Januar 17, 2022
Von FAU Halle
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Hallescher Pflegedienst muss nach ungerechtfertigter KĂŒndigung zahlen

Die FAU Halle konnte vor dem Arbeitsgericht Halle erfolgreich gegen eine ungerechtfertigte KĂŒndigung vorgehen. Der hallesche Pflegedienst Lebensdank 2.0 GmbH hatte versucht unter widersprĂŒchlichen GrĂŒnden eine Pflegekraft zu kĂŒndigen. In einem gerichtlichen Vergleich wurde sich nun auf ein spĂ€teres Ende des ArbeitsverhĂ€ltnisses und entsprechende Lohnnachzahlungen geeinigt. Nach langem Hinhalten hat das Unternehmen nun endlich gezahlt.

Das Pflegeunternehmen fiel im Laufe des Konfliktes besonders durch Unkenntnis und Missachtung sowohl von arbeitsrechtlichen Mindeststandards, als auch von pandemiebedingten lebensnotwendigen Hygienestandards negativ auf. So erfolgte die KĂŒndigung nachdem der betroffene Kollege sich mehrfach ĂŒber die mangelnde QualitĂ€t der Pflege- und Arbeitsbedingungen beschwert hatte und unmittelbar nachdem er einen positiven Coronatest vorlegte. Zudem berichtete er ĂŒber Erfahrungen rassistischer Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Das ganze Verfahren wirft einmal mehr ein schlechtes Licht auf die Bedingungen in der Pflegebranche. Kolleg*innen, die wichtige Arbeit leisten, können unter widrigen Bedingungen nur schwerlichst ihrer TĂ€tigkeit angemessen nachkommen. Menschen, die Pflege brauchen, werden dadurch vernachlĂ€ssigt und unnötigen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt. Es steht zu befĂŒrchten, dass dies kein Einzelfall ist. Verbesserungen sind nur in Sicht, wenn die Kolleg*innen sich stĂ€rker vernetzen und gewerkschaftlich organisieren.




Quelle: Halle.fau.org