Mai 12, 2022
Von Indymedia
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In der Nacht zum 12.05. wurde in der Pontstraße in Aachen ein “Grenzzaun” aufgestellt, der den Weg versperrte. An daran hĂ€ngenden Schildern war zu lesen:

Du stehst hier vor einem Zaun, der dir den Weg versperrt. Vielleicht bist du auf dem Weg zur Arbeit oder möchtest einkaufen gehen. Jetzt ist es natĂŒrlich lĂ€stig, dass du hier nicht durch kommst – aber bestimmt gelangst du mit einem kurzen Umweg trotzdem an dein Ziel. FĂŒr viele andere Menschen ist das nicht so ohne Weiteres möglich.
An Europas Außen- und Binnengrenzen hungern unzĂ€hlige Menschen auf der Flucht, erfrieren, werden von Grenzbeamt*innen misshandelt und verprĂŒgelt und gezwungen, unter menschenunwĂŒrdigen Bedingungen zu leben – oder zu sterben.
Hier bekommen wir davon kaum etwas mit, außer, wenn alle paar Monate etwas den deutschen Medien doch berichtenswert vorkommt. Aber das Leiden und die UnterdrĂŒckung gehen tagtĂ€glich weiter. Wir wollen deshalb mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen. Dieser Zaun stört vielleicht den Alltag einiger weniger – andere ZĂ€une zerstören Menschenleben.

Aktuell schmĂŒckt sich die EU wieder mit großen Worten wie Freiheit, Menschlichkeit, SolidaritĂ€t. Wir begrĂŒĂŸen es, dass FlĂŒchtende aus der Ukraine mehr Perspektiven und UnterstĂŒtzung haben. Doch das sollte fĂŒr alle Menschen gelten, die vor Krieg, Verfolgung, Terror und Armut fliehen – nicht nur fĂŒr weiße europĂ€ische EuropĂ€er*innen. In dieser Form entlarvt die plötzlich zur Schau gestellte Hilfsbereitschaft Deutschlands nur seinen Rassismus. Das Preisen der sogenannten „westlichen Werte“ ist in dieser Situation nichts als zynisch.

SolidaritÀt mit allen Menschen auf der Flucht!
Gegen Grenzen und eine Welt, die sie braucht!




Quelle: De.indymedia.org