Mai 5, 2022
Von Anarchosyndikalismus
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Zahlreiche Anarchosyndikalist*innen in mehreren LĂ€ndern haben am Ersten Mai wieder fĂŒr die Rechte von Arbeiter*innen, sowie gegen Ausbeutung und UnterdrĂŒckung demonstriert. Und damit auch die Tradition des Gedenkens an die Justizopfer des Haymarket-Massakers von 1886 weitergefĂŒhrt. Mahnmal fĂŒr die Opfer des Haymarket-Massakers von 1886 in Chicago, bestehend aus SteinsĂ€ule und weiblicher* Bronzefigur, die mit einem Blumenstrauß und einer rot-schwarzen Fahne geschmĂŒkt wurde

Nach Berichten der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA), die zu direkten Aktionen aufgerufen hatte, gab es unter anderem Proteste und Versammlungen ihrer Gewerkschaftsmitglieder in Brasilien, Britannien, Chile, Kolumbien, Polen, Portugal, Schweden, Spanien und den USA.

Im deutschsprachigen Raum fand (neben kleinen Aktionen in Köln und MĂŒnchen) auch ein internationales Treffen statt, denn die Basisgewerkschaft Priama Akcia aus der Slowakei war zu Besuch beim Wiener Arbeiter*innen-Syndikat in der österreichischen Hauptstadt. Auf dem WAS-Blog ist folgender Bericht der PA-IAA darĂŒber zu lesen:

„Normalerweise versuchen wir, den 1. Mai auf praktische Weise zu begehen. Letztes Jahr veröffentlichten wir an diesem Tag einen Fragebogen mit dem Ziel, mit Menschen in der Slowakei in Kontakt zu treten und wir beteiligten uns auch an der Vorbereitung der Mai-Sonderausgabe der Zeitschrift Burič. Dieses Jahr folgten wir der Einladung des Wiener ArbeiterInnen-Syndikats (WAS) zum Picknick und zur Teilnahme an der Mayday-Demonstration.

Freundschaftliche Treffen mit der österreichischen Sektion der Internationalen ArbeiterInnen-Assoziation sind immer anregend. Das WAS befindet sich seit lĂ€ngerer Zeit in einer Ă€hnlichen Situation wie unsere Gewerkschaft und konnte nun in den letzten Jahren wachsen und etliche Arbeitskonflikte gewinnen. Mitglieder des WAS tauschten sich mit uns ĂŒber ihre bevorstehenden und laufenden KĂ€mpfe und die neuen AnsĂ€tze aus, zu denen sie aufgrund frĂŒherer ArbeitskĂ€mpfe gelangt sind. Wir nahmen auch gemeinsam an der, von lokalen antifaschistischen und antiautoritĂ€ren Kollektiven organisierten, Mayday-Demonstration durch Wien teil.

Letztes Jahr griff die Polizei die Menge an und verprĂŒgelte Hunderte von Menschen, die nach der Veranstaltung auf dem Rasen saßen, so dass es ungewiss war, was diesmal passieren wĂŒrde. Trotz der massiven PolizeiprĂ€senz, die durch die stĂ€ndige Anwesenheit eines Polizeihubschraubers ergĂ€nzt wurde, war die Demonstration letztendlich ein angenehmes Ereignis. Musik aus Lautsprecheranlagen sorgte ebenso fĂŒr Stimmung wie Bengalos oder die Neugestaltung der Fassade der Polizeistation. Die Veranstaltung wurde von ĂŒber 2500 Menschen besucht, womit es sich um die grĂ¶ĂŸte antiautoritĂ€re Mayday-Demonstration in den letzten beiden Dekaden gehand[el]t hat.

FĂŒr Anarchosyndikalisten ist der 1. Mai ein Symbol fĂŒr den Kampf der ArbeiterInnen fĂŒr kĂŒrzere Arbeitszeiten und fĂŒr ihre Interessen im Allgemeinen. Wir freuen uns, daß wir ihn dieses Jahr mit dem WAS in angenehmer AtmosphĂ€re verbringen konnen und die Gelegenheit hatten praktische Erfahrungen aus unserer tĂ€glichen Arbeit auszutauschen.“

Demonstrant*innen mit rot-schwarzen Bannern und Flaggen




Quelle: Anarchosyndikalismus.blackblogs.org