der zu einer Welt ohne Bosse oder entfremdete Konsument_innen fĂŒhrt (und so in die gegenseitige Hilfe zurĂŒckfließt).

Gegenseitige Hilfe mag anfangs ein wenig wie WohltÀtigkeit aussehen. Anstatt gelÀhmt oder isoliert zu werden, sollten wir weiterhin massive Ressourcen verteilen, wÀhrend wir echte Einladungen zur offenen Beteiligung aussprechen und jede auftauchende aktivistische Professionalisierung ehrlich kritisieren.

Anarchist_innen sollten auf das Versagen des Staates hinweisen, ohne jemals zu verlangen, dass der Staat es besser macht. Wir sind diejenigen, die es besser machen können, indem wir Beziehungen zu Krankenhausmitarbeiter_innen, LehrkrĂ€ften und anderen aufbauen, um zu fragen: Wie wĂŒrden wir das machen, wenn wir diese Ressourcen kontrollieren wĂŒrden?

Anstatt ImpfpĂ€sse zu unterstĂŒtzen oder Impfstoffe abzulehnen, mĂŒssen wir die Stimmen von Menschen ohne Papiere stĂ€rken, die sowohl durch PĂ€sse als auch durch fehlenden Zugang gefĂ€hrdet sind. Wenn unsere feministischen GefĂ€hrt_innen piratische Abtreibungsdienste organisiert haben, können wir dann auch piratische Impfdienste organisieren?

Wir sollten uns den Impfgegner_innen niemals in einer Weise entgegenstellen, die uns dazu zwingt, staatliche Maßnahmen zu unterstĂŒtzen. Das Verteilen nĂŒtzlicher Informationen und das AufklĂ€ren von Mythen in Stadtvierteln mit schlechterem Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nĂŒtzlicher als der Gegenprotest auf einer Demo, die sich gegen staatliche Maßnahmen richtet.

Es ist besser, Impfgegner_innen unter Druck zu setzen, damit sie offene Rassist_innen von ihren Kundgebungen fernhalten, und sie angreifen, wenn sie dies nicht tun. Auf diese Weise bleibt die Rechte gegen sich selbst gespalten. Ignoriere sie wie Wingnuts, wenn sie nur ĂŒber Impfstoffe und Maskenpflicht reden. Greife sie als Faschist_innen an, wenn sie sich als trojanisches Pferd fĂŒr rassistische Gruppen einsetzen lassen. Wenn sie versuchen, im Mainstream anerkannt zu werden, werden sie sich selbst ĂŒberwachen und bekĂ€mpfen.

Wir brauchen eine nuancierte Kritik an der westlichen Medizin, die auf dem Bewusstsein basiert, was sie gut und was sie schlecht macht. Ein pauschales Misstrauen gegenĂŒber Impfstoffen beispielsweise trĂ€gt nur dazu bei, dass Ă€rmere Bevölkerungsschichten keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Wir sollten den Zugang verbessern und gleichzeitig Raum fĂŒr Menschen schaffen, die von der Forschung des medizinischen Establishments zu Nebenwirkungen am wenigsten geschĂŒtzt sind (Menschen mit nicht-normativen Körpern). (Menschen, die Kinder bekommen können, um ein Beispiel zu nennen, werden oft einfach aus medizinischen Studien herausgelassen).

Es ist wichtig, ĂŒber die Frauen- und Transfeindlichkeit und die weiße Vorherrschaft/den Rassismus des medizinischen Establishments zu sprechen und Alternativen zur interventionistischen/symptomorientierten Medizin zu verbreiten, aber auf eine Art und Weise, die die Wahlmöglichkeiten und Ressourcen fĂŒr die Besitzlosen eher vergrĂ¶ĂŸert als verkleinert.

Ein letzter Fun Fact: Im Gegensatz zu den meisten Arzneimitteln, die Symptome unterdrĂŒcken oder unmittelbare Ursachen massakrieren, helfen Impfstoffe deinem Immunsystem, sich selbst zu heilen. Die Methode wurde von der alten bĂ€uerlichen Praxis der Inokulation gestohlen!

Und falls es nicht klar ist: Diese PositionalitĂ€t ist nicht etwa *meine Idee*. Es ist mein unvollkommener Versuch, zu analysieren, was vor Ort tatsĂ€chlich ausprobiert wird. Alles Wissen kommt von der Straße. (Okay, und aus den WĂ€ldern und von den Ahnen und von ausgedehnten Reisen zu schaurig-schönen Orten)

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Quelle: Schwarzerpfeil.de