August 25, 2021
Von FAU Marburg
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Arbeitskonflikt zwischen einem Mitglied der Freien Arbeiter:innen Union Magdeburg und der BIOlounge GmbH (u. a. Bioladen „Brot und KĂ€s’“ am Hasselbachplatz) erfolgreich beendet. Das Unternehmen zahlte den geforderten Betrag ĂŒber 1.350 Euro vollumfĂ€nglich.

Das Mitglied L. wandte sich Ende Mai an das Team der gewerkschaftlichen Sprechstunde der FAU, nachdem ihr zum zweiten Mal die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verwehrt wurde. Nach der arbeitsrechtlichen Absicherung durch die Beratung bestand das Mitglied auf ihr Recht und erhielt in der Folge zumindest 2/3 des Geldes. Wenige Wochen spĂ€ter erhielt sie jedoch aus fadenscheinigen GrĂŒnden die KĂŒndigung. Da sich im BeratungsgesprĂ€ch noch weitere Probleme offenbarten, ging das Mitglied zusammen mit ihrer Gewerkschaft in die Offensive und erzwang letztlich eine Zahlung von 1.350 Euro.

Ende Juni wurde das Mitglied von der Filialleitung zu einem GesprĂ€ch eingeladen, bei dem ihr die KĂŒndigung vorgelegt wurde. Dabei wurde L. massiv dazu gedrĂ€ngt, die einvernehmliche KĂŒndigung zu unterschreiben. Bestandteil dieser KĂŒndigung sollte der Verzicht auf jedwede Nachforderungen sein. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrung dĂŒrfte also ihr illegitimes Vorgehen bewusst gewesen sein. Das Mitglied L. erbat sich Bedenkzeit und unterschrieb diese KĂŒndigung richtigerweise nicht. In der Folge setzte sie sich direkt mit ihrer Gewerkschaft in Verbindung. Nach so einer Behandlung wollte das Mitglied nicht gegen die KĂŒndigung angehen, sondern lediglich ihre finanziellen AnsprĂŒche durchsetzen. Zusammen mit ihrer Gewerkschaft formulierte L. schließlich eine eigene einvernehmliche KĂŒndigung, in der detailliert die fehlenden Gelder aufgelistet wurden. Die geforderte und nun ausgezahlte Summe setzt sich aus der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, nicht bezahltem Lohn und Urlaubsabgeltung zusammen. So wurde L. wiederholt mit weniger Wochenstunden zum Dienst eingeteilt, als ihr durch den Arbeitsvertrag (10 h/Woche) zugesichert wurden. Laut Gesetz muss dennoch die vertraglich geregelte Stundenzahl gezahlt werden, was im vorliegenden Fall nicht geschehen ist. „Gerade bei den sogenannten Minijobs hören wir in unserer Sprechstunde immer wieder von unvollstĂ€ndig ausgezahltem Lohn. Bei dem sowieso schon geringem Gehalt ist das natĂŒrlich eine riesige finanzielle Belastung und Unsicherheit.“, erklĂ€rt Hannes K., SekretĂ€r fĂŒr Gewerkschaftliche Aktion der FAU Magdeburg, die Folgen fĂŒr die geringfĂŒgig BeschĂ€ftigten. Zu vermuten ist, dass das Unternehmen die ihrer Ansicht nach unbequeme Angestellte unbedingt loswerden wollte, sodass die GeschĂ€ftsleitung die KĂŒndigung und die darin enthaltenen Forderungen unseres Mitglieds akzeptierte. Die 1.350 € entsprechen immerhin 3-4 MonatsgehĂ€lter einer sogenannten Minijobberin. „Das zeigt wieder einmal, dass es sich zu kĂ€mpfen lohnt – gerade wenn unvollstĂ€ndige Löhne gezahlt werden und BeschĂ€ftigten ihre rechtmĂ€ĂŸige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht zugestanden werden.“, zeigt K. sich mit dem Ausgang des Konflikts zufrieden. Mittlerweile steht die FAU mit weiteren BeschĂ€ftigten des Bioladens Brot & KĂ€s‘, der zur BIOlounge GmbH gehört, in Kontakt, um weiteres Fehlverhalten aufzuzeigen und anzugehen.

Die FAU Magdeburg ist eine kĂ€mpferische Gewerkschaftsinitiative, die konsequent auf der Seite der LohnabhĂ€ngigen steht. Als Syndikat ĂŒben wir mit direkten Aktionen Druck auf Chef:innen und andere EntscheidungstrĂ€ger:innen aus, um die Interessen unserer Mitglieder durchzusetzen. Wir unterstĂŒtzen aber nicht nur die LohnabhĂ€ngigen selbst, sondern wollen das gesamtgesellschaftliche Leben Neugestalten – nach solidarischen und basisdemokratischen Prinzipien.

Die Pressemitteilung als PDF oder als Bild:

Presseanfragen bitte an: faumd-presse@fau.org




Quelle: Magdeburg.fau.org