MĂ€rz 1, 2022
Von Freie ArbeiterInnen Union (FAU)
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Wir, das Internationale Komitee der FAU-Föderation, verurteilen die Invasion des russischen MilitÀrs in die Ukraine auf das entschiedenste. Wir rufen alle solidarischen Arbeiter:innen in Deutschland dazu auf, den Betroffenen in der Ukraine wie auch den mutigen Anti-Kriegsdemonstrant:innen in Russland alle erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen.

Die militĂ€rische Agression der russischen Regierung fordert aktuell Tote und Verletzte, zerstört StĂ€dte, Gemeinschaften und Existenzen, sie verfolgt die Macht- und Wirtschaftsinteressen weniger, bezahlt mit dem Blut und dem Leben von Tausenden. Langfristig droht sie die – auch heute schon begrenzten – Freiheitsrechte der ukrainischen Bevölkerung völlig zugunsten der politischen Diktatur auszulöschen.

Als transnationale und basisdemokratische Gewerkschaftsbewegung stehen wir hinter den WerktĂ€tigen und Mittellosen, die die grĂ¶ĂŸten Opfer in allen Kriegen erleiden mĂŒssen. Wir stehen auch hinter allen, die heute den Mut haben, trotz der enormen Repression in Russland gegen diesen Krieg aufzustehen.

Auch wenn wir den aktuellen Druck gegen die russische Regierung und Banken begrĂŒĂŸen, halten wir die moralische EntrĂŒstung der NATO-Staaten und der EU vor dem Hintergrund ihrer eigenen imperialistischen Politik fĂŒr wenig glaubwĂŒrdig. Wir denken dabei beispielsweise an die Angriffskriege der tĂŒrkischen Regierung auf Armenien, den Nord-Irak, Nord-Ost-Syrien, wir sprechen von der mangelnden UnterstĂŒtzung fĂŒr die AufstĂ€nde in Belarus oder Hongkong, wir sprechen von der mangelnden UnterstĂŒtzung fĂŒr die WiderstĂ€ndler:innen in Sudan und Myanmar. Entschieden wenden wir uns gegen jeglichen Imperialismus.

Letztendlich sind sowohl Russland als auch die EU und die NATO (ZusammenschlĂŒsse von) Nationalstaaten. Und wie bei solchen Machtgebilden ĂŒblich, setzen diese sich primĂ€r fĂŒr Kapitalinteressen ein. Kapitalinteressen, die unseren Interessen als Arbeiter:innen widersprechen. In diesem Sinne verurteilen wir auch die AnkĂŒndigung von Bundeskanzler Scholz (SPD) von Milliardenausgaben zur deutschen AufrĂŒstung, Milliarden die den Menschen in der Ukraine nichts nĂŒtzen und die in Deutschland im Sozial-, Pflege-, Gesundheits-, Bildungs- und Umweltbereich fehlen.

Im jetzigen Angriffskrieg gegen die ukrainische Bevölkerung rufen wir euch auf: Organisiert Wohnungen, Arbeitsstellen, Behörden-UnterstĂŒtzung und Fahrdienste fĂŒr GeflĂŒchtete aus Russland und der Ukraine, spendet Geld, Medikamente, SchutzausrĂŒstung wie Helme und Schutzwesten an linke Selbstverteidigungs- und SanitĂ€tseinheiten, unterstĂŒtzt Deserteur:innen beider Seiten, skandalisiert auch das Messen mit zweierlei Maß hinsichtlich der Angriffskriege des NATO-Staats TĂŒrkei.

Wir bitten alle solidarischen Arbeiter:innen Kontakte in die Ukraine mit uns zu teilen und sich mit uns ĂŒber das weitere Vorgehen zu koordinieren.

Als solidarische Arbeiter:innen stehen wir in einer sich destabilisierenden Welt vor gewaltigen Herausforderungen. Wir mĂŒssen uns organisieren, weltweit, basisdemokratisch und verbindlich. Wir mĂŒssen unsere SolidaritĂ€tskassen, unserer Übersetzer:innen- und Mediennetzwerke ausweiten, wir mĂŒssen Strukturen zum Selbstschutz der Arbeiter:innen und zur Überwindung humanitĂ€rer Krisen aufbauen. Keinen Handschlag fĂŒr den Krieg und seine Profiteur:innen – alles fĂŒr die globale SolidaritĂ€t!

Internationales Komitee der Gewerkschaftsföderation FAU,
organisiert in der International Confederation of Labour

UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten




Quelle: Fau.org