Mai 13, 2021
Von Indymedia
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Exkurs: Stationspsychologin W.

 Immer wieder beklagte K. im Haftalltag Konflikte mit seiner zustĂ€ndigen GefĂ€ngnispsychologin Frau PsychologierĂ€tin W. und war besorgt, die Anstalt setze auf „die biologische Lösung“, sprich seinen Tod.

Dieser Vorwurf kam auch gleich wieder auf, nachdem die Todesnachricht von K. die Runde machte. Einige Insassen gingen die Namen ihrer Klienten von Frau W. durch, welche aus der SV entlassen, welche auf andere Stationen oder die in andere Haftanstalten verlegt wurden oder welche starben. Die ĂŒberschlĂ€gige Bilanz fiel aus Insassensicht ernĂŒchternd aus. Mehr Insassen haben hĂ€nderingend die Verlegung auf andere Stationen oder gleich in andere GefĂ€ngnisse beantragt und durchgesetzt, als von ihr bis zur Haftentlassung begleitet zu werden. Selbst was die Bilanz was TodesfĂ€lle einerseits und Entlassungen andererseits betrifft, scheint es ein Ungleichgewicht zu geben. Immer öfters fragen sich Insassen, wann dies auch mal anderen Stellen auffĂ€llt und begonnen wird, die Verantwortung nicht immer nur bei den angeblich so schwer gestörten Insassen zu suchen!

 Es handelt sich um jene Psychologin Frau W., die auch schon mal einen Insassen anriet, er könne sich ja in der Zelle aufhĂ€ngen wenn ihm das nicht passe. Eine, wie sie es spĂ€ter bezeichnete, „paradoxe Intervention“, eine therapeutische Technik, welche hoch anerkannt sei. Geknickt war auch ein anderer ihrer inhaftierten Klienten, der sich um zwei Stationsbewohner kĂŒmmert, mit ihnen eine Kochgemeinschaft grĂŒndete und versucht positiven Einfluss auszuĂŒben. Die uniformierten Bediensteten nehmen das auch war, aber in einer Stellungsnahme der PsychologierĂ€tin an das Gericht wurde aus dem tatkrĂ€ftigen Einsatz des Insassen nur noch ein: „nach Angaben des Untergebrachten“, so als wĂŒrde er sich dessen rĂŒhmen und vielleicht stimme es gar nicht, da die Aussage schließlich nur auf „seinen Angaben“ beruhe, statt auf den Beobachtungen des Personals. Aber das ist die mitunter etwas spitze Art von W.

 Ausblick

 Einen Gedenkgottesdienst habe der Verstorbene K. ausdrĂŒcklich abgelehnt, so die Anstalt in ihrem Aushang. Wer sich dennoch im Gedenken versammeln wolle, dĂŒrfe sich gerne an die GefĂ€ngnisseelsorge wenden, so das ‘Leitungsteam’ der SV abschließend.

 Jetzt wird erstmal in KĂŒrze die Zelle von K. gerĂ€umt werden, danach von einem als Desinfektor tĂ€tigen Insassen desinfiziert und danach ist Platz fĂŒr den nĂ€chsten Klienten von Frau W.

 Thomas Meyer-Falk, z.Zt. Justizvollzugsanstalt (SV),

 Hermann-Herder-Str.8, 79104 Freiburg

 https://freedomforthomas.wordpress.com

 




Quelle: De.indymedia.org