April 17, 2021
Von Chronik
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MĂŒnchen, 2020/2021

Luxus-Bau komplett verunstaltet: „Living Isar“-Projekt sorgt fĂŒr Wirbel – Unternehmen hĂ€lt sich bedeckt

Der Kampf um bezahlbaren Wohnraum in MĂŒnchen wird hĂ€rter. Immer wieder verĂŒben Gentrifizierungsgegner AnschlĂ€ge auf Luxusimmobilien. Jetzt hat es ein Projekt in Untergiesing getroffen.

MĂŒnchen – Quadratisch, praktisch, höchst umstritten: Die Mieter der 17 adrett angeordneten, sandfarbenen WohnwĂŒrfel mit ulkiger DachbegrĂŒnung in Untergiesing suchen nach Luxus und Komfort. Im Sommer schon beziehen die Ersten ihre neue Bleibe im „Living Isar“. So wurde das Wohnungsbauprojekt der MĂŒnchner Unternehmensgruppen ABG und BĂŒschl an der Hellabrunner Straße getauft. Es grenzt an die Isarauen und den Mittleren Ring.
MĂŒnchen: Teures Wohnbauprojekt in Untergiesing nicht zum ersten Mal attackiert

Doch nicht jeder zeigt sich so begeistert von den teuren WohnstĂ€tten (bis zu 13.000 Euro pro Quadratmeter) auf 3,3 Hektar FlĂ€che im ehemaligen Arbeiterviertel: WĂ€hrend die Bauarbeiten in der NĂ€he des Candidplatzes in vollem Gange sind, kommt es immer wieder zu AnschlĂ€gen auf das Projekt. Im November 2019 hatten Unbekannte Fensterscheiben des BĂŒrogebĂ€udes auf der Baustelle eingeschlagen und mit Farbe beschmiert. Zuvor war ein Brandanschlag auf den Verkaufscontainer verĂŒbt worden. Zuletzt im Dezember vermeldete das PolizeiprĂ€sidium MĂŒnchen* eine SachbeschĂ€digung auf der Baustelle:

„In den Nachtstunden auf Freitag, den 4. Dezember 2020 bewarfen bislang unbekannte TĂ€ter die Fassade einer Baustelle in MĂŒnchen-Untergiesing im Bereich Candidplatz mit Farbbeuteln“, heißt es. Die Unbekannten betraten die Baustelle wohl durch einen geöffneten Bauzaun. „Im Anschluss warfen sie auf die Fassade eines noch nicht fertiggestellten Mehrfamilienhauses Farbbeutel mit grĂŒner und roter Farbe. Das Wohnhaus wurde auf einer FlĂ€che von ca. 30 mÂČ beschĂ€digt.“ Nach Polizeiangaben belĂ€uft sich der Sachschaden auf mehrere tausend Euro.
MĂŒnchen-Giesing: 423 neue Wohnungen entstehen bei „Living Isar“-Projekt

Die BĂŒschl Unternehmensgruppe hĂ€lt sich mit Informationen zu den jĂŒngsten Vorkommnissen bedeckt. So viel ist sicher: Die Schmierereien werden entfernt, bevor die ersten Wohnungen bezogen werden.

Auf dem GelĂ€nde entstehen circa 423 Wohnungen fĂŒr etwa 1000 Bewohnerinnen und Bewohner. Knapp 100 der Domizile sind gefördert. ZusĂ€tzlich sind öffentliche und private GrĂŒn- und FreiflĂ€chen, soziale Einrichtungen wie zwei KindertagesstĂ€tten und vertrĂ€gliche gewerbliche Nutzungen wie ein CafĂ© oder eine BĂ€ckerei geplant. Die Wohnungen, beworben mit dreifach verglasten Fenstern, Tiefgarage und Fußbodenheizung, sind mittlerweile alle verkauft.

MĂŒnchen: Wut ĂŒber Gentrifizierung treibt TĂ€ter zu Angriffen auf Immobilienprojekte

Gentrifizierungsgegner suchen mehr denn je nach Aufmerksamkeit in MĂŒnchen: Mit aufgesprĂŒhten Botschaften verbreiten sie ihre Hassbotschaften beispielsweise auch am Roecklplatz und an der Fraunhoferstraße. Dort haben unbekannte TĂ€ter die Glockenbachsuiten mit roter Farbe beschmiert, vermutlich mit einem Paintball-Gewehr.

Die Angst vor Gentrifizierung hat lÀngst auch den Stadtteil Maxvorstadt erfasst. Wenn die neue Google-Zentrale fertig ist, könnte der Immobilienmarkt weiter angeheizt werden.

Quelle: TZ




Quelle: Chronik.blackblogs.org