Mai 11, 2021
Von InfoRiot
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Es war nicht verwunderlich, dass sich die UmweltausschĂŒsse des Landtags Brandenburg und des Berliner Abgeordnetenhauses auf ihrer ersten gemeinsamen Sitzung am Montag dem Thema Wasser auch in besonderer Weise gewidmet haben. Hatte es doch die Region Berlin-Brandenburg seit dem DĂŒrresommer 2018 mit einer Periode anhaltender, teils extremer Trockenheit zu tun.

»Wasser ist eines der großen Themen der Zukunft in der Region«, so fasste Berlins Umweltsenatorin Regine GĂŒnther (GrĂŒne) im Laufe der dreistĂŒndigen Sitzung die Bedeutung dieser Ressource fĂŒr beide BundeslĂ€nder zusammen. Denn dass Wasser wie seit den 90er Jahren stets in guter QualitĂ€t und auskömmlich verfĂŒgbar sei, Ă€ndere sich mit dem Voranschreiten des Klimawandels seit einigen Jahren grundlegend. Und sie stimmte mit Brandenburgs Umwelt- und Agrarminister Axel Vogel (GrĂŒne) darin ĂŒberein, dass beide LĂ€nder gemeinsam nachhaltige Lösungen fĂŒr die stabile Sicherung des Wasserbedarfs der Menschen, der Natur, aber auch von Industrie, Land- und Forstwirtschaft finden mĂŒssen. Jetzt und nachhaltig. Was dazu bereits in der Vergangenheit begonnen worden sei, mĂŒsse deutlich intensiviert werden.

Die Umweltsenatorin nannte die Zusammenkunft denn auch ein »wichtiges Zeichen fĂŒr das ZusammenrĂŒcken unserer LĂ€nder«. Und sie erinnerte daran, dass beide Landesregierungen am 20. April den »Strategischen Gesamtrahmen der Hauptstadtregion« und eine dazugehörige Vorhabenliste beschlossen haben. Es seien dies die Leitideen zur Entwicklung der Metropolregion.

Ganz Berlin, das in den 90er Jahren noch mit sinkenden WasserverbrĂ€uchen konfrontiert war, verbraucht heute doppelt so viel Wasser wie das Land Brandenburg. Und es verbrauche derzeit deutlich mehr Wasser, als dem Grundwasser neu zufließe. Zugleich ist Berlin abhĂ€ngig vom Zufluss durch FlĂŒsse aus Brandenburg – vor allem der Spree, der Havel und der Dahme. Und es spĂŒre dabei, wie GĂŒnther betonte, besonders die Folgen der Brandenburger Tagebauwirtschaft. Berlin muss mehr tun, um Wasser zu sparen, so arbeite der rot-rot-grĂŒne Senat derzeit an einem »Masterplan Wasser«, an einem zentralen Trinkwassermanagement sowie an dezentralen Lösungen fĂŒr die Versickerung der NiederschlĂ€ge, um diese dem Grundwasser zuzufĂŒhren.

Brandenburg habe vor einer Zeit ein eigenes Niedrigwasserkonzept vorgelegt, das heißt fĂŒr das Management von FließgewĂ€ssern wie der Spree und der Schwarzen Elster in Trockenperioden, erinnerte Brandenburgs Umweltminister. Zur Stabilisierung der WasserfĂŒhrung der FlĂŒsse und damit beispielsweise auch der Trinkwasserversorgung der Hauptstadt arbeite Brandenburg unter anderem mit Berlin und Sachsen zusammen. Der Großteil der Entnahmen aus dem OberflĂ€chen- und Grundwasser Brandenburg erfolge laut Vogel gegenwĂ€rtig aber zur EntwĂ€sserung der Braunkohletagebaue. Diese gehe mit dem Kohleausstieg zurĂŒck. Noch schneller dĂŒrfte die ebenso erhebliche KĂŒhlwasserentnahme fĂŒr die Kohlekraftwerke bald zurĂŒckgehen. Absehbar werde sehr viel weniger Wasser im Energiesektor entnommen werden, dagegen mehr fĂŒr den Trinkwasserbedarf wachsender StĂ€dte und Kommunen wie Berlin sowie fĂŒr die Landwirtschaft. »Aber das wird Thema unseres klimabezogenen Wasserkonzeptes sein«, kĂŒndigte er an.

Einig waren sich Vogel und GĂŒnther bei der EinschĂ€tzung, dass beide LĂ€nder im Lichte der Kritik des Bundesverfassungsgerichts am deutschen Klimagesetz ihre Anstrengungen zum Klimaschutz verstĂ€rken und beschleunigen mĂŒssen. »Gern gemeinsam«, wie die Berliner Senatorin klarstellte. Brandenburg ist dabei aus Sicht von Minister Vogel mit dem Ausstieg aus der Braunkohle schon auf dem richtigen Weg.




Quelle: Inforiot.de