August 5, 2021
Von InfoRiot
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Justiz

Ermittlungen zu Bluttat in Lanz beendet

05.08.2021, 05:26

| Lesedauer: 2 Minuten


Der Schriftzug "Polizei" an einem Polizeirevier.

Der Schriftzug “Polizei” an einem Polizeirevier.

Foto: dpa

Lenzen/Neuruppin. Nach der Gewalttat in Lanz in der Prignitz, bei der ein 64-JĂ€hriger zunĂ€chst seine Frau und anschließend sich selbst mit einer KettensĂ€ge getötet hat, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsakten geschlossen. “Das Ermittlungsverfahren ist beendet”, sagte der Leiter der Abteilung fĂŒr Kapitalverbrechen bei der fĂŒr den Fall zustĂ€ndigen Staatsanwaltschaft in Neuruppin, Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer, der Deutschen Presse-Agentur. “Das war eine Trennungsgeschichte”, erklĂ€rte er. Es sei keine Seltenheit, dass jemand, der unzufrieden mit seinem Leben sei, andere mit in den Tod reiße.


Ein Zeuge hatte in dem Fall Ende Mai die Polizei alarmiert. Als die Polizisten eintrafen, war es bereits zu spĂ€t: Sie fanden nur noch die Leichen des 64-JĂ€hrigen und der 62 Jahre alten Frau auf dem GrundstĂŒck des gemeinsamen Hauses. Der Mann hatte seine Frau mit der KettensĂ€ge enthauptet. Die 62-JĂ€hrige hatte sich von ihm getrennt, beide wohnten nicht mehr in dem Haus. Es sollte ein letztes Treffen werden.

Es ist keine Seltenheit, dass eine Frau durch ihren Ex-Partner oder Noch-Partner getötet wird. Neun sogenannte Femizide zÀhlte die Kriminalpolizei in Brandenburg im vergangenen Jahr. Sechs Mal blieb es beim Tötungsversuch, drei Mal starb eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner. Acht TatverdÀchtige waren mÀnnlich, eine weiblich. Der Altersdurchschnitt lag bei 53 Jahren, die Getöteten waren im Schnitt etwa 51 Jahre alt. Im Jahr 2019 gab es elf FÀlle. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden gezielt gegen Frauen gerichtete Straftaten nicht gesondert erfasst.

“Der Tod ist nur die letzte Eskalationsstufe, das Ende einer langen Gewaltspirale”, sagt Laura Kapp, Referentin fĂŒr Organisation beim Netzwerk der brandenburgischen FrauenhĂ€user. Tod durch KettensĂ€ge, ein Mann ertrĂ€nkt seine Frau vor den Augen seiner Kinder in einem Teich in Werder – das sind nur einige FĂ€lle, die das Netzwerk unter den Begriff Femizid verbucht. Den FĂ€llen ist gemeinsam: Die Frauen stehen in einer Beziehung zum TĂ€ter. “Der Trennungsmoment ist der gefĂ€hrlichste”, erklĂ€rt Kapp. Auf keinen Fall sollten Betroffene alleine zu einem Treffen gehen, um das der Ex-Partner bittet.

Aus Sicht von Kapp sind anlassbezogene Fallkonferenzen wichtig. Polizei, JugendĂ€mter und FrauenhĂ€user mĂŒssten zusammenarbeiten, Informationen austauschen. “Fast kein Fall passiert aus der Luft. Meist gab es schon einmal eine Wegweisung, Polizei oder Jugendamt wurden schon einmal gerufen.” FĂ€lle hĂ€tten so verhindert werden können.

© dpa-infocom, dpa:210805-99-715845/2





Quelle: Inforiot.de