Februar 15, 2021
Von Indymedia
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Einordnung der Angriffe des tĂŒrkischen Faschismus auf die befreiten Gebiete Kurdistans

English version below

Der faschistische tĂŒrkische Staat bereitet einen Großangriff auf die selbst verwalteten Gebiete in Rojava, Sengal und die RĂŒckzuggebiete der Guerilla in SĂŒdkurdistan vor.

Am 10.02.2021 begann dieser Angriff mit einer MilitĂ€roperation auf Stellungen der VolksverteidigungskrĂ€fte HPG in der Region Gare in SĂŒdkurdistan. Am Morgen bombardierte die tĂŒrkische Armee das Gebiet mit Kampfjets und Hubschraubern. Die Guerilla leistet Widerstand und es kam zu schweren Gefechten. Die tĂŒrkische Armee befindet sich in der Defensive und musste ihre Operation mittlerweile abbrechen. Der Angriff auf Gare, welcher nicht von der TĂŒrkei aus, sondern von sĂŒdkurdischem Gebiet begann, kann als Beginn einer neuen Offensive des tĂŒrkischen Faschismus auf die revolutionĂ€ren KrĂ€fte in Kurdistan verstanden werden.

Der Angriff des tĂŒrkischen Staates richtet sich nicht nur gegen die emanzipatorischen und demokratischen KrĂ€fte und Bestrebungen in der Region, sondern gegen revolutionĂ€re Bestrebungen weltweit. Der Kampf der kurdischen Freiheitsbewegung und die Revolution in Rojava sind Kristallisationpunkte und geben Inspiration und Hoffnung fĂŒr revolutionĂ€re KrĂ€fte auf der ganzen Welt, geben sie doch, genau wie die zapatistische Selbstverwaltung in Mexiko ein greifbares Beispiel dafĂŒr, dass eine VerĂ€nderung dieser VerhĂ€ltnisse und eine auf Selbstbestimmung, Frauenbefreiung und Ökologie basierende Organisation der Gesellschaft möglich ist. Diese hoffnungsgebenden Beispiele sollen vernichtet werden, um die revolutionĂ€ren Bestrebungen angesichts der Krise, in der das kapitalistische System sich zweifellos befindet, zu ersticken.

Expansive Außenpolitik, Patriarchale Macht und rassistische UnterdrĂŒckung im Inneren, das Wesen des Faschismus

Der tĂŒrkische Staat, der kulturelle und ethnische Minderheiten unterdrĂŒckt, die Presse, Verwaltung und Öffentlichkeit weitgehend nach rassistischen und nationalistischen Prinzipien gleichgeschaltet und in den letzten Jahren immer weiter seine expansive Außenpolitik zur Schau gestellt hat, handelt in der geschichtlichen Tradition des Faschismus. Er handelt als totalitĂ€re FortfĂŒhrung der kapitalistischen Ausbeutung von Mensch und Natur nach rassistischen, patriarchalen und nationalistischen Prinzipien. Die tĂŒrkische Wirtschaft und Großkonzerne werden von auslĂ€ndischen Investoren gestĂŒtzt, die TĂŒrkei hat die zweitgrĂ¶ĂŸte Armee der NATO, was gigantische Gewinne durch RĂŒstungsexporte verspricht und auch in anderen Bereichen profitiert das Kapital von der Herrschaft Erdogans und seiner AKP/MHP- Regierung. Die Umweltzerstörung durch Staudammprojekte, Raubbau an Ressourcen, der Zerstörung von WĂ€ldern und einzigartigen Ökosystemen in den Bergen Kurdistans ist immens.
Der tĂŒrkische Staat zwingt die Bevölkerung unter dem Motto: “Eine Fahne, eine Sprache, ein Land .” in einen einheitlichen Volksbegriff, verleugnet die Existenz anderer Ethnien oder verunglimpft sie als minderwertig. Das zeigt die Verfolgung, zum Beispiel von Kurd*Innen und Armenier*Innen, in der Vergangenheit bis heute. Im osmanischen Reich verĂŒbte die sogenannte jungtĂŒrkische Bewegung, die das Fundament des tĂŒrkischen Nationalismus legte, im Jahre 1915 mit UnterstĂŒtzung des deutschen Reiches einen Völkermord an der armenischen Bevölkerung. Die kurdische Bevölkerung wurde seit bestehenden der tĂŒrkischen Republik drangsaliert, ihre Sprache und Kultur wurde verboten, ihre Vertreter wurden verfolgt und jeder Widerstand wurde brutal unterdrĂŒckt. Beispielhaft dafĂŒr ist das Massaker von Dersim im Jahr 1938. Alle kurdischen Orts- und Stadtnamen wurden „tĂŒrkisiert“, Vor-und Nachnamen wurden auf tĂŒrkisch umbenannt und die kurdische Kultur wurde vollkommen verleugnet, dies gilt in weiten Teilen bis heute. Als Konsequenz gegen die Kolonialisierung und UnterdrĂŒckung bildete sich in den 1970er Jahren die kurdische Befreiungsbewegung in Form der PKK, die seitdem fĂŒr ein selbst verwaltetes, sozialistisches Kurdistan kĂ€mpft. Seit ihrer GrĂŒndung hat die PKK sich immer weiter entwickelt und sich mit den weltweiten revolutionĂ€ren Bewegungen auseinandergesetzt. Sie kĂ€mpft heute fĂŒr eine freie Gesellschaft in rĂ€tesozialistischer Basisdemokratie, Frauenbefreiung und Ökologie in Kurdistan und weltweit.
Aktuell gibt es eine Welle der Femizide, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung wurde in den letzten Jahren immer weiter eingeschrĂ€nkt und die Vergewaltigung in der Ehe wurde durch den Staat legalisiert. Alle Frauen die sich dagegen zur Wehr setzen werden verfolgt und Repression ausgesetzt, so wurde zum Beispiel Melek Ipek, die ihren Mann nach Jahren der PrĂŒgel, Qual und Morddrohungen in Notwehr erschossen hat, vom Staat wegen Mordes angeklagt und eingesperrt. Frauen, die sich gegen die patriarchalen Angriffe verteidigen, werden im patriarchalen und faschistischen tĂŒrkischen Staat nicht akteptiert.
Das nationalistisch-islamistische Regime der Regierungsparteien AKP und MHP akzeptiert keine DiversitĂ€t, sondern propagiert die Überlegenheit des tĂŒrkischen Volkes. Auch in seiner Außenpolitik vertritt das AKP/MHP Regime eine expansive und agressive Politik, ihm schwebt die Neuerrichtung eines islamistischen Großreichs nach Vorbild des osmanischen Reiches unter tĂŒrkischer Flagge vor. So unterstĂŒtzte Erdogan den Angriff Aserbaidschans auf Armenien mit der BegrĂŒndung „allen Turkvölkern bei der RĂŒckeroberung ihres Landes“ zu helfen. Ungeniert posierten tĂŒrkische und aserbaidschanische Soldaten dabei mit der Kriegsflagge des osmanischen Reiches.

Die Rolle der sĂŒdkurdischen PDK

Bei den Vorbereitungen spielt das BĂŒndnis der TĂŒrkei mit der PDK (Partiya Demokrata KurdistanĂȘ; kurz PDK), eine entscheidende Rolle. Die PDK ist die Partei des Barzani-Klans in SĂŒdkurdistan (Nordirak), sie arbeitet eng mit der TĂŒrkei und dem westlichen Imperialismus zusammen. Der Barzani-Klan hat sich ein System der Vetternwirtschaft und Korruption im Nordirak geschaffen und nutzt den „Autonomiestatus“ von der Zentralregierung in Bagdad fĂŒr eigene Vorteile. Von den kapitalistischen Staaten des globalen Nordens wird die PDK als BĂŒndnispartner genutzt, um Neoliberalismus und Kapitalismus im Nahen Osten voran zu treiben und als Wachhund gegen die Freiheitsbewegung in Gestalt der PKK und anderen emanzipatorischen KrĂ€ften im mittleren Osten in Stellung zu bringen. Gleichzeitig arbeitet sie massiv mit dem tĂŒrkischen Faschismus zusammen, ein umfangreiches Ölförderprogramm und Pipeline-Projekte zugunsten der TĂŒrkei, wirtschaftliche Abkommen und eine Vielzahl von militĂ€rischen und geheimdienstlichen Einrichtung sind ein Teil der Zusammenarbeit mit dem Faschismus. Aktuell wird die Region unter der Kontrolle des Barzani-Klans zum RĂŒckzugs- und Operationsraum fĂŒr tĂŒrkische Geheimdienstler, Kriminelle und rechtsextreme, die in der Hauptstadt Erbil hofiert werden, wĂ€hrend Menschen, die aufgrund politischer Verfolgung aus der TĂŒrkei geflĂŒchtet sind von der PDK verfolgt, eingesperrt und gefoltert werden. Bereits in den 90er Jahren haben die Peschmerga, die militĂ€rischen KrĂ€fte der PDK, an Seite der TĂŒrkei gegen die PKK und jegliche Bestrebungen fĂŒr Freiheit, Selbstverwaltung und Basisdemokratie bekĂ€mpft. Die Peschmerga werden unter Anderem von Deutschland und den USA massiv mit Material und militĂ€rischer Ausbildung gestĂŒtzt und gefördert. Angeblich erfolgt dies um den Kampf gegen den IS zu unterstĂŒtzen. Dies ist völlig unglaubwĂŒrdig, waren es doch die Peschmerga, die sich aus dem ƞengal zurĂŒckzogen und die dortige ezidische Bevölkerung den drohenden Massakern des „Islamischen Staates“ ĂŒberließ. Damals intervenierten die Volksverteidigungseinheiten (HPG) der PKK und verteidigten die Bevölkerung gegen die Angriffe. Nachdem der IS aus der Region vertrieben wurde unterstĂŒtzten sie den Aufbau von selbst verwalteten RĂ€testrukturen und Selbstverteidigungseinheiten der ezidischen Bevölkerung um in Zukunft in der Lage zu sein, sich gegen drohende Genozide zu verteidigen. Die revolutionĂ€ren Bestrebungen der PKK, der Selbstverwaltungen in ƞengal und Rojava sind der PDK ein Dorn im Auge, wird dort doch ein Gegenentwurf zu ihrem autoritĂ€r-kapitalistischen Projekt gelebt und ihre Macht in Frage gestellt. Damit ist die Befreiungsbewegung auch den Nah-Ost PlĂ€nen der NATO und den hegemonial-kapitalistischen Staat ein Dorn im Auge, sie stehen einer kapitalistischen Neuordnung der Region im Weg.

Die Peschmerga haben in den letzten Monaten mehrere MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in den Medya-Verteidigungsgebieten ,den RĂŒckzugsgebieten der Guerilla, sowie an der Grenze zu Rojava errichtet, es ist davon auszugehen, dass sie sich von der TĂŒrkei wieder einmal zum Handlanger der rassistisch-faschistischen Interessen machen lassen wird. Auch gegen die Ezidischen Selbstverwaltungsstrukturen beabsichtigt die TĂŒrkei vorzugehen, sie hat bereits angekĂŒndigt dort eine militĂ€rische Offensive durchzufĂŒhren und die mit ihr verbĂŒndeten PeschmergaverbĂ€nde rĂŒsten sich in der NĂ€he der Region und machen sich augenscheinlich dazu bereit auch dort anzugreifen. Die PDK unterstĂŒtzt auch die aktuellen Angriffe auf Gare, so starteten die Kampfjets, welche das Gebiet bombadierten nicht in der TĂŒrkei, sondern von in SĂŒdkurdistan gelegenen MilitĂ€rstĂŒtzpunkten, die PDK lĂ€sst nichts unversucht, um gegen die demokratischen und revolutionĂ€ren Bestrebungen, die ihre Macht bedrohen vorzugehen.

Die Situation in Rojava und den besetzen Gebieten in EfrĂźn

In den vergangenen Wochen und Monaten haben die Angriffe der faschistischen tĂŒrkischen Besatzungstruppen auf die befreiten Gebiete Nordostsyriens rasant an Fahrt gewonnen. Angefangen von EfrĂźn (Afrin) und den Widerstandsgebieten von ƞehba ĂŒber die Front von Minbic und Ain Issa bis hin nach Til Temir und dem nordöstlich gelegenen DĂȘrik intensivierten die tĂŒrkische Besatzungsarmee und ihre islamistischen Hilfstruppen ihre Angriffe gegen die Zivilbevölkerung und ihre revolutionĂ€ren VerteidigungskrĂ€fte. Nahezu tĂ€glich werden die befreiten Gebiete EfrĂźns und ƞehbas, die zur Heimat von Hundertausenden Vertriebenen aus den besetzten Regionen des Kantons EfrĂźn geworden sind, von tĂŒrkischem Artilleriebeschuss heimgesucht, und in den Gebieten unter Kontrolle der BesatzungskrĂ€fte halten weiter Angst und Schrecken Einzug. Kein Tag vergeht ohne Meldungen weiterer EntfĂŒhrungen und Morde, Raub, PlĂŒnderung, Erpressung und Vergewaltigung – Verbrechen, die keine Ausnahmen sind, sondern das Fundament des islamistischen Besatzungsregimes. Getreu der altbekannten Counterinsurgency-Doktrin („AufstandsbekĂ€mpfung“) der NATO vergelten die Besatzer jede Partisanenaktion der BefreiungskrĂ€fte EfrĂźns (HĂȘzĂȘn Rizgariya EfrĂźnĂȘ, HRE) mit blankem Terror gegen die Zivilbevölkerung und stundenlangem Beschuss der selbstverwalteten Dörfer und KleinstĂ€dte.

In den vergangenen Wochen hat Erdogan angekĂŒndigt eine MilitĂ€roperation gegen die Regionen DĂȘrik und ƞengal durchzufĂŒhren, um seinen Traum eines tĂŒrkischen Großreichs in den Grenzen des osmanischen Reiches wahr werden zu lassen. Begleitet waren diese Drohungen von Bombardements auf die Zivilbevölkerung in sĂŒdkurdischen Dörfern im Zagros-Gebirge und AusspĂ€hungen der Grenze zu Rojava bei DĂȘrik durch Geheimdienste und hochrangige MilitĂ€rs.

Außerdem hat der tĂŒrkische Verteidigungsminister Treffen mit seinen Amtskollegen in Erbil, Bagdad und auch bei Annegret Kramp-Karrenbauer in Berlin absolviert. Es ist davon auszugehen, dass er dabei versucht hat sich die UnterstĂŒtzung oder Billigung Deutschlands bei seinen AngriffsplĂ€nen zu sichern. Die BRD stellt fĂŒr den tĂŒrkischen Staat einen wichtigen wirtschaftlichen und militĂ€rischen VerbĂŒndeten dar. In altbekannter KontinuitĂ€t kooperiert die Bundesrepublik fĂŒr wirtschaftliche und geopolitische Interessen.
Am 4. Februar hat die sĂŒdkurdische PDK den GrenzĂŒbergang SĂȘmalka/PĂȘƟxabĂ»r nach Rojava bis auf weiteres schließen lassen. Dies kann als weiteres Zeichen eines drohenden Angriffes verstanden werden. WĂŒrde dieser GrenzĂŒbergang in tĂŒrkische HĂ€nde fallen, wĂ€re das Gebiet vollstĂ€ndig von der Versorgung mit HilfsgĂŒtern, Medikamenten und Lebensmitteln abgeschnitten. Bereits jetzt blockiert die TĂŒrkei Lieferungen und unterbindet die Wasserversorgung einer Region. In den von ihr annektierten Gebieten EfrĂźn und Serekaniye herrschen Gewalt und UnterdrĂŒckung auf Basis der Scharia.

Der tĂŒrkische Faschismus bevorzugt offenbar Daten von historischer Bedeutung fĂŒr seine Angriffe. So wurde fĂŒr die Invasion auf Rojava im Jahr 2019 der 09. Oktober, der Tag an dem der kurdische ReprĂ€sentant Abdullah Öcalan 1998 nach internationalem Druck zur Ausreise aus Syrien gezwungen wurde gewĂ€hlt, außerdem ist es der Tag der Ermordung von Che Guevara.

Am 15.02 jĂ€hrt sich die EntfĂŒhrung Abdullah Öcalans 1999, sowie der Aufstand von Scheich Said und die ErklĂ€rung der UnabhĂ€ngigkeit Kurdistans 1925. Öcalan, der den Weg der Verhandlungen und des Dialogs einschlagen wollte, wurde durch mehrere europĂ€ische Staaten, die USA und die TĂŒrkei verraten und nach falschen Versprechen, Ablehnungen und einer Reise durch Europa ĂŒber Griechenland, Russland und Rom schließlich in Kenia verhaftet und in die TĂŒrkei verschleppt. Scheich Said erklĂ€rte am 15.02 die UnabhĂ€ngigkeit weiter Teilen Kurdistans und wagte einen Aufstand gegen die junge tĂŒrkische Republik unter AtatĂŒrk. FĂŒr die kurdische Freiheitsbewegung ist dies also ein bedeutungsvoller Tag, an dem der kontinuierliche Widerstand und der Kampf fĂŒr UnabhĂ€ngigkeit sichtbar wird.
Damals wie heute steht der Kampf fĂŒr ein befreites Leben unter Beschuss, die Angriffe werden weiter fortgesetzt, doch der weltweite Widerstand kommt nicht zu erliegen, der Kampf fĂŒr ein befreites Leben wird weitergehen. Die kontinuierlichen Angriffe sollten fĂŒr alle revolutionĂ€ren und demokratischen KrĂ€fte ein Ansporn und Signal sein, sich zu organisieren, zu vernetzen, die weltweiten WiderstĂ€nde als einen gemeinsamen Kampf fĂŒr eine befreite Gesellschaft zu sehen.

Wie weiter?

Egal ob ƞengal, Rojava oder die freien Berge Kurdistans, ein Angriff auf die Errungenschaften der kurdischen Bewegung, der Selbstverwaltung der ezidischen Bevölkerung oder die pluralistische Selbstverwaltung in Rojava, es ist ein Angriff auf das freie Leben weltweit. Es ist ein Angriff auf eines der grĂ¶ĂŸten Beispiele dafĂŒr, dass das Leben einer radikaldemokratischen und antipatriachalen Alternative als Gegenentwurf zu diesen VerhĂ€ltnissen möglich ist. Es ist ein Angriff auch auf unsere TrĂ€ume, als antifaschistische Linke und RevolutionĂ€re in Europa. Auch hier werden FreirĂ€ume wie die Liebig34, die Rigaer Straße oder die Waldbesetzungen im Dannenröder und Hambacher Wald vom Staat gerĂ€umt oder angegriffen. Auch hier zeigt sich der kapitalistische Wahnsinn in Umweltzerstörung, patriarchaler Gewalt und Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt.
Wir können nicht tatenlos zusehen, wie die Staaten in denen wir leben mit dem tĂŒrkischen Faschismus kooperieren, egal ob auf wirtschaftlicher oder militĂ€rischer Ebene. Deutsche Banken und Großkonzerne profitieren jeden Tag von den faschistischen Staaten und der Ausbeutung unterdrĂŒckter Völker weltweit, ob Mercedes und andere RĂŒstungskonzerne durch die Bereitstellung von militĂ€rischer AusrĂŒstung oder die deutsche und die Commerz Bank durch Investitionen in der TĂŒrkei. Auch Siemens mit der Beteiligung an riesigen Infrastruktur und Kohlebauprojekten in aller Welt. Der deutsche Imperialismus geht fĂŒr Kapitalinteressen ĂŒber jede moralische und nationalstaatliche Grenze hinweg ĂŒber Leichen.
Das der deutsche Staat damit bis jetzt oft damit durchkommt mĂŒssen wir Ă€ndern! Der Aufschrei und vor allem der Widerstand der linken KrĂ€ften hier, mĂŒsste viel grĂ¶ĂŸer sein, da wir eine Verantwortung tragen.

Jetzt gilt es den tĂŒrkischen Faschismus und seine Kollaborateure, die Profiteure dieses menschenverachtenden Systems, auf allen Ebenen anzugreifen! Geht in die Offensive, nehmt Rache fĂŒr seine Verbrechen!

Deshalb lasst uns zusammenschließen, als Kraft verstehen und die Offensive beginnen. Schaffen wir eine Öffentlichkeit fĂŒr die mörderische und imperialistische Politik der Bundesregierung. SolidaritĂ€t heißt Widerstand!
Antifaschismus bedeutet aufzustehen und aktiv zu werden gegen UnterdrĂŒckung, Umweltzerstörung, Ausbeutung, Krieg, Rassismus, Sexismus!

Und das auf der ganzen Welt, denn SolidaritĂ€t hört nicht mit Grenzen auf, also lasst uns unseren Kampf in einen internationalen Widerstand gegen Kapitalismus, Faschismus und Patriarchat einordnen und gegen die weltweit wĂŒtenden VerhĂ€ltnisse vorgehen!


About the attack of Turkish fascism on the liberated areas in Kurdistan

The fascist Turkish state is preparing a large-scale attack on the self-administered areas in Rojava, Sengal and the retreat areas of the guerrillas in Southern Kurdistan.

On Feb. 10, 2021, this attack began with a military operation on positions of the HPG People’s Defense Forces in the Gare region of southern Kurdistan. In the morning, the Turkish army bombed the area with fighter jets and helicopters. The guerrillas resisted and heavy fighting ensued. The attack on Gare, which started not from Turkey but from southern Kurdish territory, can be understood as the beginning of a new offensive of Turkish fascism on the revolutionary forces in Kurdistan.

This attack is not only directed against the emancipatory and democratic forces and aspirations in the region, but against revolutionary aspirations worldwide. The struggle of the Kurdish freedom movement and the revolution in Rojava are crystallization points and give inspiration and hope to revolutionary forces all over the world. Just like the Zapatista self-government in Mexico, they give a tangible example that a change of these conditions and an organization of society based on self-determination, women’s liberation and ecology is possible. These hope-giving examples are to be destroyed in order to stifle revolutionary aspirations in the face of the crisis in which the capitalist system undoubtedly finds itself.

Expansive foreign policy, patriarchal power and racist oppression at home, the essence of fascism.

The Turkish state, which has oppressed cultural and ethnic minorities, largely assimilated the press, administration and public according to racist and nationalist principles, and in recent years has continued to flaunt its expansive foreign policy, is acting in the historical tradition of fascism. It acts as a totalitarian continuation of the capitalist exploitation of man and nature according to racist, patriarchal and nationalist principles. The Turkish economy and large corporations are supported by foreign investors, Turkey has the second largest army in NATO, which promises gigantic profits from arms exports, and capital benefits from the rule of Erdogan and his AKP/MHP government in other areas as well. The destruction of the environment through dam projects, overexploitation of resources, the destruction of forests and unique ecosystems in the mountains of Kurdistan is immense.
The Turkish state forces the population under the motto: “One flag, one language, one country …” into a uniform ethnic concept, denies the existence of other ethnic groups or denigrates them as inferior. This is shown by the persecution, for example of Kurds and Armenians, in the past until today. In the Ottoman Empire, the so-called Young Turk movement, which laid the foundation of Turkish nationalism, committed genocide against the Armenian population in 1915 with the support of the German Empire. The Kurdish population was harassed since the existence of the Turkish Republic, their language and culture were banned, their representatives were persecuted and any resistance was brutally suppressed. Exemplary for this is the massacre of Dersim in 1938. All Kurdish place and city names were “Turkishized”, first and last names were renamed to Turkish and the Kurdish culture was completely denied, this applies in large parts until today. As a consequence against colonization and oppression, the Kurdish liberation movement was formed in the 1970s in the form of the PKK, which has since been fighting for a self-governing, socialist Kurdistan. Since its founding, the PKK has continued to evolve and engage with revolutionary movements worldwide. Today it is fighting for a free society in council socialist grassroots democracy, women’s liberation and ecology in Kurdistan and worldwide.

Currently there is a wave of femicides, the right to bodily self-determination has been increasingly restricted in recent years and marital rape has been legalized by the state. All women who resist are persecuted and subjected to repression, for example Melek Ipek, who shot her husband in self-defense after years of beatings, torture and death threats, was charged with murder by the state and imprisoned. Women who defend themselves against the patriarchal attacks are not acted upon in the patriarchal and fascist Turkish state.

The nationalist-Islamist regime of the ruling parties AKP and MHP does not accept diversity, but propagates the superiority of the Turkish people. The AKP/MHP regime also pursues an expansive and aggressive policy in its foreign policy; it envisions the reestablishment of an Islamist empire modeled on the Ottoman Empire under the Turkish flag. Thus Erdogan supported Azerbaijan’s attack on Armenia on the grounds that it would help “all Turkic peoples in the reconquest of their country”. Turkish and Azerbaijani soldiers unabashedly posed with the war flag of the Ottoman Empire.

The role of the South Kurdish PDK

Turkey’s alliance with the PDK (Partiya Demokrata KurdistanĂȘ; PDK for short), plays a crucial role in the preparations. The PDK is the party of the Barzani clan in southern Kurdistan (northern Iraq), and it works closely with Turkey and Western imperialism. The Barzani clan has created a system of cronyism and corruption in northern Iraq and uses the “autonomous status” from the central government in Baghdad for its own benefits. The PDK is used as an ally by the capitalist states of the global north to advance neoliberalism and capitalism in the Middle East and as a watchdog against the freedom movement in the form of the PKK and other emancipatory forces in the Middle East. At the same time, it cooperates massively with Turkish fascism, a large oil production program and pipeline projects in favor of Turkey, economic agreements and a variety of military and intelligence facilities are a part of the cooperation with fascism. Currently, under the control of the Barzani clan, the region is becoming a retreat and operational space for Turkish intelligence agents, criminals and right-wing extremists who are courted in the capital Erbil, while people who fled Turkey due to political persecution are persecuted, imprisoned and tortured by the PDK. As early as the 1990s, the Peshmerga, the military forces of the PDK, fought alongside Turkey against the PKK and any efforts for freedom, self-government and grassroots democracy. The Peshmerga are massively supported and promoted by Germany and the USA, among others, with material and military training. Allegedly, this is done to support the fight against IS. This is completely implausible, as it was the Peshmerga who withdrew from ƞengal and left the Yezidi population there to the threat of massacres by the “Islamic State”. At that time, the PKK’s People’s Defense Units (HPG) intervened and defended the population against the attacks. After the IS was driven out of the region, they supported the establishment of self-governing council structures and self-defense units of the Yezidi population in order to be able to defend themselves against threatening genocides in the future. The revolutionary efforts of the PKK, the self-governments in ƞengal and Rojava are a thorn in the side of the PDK, since a counter-design to its authoritarian-capitalist project is being lived there and its power is being questioned. Thus, the liberation movement is also a thorn in the side of NATO’s Middle East plans and the hegemonic-capitalist state; they stand in the way of a capitalist reorganization of the region.

In the last months the Peshmerga have established several military bases in the Medya defense areas ,the retreat areas of the guerrillas, as well as on the border with Rojava, it can be assumed that they will once again let Turkey make them the stooge of the racist-fascist interests. Turkey also intends to act against the Yezidi self-governing structures, it has already announced a military offensive there and the Peshmerga units allied with it are arming themselves in the vicinity of the region and are apparently getting ready to attack there as well. The PDK also supports the current attacks on Gare, so the fighter jets that bombed the area did not take off from Turkey, but from military bases located in Southern Kurdistan, the PDK leaves no stone unturned to act against the democratic and revolutionary efforts that threaten its power.

The situation in Rojava and the occupied areas in EfrĂźn.

In recent weeks and months, the attacks of the fascist Turkish occupation forces on the liberated areas of northeastern Syria have rapidly gained momentum. Starting from EfrĂźn (Afrin) and the resistance areas of ƞehba, through the front of Minbic and Ain Issa, to Til Temir and the northeastern DĂȘrik, the Turkish occupation army and its Islamist auxiliaries intensified their attacks against the civilian population and its revolutionary defense forces. Almost daily, the liberated areas of EfrĂźn and ƞehba, which have become home to hundreds of thousands of displaced people from the occupied regions of EfrĂźn Canton, are hit by Turkish artillery fire, and fear and terror continue to grip the areas under the control of the occupation forces. Not a day goes by without reports of further kidnappings and murders, robbery, looting, extortion and rape – crimes that are not exceptions but the bedrock of the Islamist occupation regime. True to NATO’s time-honored counterinsurgency doctrine, the occupiers retaliate for any partisan action by the Liberation Forces of EfrĂźn (HĂȘzĂȘn Rizgariya EfrĂźnĂȘ, HRE) with sheer terror against the civilian population and hours of shelling of self-governing villages and small towns.

In recent weeks, Erdogan has announced a military operation against the regions of DĂȘrik and ƞengal in order to make his dream of a Turkish empire within the borders of the Ottoman Empire come true. These threats were accompanied by bombardments on civilians in southern Kurdish villages in the Zagros Mountains and spying on the border with Rojava near DĂȘrik by intelligence agencies and high-ranking military officials.

In addition, the Turkish defense minister has held meetings with his counterparts in Erbil, Baghdad and also with Annegret Kramp-Karrenbauer in Berlin. It can be assumed that he tried to secure Germany’s support or approval for his attack plans. The FRG is an important economic and military ally for the Turkish state. In well-known continuity, the FRG cooperates for economic and geopolitical interests.

On February 4, the Southern Kurdish PDK ordered the closure of the SĂȘmalka/PĂȘƟxabĂ»r border crossing to Rojava until further notice. This can be understood as a further sign of an imminent attack. If this border crossing were to fall into Turkish hands, the area would be completely cut off from supplies of aid, medicine and food. Turkey is already blocking supplies and cutting off the water supply to a region. In the areas it has annexed, EfrĂźn and Serekaniye, violence and oppression based on Sharia law prevail.

Turkish fascism apparently prefers dates of historical significance for its attacks. Thus for the invasion on Rojava in the year 2019 the 09. October, the day on which the Kurdish representative Abdullah Öcalan was forced 1998 after international pressure to the departure from Syria was selected, in addition is it the day of the assassination of Che Guevara.

February 15 marks the anniversary of Abdullah Ocalan’s abduction in 1999, as well as Sheikh Said’s uprising and the declaration of Kurdistan’s independence in 1925. Ocalan, who wanted to take the path of negotiations and dialogue, was betrayed by several European countries, the United States and Turkey, and after false promises, rejections and a journey through Europe via Greece, Russia and Rome, he was finally arrested in Kenya and deported to Turkey. Sheikh Said declared the independence of large parts of Kurdistan on 15.02 and dared an uprising against the young Turkish republic under AtatĂŒrk. So, for the Kurdish freedom movement, this is a significant day in which the continuous resistance and struggle for independence is visible.

Then as now, the struggle for a liberated life is under attack, the attacks continue, but the worldwide resistance does not come to a standstill, the struggle for a liberated life will continue. The continuous attacks should be an incentive and signal for all revolutionary and democratic forces to organize, to network, to see the worldwide resistances as a common struggle for a liberated society.

What next?

Whether it is ƞengal, Rojava or the free mountains of Kurdistan, an attack on the achievements of the Kurdish movement, the self-government of the Yezidi people or the pluralist self-government in Rojava, it is an attack on free life worldwide. It is an attack on one of the greatest examples that the life of a radical democratic and anti-patriarchal alternative is possible as a counter-design to these conditions. It is an attack also on our dreams, as anti-fascist leftists and revolutionaries in Europe. Here, too, free spaces like Liebig34, Rigaer Straße or the forest occupations in Dannenröder and Hambacher Wald are cleared or attacked by the state. Here, too, capitalist madness shows itself in environmental destruction, patriarchal violence and exploitation on the labor market.

We cannot stand idly by while the states we live in cooperate with Turkish fascism, whether on an economic or military level. German banks and large corporations profit every day from fascist states and the exploitation of oppressed peoples worldwide, whether Mercedes and other arms companies by providing military equipment or the German and Commerz Bank by investing in Turkey. Siemens, too, with its involvement in huge infrastructure and coal-building projects around the world. The German imperialism goes for capital interests over every moral and nation-state border over corpses.

That the German state often gets away with it until now we must change! The outcry and especially the resistance of the left forces here, should be much greater, because we bear a responsibility.

Now it is necessary to attack Turkish fascism and its collaborators, the profiteers of this inhuman system, at all levels!

Therefore, let us unite, understand as a force and start the offensive. Let’s create a public for the murderous and imperialist policy of the federal government. Solidarity means resistance!

Anti-fascism means to stand up and become active against oppression, environmental destruction, exploitation, war, racism, sexism!




Quelle: De.indymedia.org