Februar 18, 2021
Von InfoRiot
121 ansichten


Glindow – Das AktionsbĂŒndnis Weltoffenes Werder ruft in einem Appell den Ortsbeirat von Glindow dazu auf, der bald entstehenden neuen Zufahrtsstraße zum geplanten Hoffbauer-Campus den Namen „Resi-Salomon-Straße“ zu geben. Der Aufruf werde von zahlreichen Organisationen, Parteien und Unternehmen und rund 100 BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern aus Glindow und Werder (Havel) unterstĂŒtzt, teilte das AktionsbĂŒndnis mit. Resi Salomon und ihre Familie wurden 1942 von den Nazis aus Werder deportiert und in Vernichtungslagern ermordet.

Die Familie lebte vor ihrer Deportierung nicht weit vom geplanten Campus entfernt

Die Idee zu dem Straßennamen stamme aus den Kreisen des Ortsbeirates, heißt es auf der Webseite des AktionsbĂŒndnis. Mit ihrem Appell will das Netzwerk, das seit 2017 besteht und sich fĂŒr eine offene, demokratische und solidarische Stadt und Gesellschaft einsetzen, den Vorschlag unterstĂŒtzen und die Ortsbeiratsmitglieder dazu aufrufen, sich bei ihrer Videositzung am Mittwoch fĂŒr die Namensgebung einzusetzen.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht’s zur kostenlosen Bestellung.

Nach Angaben des AktionsbĂŒndnis lebten Resi Salomon und ihre beiden Söhne zuletzt in der Klaistower Straße 70 in Werder, wo sie auch eine GĂ€rtnerei fĂŒhrte. Der frĂŒhere Wohnsitz der Familie ist nicht weit vom geplanten Hoffbauer-Campus entfernt. Im Jahr 1942 wurde Resi Salomon von den Nazis in das Warschauer Ghetto und anschließend in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und umgebracht. 

Ihr Sohn Hans Siegfried wurde wenig spĂ€ter nach Minsk deportiert und von den Nazis ermordet. â€žGerade weil die Straße zu einer Schule fĂŒhrt, kann sie ein Impuls fĂŒr LehrkrĂ€fte und SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sein, sich mit diesen Aspekten unserer Orts- und der Zeitgeschichte zu beschĂ€ftigen und das Gedenken an die GrĂ€ueltaten der Nationalsozialisten wach zu halten“, so Robin Stock, Sprecher des AktionsbĂŒndnis.

Bauarbeiten an Campus könnten Ende des Jahres beginnen

Wie berichtet will die Hoffbauer-Stiftung auf einer rund 5,3 Hektar großen FlĂ€che in Glindow fĂŒr knapp 50 Millionen Euro einen Schulcampus errichten. Dazu gehören unter anderem eine Kita mit 120 PlĂ€tzen, eine Grundschule fĂŒr 300 SchĂŒler und eine weiterfĂŒhrende Schule fĂŒr 450 SchĂŒler. Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten, die bis voraussichtlich Oktober abgeschlossen sein werden, wie die Stadt Werder mitteilte. 

Die Hoffbauer-Stiftung hofft, dass die Arbeiten an der Kita und der Grundschule Ende des Jahres beginnen können, die BauantrĂ€ge seien gestellt, teilte der Vorstandsvorsitzende Frank Hohn auf Anfrage den PNN mit. Dann könnten die beiden Einrichtungen im Sommer 2022 eröffnen. Mit dem Landkreis liefen derzeit noch die Verhandlungen ĂŒber die weiterfĂŒhrende Schule, so Hohn. Sie soll nach den PlĂ€nen der Stiftung im Sommer 2023 eröffnet werden.




Quelle: Inforiot.de