Mai 22, 2022
Von FAU Freiburg
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RĂŒckblick: Die fĂŒr MĂ€rz 2020 angesetzten SuE-Tarifauseinandersetzungen wurden wegen Corona ausgesetzt und nun endlich in den letzten Monaten gefĂŒhrt.

Ziel war es die Berufe des Sozial- und Erziehungsdienstes aufzuwerten und sie dem Einstiegsgehalt und sie auf die Stufe eines Ingenieurs im öffentlichen Dienst anzuheben, also deutlich zu erhöhen. Sowie auch die Gehaltsstufe bei Arbeitgeber:innenwechsel ĂŒbernommen werden. Beides wurde nicht erreicht.
Es ist nicht mal ein Inflationsausgleich.

Zulagen

In den Verhandlungen wurden 130 € fĂŒr Erzieher:innen und 180 € fĂŒr Sozialarbeiter:innen Zulagen ab 1.7.2022 beschlossen. Warum wurde dies nicht rĂŒckwirkend zum MĂ€rz 2020 geltend gemacht?
Diese Zulagen beziffern die Bosse nach ihrer Rechnung auf ein Plus von 3,7%, demgegenĂŒber stehen eine Inflationsrate von 7-8% sowie die Steigerungen von Energiekosten.
Dementsprechend sinken die Reallöhne anstatt zu steigen. Aufwertung heißt AbschlĂŒsse weit ĂŒber der Inflation.

Stufenlaufzeiten

Was im ersten Moment gut klingt ist lediglich ein Ende der jahrelangen Schlechterstellung der Kolleg:innen im TVöD-SuE-Tarif bei den Stufenlaufzeiten, gegenĂŒber den allgemeinen TvöD-Stufenlaufzeiten-Regeln.

So sind im TVöD-SuE 8 Jahre erforderlich um zum Beispiel in die Stufe 4 zu kommen, mit der allgemeinen TVöD-Regel sind es 6 Jahre. Und das vor dem Hintergrund das bei jedem Arbeitswechsel die Stufe wieder auf Anfang gestellt werden kann und wird.

Doch diese SelbstverstÀndlichkeit soll erst mit fast 1,5 Jahren Verzögerung zum 1. Oktober 2024 angewendet werden.
Sonderregeln mĂŒssen immer eine Besser- und keine Schlechterstellung sein, alles andere ist Lohnklau.

„Zwei-plus-zwei“

Es gibt nun „Zwei-plus-zwei“-Entlastungstage. Mehr Urlaub ist immer gut, eine allgemeine Arbeitszeitreduzierung („30 Stunden Woche fĂŒr Alle“ bei vollem Lohnausgleich) ist jedoch viel besser. Die Vor- und Nachtteile solch einer Regelung (die „plus-zwei“ Tage sind Geld das in Freizeit umwandelt werden können) wurde ja schon im Kontext der IGM AbschlĂŒsse diskutiert.

Die nicht endenden wollende Friedenspflicht

Die LaufzeitlÀnge des Vertrages endet am 31.12.2026. Dies lange Laufzeiten verhindert SolidaritÀt und stoppt die aktuell entstandene Dynamik. In 4 Jahren kann erneut alles aufgebaut werden, statt in einem Jahr wieder zu verhandeln und die erarbeitete Kampfbedingungen strategisch auszubauen und zu nutzen. Statt den 8.3.2023 wieder zum Auftakt zu machen, herrscht nun wieder jahrelang Friedenspflicht.

Partizipationsstreik

Positiv ist herauszustellen, dass durch den Partizipationsstreik auch Kolleg:innen bei den freien, zum Teil kirchlichen TrÀgerschaften gestreikt werden konnte und auch wurde, diese hatten zum Teil bis dato striktes Streikverbot.

AG Soziale Berufe der FAU Freiburg

Erzieher in Freiburg und aktiv bei der Basisgewerkschaft FAU, zeigt sich gegenĂŒber Radio Dreyeckland Ă€ußerst unzufrieden mit der Einigung. Von Entlastung könne keine Rede sein. RDL.de hat mit ihm gesprochen.




Quelle: Freiburg.fau.org