Januar 13, 2021
Von Karawane MĂŒnchen
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Gestern wurden – wie bereits angekĂŒndigt und zu befĂŒrchten war – erneut 26 Menschen aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben.

Die DPA-Meldung hierzu:

„Kabul (dpa) – In Kabul ist erneut ein Flugzeug aus Deutschland mit 26 abgeschobenen Afghanen an Bord eingetroffen. Die Maschine landete am Mittwochmorgen in der afghanischen Hauptstadt, wie Beamte am Flughafen der Deutschen Presse-Agentur sagten.
Die Abgeschobenen sind alle MĂ€nner – 25 von ihnen sind strafrechtlich verurteilt, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mitteilte. Das genaue Spektrum der Vergehen war zunĂ€chst unklar. Neun BundeslĂ€nder beteiligten sich demnach an der Abschiebung: Brandenburg, Berlin, Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Der jĂŒngste Abschiebeflug startete am Dienstagabend in DĂŒsseldorf, wie die Bundespolizei in Sankt Augustin bestĂ€tigte. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums begleiteten 84 Bundespolizisten den Flug. Es war die 35. Sammelabschiebung seit dem ersten derartigen Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und LĂ€nder bisher 963 MĂ€nner nach Afghanistan zurĂŒckgebracht.
Nach einer Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie war im Dezember erstmals seit MÀrz 2020 ein Abschiebeflug eingetroffen. Die afghanischen Behörden hatten Deutschland und andere Staaten der EuropÀischen Union zwischenzeitlich um einen Stopp der Abschiebungen gebeten.
Afghanistan fordert dem Bundesinnenministerium zufolge negative Coronatests fĂŒr die Abgeschobenen.
Abschiebungen in das Krisenland sind umstritten. Trotz der Aufnahme von FriedensgesprĂ€chen geht der BĂŒrgerkrieg mit den militant-islamistischen Taliban weiter. In den vergangenen zehn Jahren wurden dabei mehr als 100.000 Zivilisten getötet oder verletzt. Die Wirtschaft und das ohnehin schon schwache Gesundheitssystem Afghanistans werden durch die Corona-Pandemie zusĂ€tzlich stark belastet.“

Wir finden es skandalös, dass wĂ€hrend Deutschland sich aufgrund der Corona-Pandemie im Lockdown befindet, Kontakte eingeschrĂ€nkt und das öffentliche Leben heruntergefahren ist es den deutschen Behörden und Politiker*innen weiterhin ein so großes Anliegen ist in ein Land abzuschieben, dass von Krieg, Terror und Elend geplagt ist – #Afghanistanisnotsafe

Aus diesem Anlass veröffentlichen wir hier nochmals zwei unserer RedebeitrĂ€ge von der Demonstration gegen die Sammelabschiebung nach Afghanistan im November in MĂŒnchen.

Der erste Redebeitrag ist unser Gruppenbeitrag der Karawane. Als Text außerdem auch noch im Anhang  der eindrucksvolle Text eines afghanischen Genossen in unserer Gruppe, der bei der Demo gehalten wurde.

Redebeitrag Demo Karawane 16.11.20

2. Redebeitrag Demo 16.11.20




Quelle: Karawane-muenchen.org