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CW: Polizeigewalt.

Als Miterlebende des gewaltsamen Vorgehens der Polizei bei der #mayday Demonstration wollen wir nun auch ein paar Worte dazu verlieren.
(Disclaimer: Es handelt sich hierbei um unsere subjektiven Wahrnehmungen und EindrĂŒcke ohne GewĂ€hr und VollstĂ€ndigkeit)

Die Demonstration startete in Ottakring und zog friedlich in die innere Stadt. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich und zeigten, wie stark und solidarisch die österreichische Linke sein kann. Als der Demonstrationszug dann schließlich im Sigmund Freud-Park, wo die abschließenden RedebeitrĂ€ge stattfinden sollten, ankam, machte sich langsam eine unruhige Stimmung breit. Es war ein unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig großes Polizeiaufgebot vor Ort, rund um den ganzen Park verteilt.
Einige Aktivist:innen sorgten mit einem #bannerdrop auf einem BaugerĂŒst an der Votivkirche fĂŒr Aufmerksamkeit. Als Konsequenz wurde noch mehr Polizei beigeholt und einige vollkommen unbeteiligte Menschen wurden gekesselt. Zwei bekannte Rechtsextreme mischten sich in die solidarische Menge um den Kessel und begannen mit Pfefferspray um sich zu sprĂŒhen [Edit: laut Medienberichten soll es sich bei den Personen nicht um Rechtsextrem, sondern um Zivi-Bullen gehandelt haben (oder ja vielleicht auch beides
) mehr dazu mit Verweis unten]. Diese wurden von der Polizei schnell aus der Menge entfernt, die Situation fĂŒr die linken Demonstrant:innen verschlimmerte sich jedoch.

Es kamen immer mehr Polizeiwannen angefahren. Die #scheisspolizei umstellte den Park. Die grundlos gekesselten Personen wurden abgefĂŒhrt, darunter auch eine Journalistin, die gewaltvoll von einem Autodach runtergerissen wurde, sodass sie sich den Kopf aufschlug.
Die Polizei stĂŒrmte kurz darauf mit exzessivem Pefferspray- und KnĂŒppeleinsatz die Straße des achten Mai, auf der sich Demonstrant:innen befanden. Die meisten konnten sich in den Park retten, jedoch stand daraufhin eine Wand aus mehreren hundert Polizist:innen zwischen Votivkirche und Sigmund Freud-Park. Zeitgleich sammelte sich auch rund um den Park eine Hundertschaft an Polizist:innen, sodass dieser vollkommen umzingelt war. Ohne Vorwarnung, dass die Demonstration aufgelöst sei, oder BegrĂŒndung begann die Polizei die Situation zu eskalieren und den Park, mit Pfefferspray und KnĂŒppel, von allen Seiten gewaltvoll zu stĂŒrmen. Die Beamt:innen griffen die Anwesenden auch verbal an. So wurden viele als „Sche*ßzecken“, „H*rensohn“, „W*chser“, uvm. beschimpft. Es war ihnen völlig egal, dass auch Kinder und Kleinkinder dabei waren. Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde gewaltvoll niedergeprĂŒgelt und -gesprayed. Das zeugt einfach nur von perversen, sadistischen Machtphantasien und sollte niemals geduldet werden!

Dass als Reaktion auf diese Aktion Flaschen und Dosen auf die Polizei geworfen wurden, nahm diese in ihrer Rechtfertigung als BegrĂŒndung fĂŒr die Eskalation ihrerseits. Jegliche Logik wurde dabei natĂŒrlich völlig außer Acht gelassen, da die Flaschen erst nach der Eskalation geworfen wurden.
Nachdem genug Menschen aus dem Park geflohen waren, kesselte die Polizei die Restlichen ein. Der Angriff im Park war viel zu koordiniert um spontan gewesen zu sein! Insgesamt wurden elf Personen festgenommen, zwei sind mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Wieviele Menschen leichte bis schwere Verletzungen ohne Krankenhausaufenthalt davongetragen haben ist unklar. SanitÀter:innen waren vor Ort, wurden aber von der Polizei nicht zu den verletzten Menschen durchgelassen.

NatĂŒrlich wurde die Eskalation am 1. Mai – dem Tag des Kampfes fĂŒr die Arbeiter:innenrechte – durchgefĂŒhrt. An dem historischen Kampftag der arbeitenden Klasse gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Arbeit“gebenden“ Klasse. Es war eine geplante Eskalation als Mittel der Repression gegen die Demonstrationsteilnehmer:innen!

Unsere SolidaritÀt gilt allen von Repression Betroffenen!
(Wie immer, wenn ihr von Repression betroffen seid, bei der Roten Hilfe melden!)

Deshalb:
Organisiert euch!
Bildet euch!
Bildet andere!
Bildet Banden!
SolidaritÀt gegen ihre Repression!

Bilder von @presse_service_vie @_enlig und twitter.com/_schwarzekatze

#w0105 #mayday21 #mayday #1mai #polizeigewalt

[ Edit. Verweis: https://www.heute.at/s/elf-festnahmen-bei-mai-kundgebung-im-votivpark-100140433 ]




Quelle: Asjwien.wordpress.com