April 17, 2021
Von Chronik
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Berlin, 11. April 2021

In Kurdistan vergeht kein Tag ohne Krieg. Neben MilitĂ€roperationen setzt der TĂŒrkische Staat derzeit auf einen Krieg niederer IntensitĂ€t. Das heißt es erfolgen kontinuierlich kleinere Angriffe auf verschiedenen Ebenen (militĂ€risch, versorgungstechnisch etc.). Zweck der Strategie scheint die ZermĂŒrbung der Menschen vor Ort zu sein. Doch sie fĂŒhrt auch dazu, dass Internationalist*innen weltweit die Aufmerksamkeit fĂŒr KĂ€mpfe in Kurdistan aus den Augen verlieren und sich anderen Themen zuwenden.

Als Internationalist*innen begreifen wir uns nicht als UnterstĂŒtzer*innen sondern als Teil des Kampfes. Doch in den kapitalistischen Metropolen haben wir gelernt reflexhaft mit kurz angelegten Kampagnen auf MissstĂ€nde zu reagieren. Leider sind wir dadurch berechenbar und unsere Aktionen behalten oft nur Symbolcharakter. Im Falle der Angriffe auf Kurdistan in den letzten Jahren, haben wir stets nur auf militĂ€rische Großoffensiven des TĂŒrkischen Staates reagiert: Den TĂŒrkischen Angriff auf den Kanton Afrin im Januar 2018 beantworteten wir mit der Fight4Afrin Kampagne, den Angriff auf die Kantone KobanĂȘ und CizĂźrĂȘ im Oktober 2019 mit der Riseup4Rojava und Fight4Rojava Kampagne. WĂ€hrend der Kampagnen haben wir gezeigt wie kreativ und entschlossen wir gemeinsam im Herzen der Bestie sein können! Wir haben gezeigt, wie sehr wir die UnterstĂŒtzung des TĂŒrkischen Staates in seiner KriegsfĂŒhrung ablehnen und eigene Risiken in Kauf nehmen! Wir haben gezeigt, dass wir die Profiteure kennen, weitere benennen und bezahlen lassen können! Wir haben gezeigt, dass verschiedene Aktionsformen sich ergĂ€nzen und wir uns nicht spalten lassen!

Doch auch nach den Kampagnen hat die Parole „Deutsche Waffen, Deutsches Geldes morden mit in aller Welt!“ an AktualitĂ€t nichts verloren. Die Wirtschaft und die Politik im Herzen der Bestie schafft weiterhin die Bedingungen gegen welche unsere Freund*innen in Kurdistan kĂ€mpfen.

Wir denken, dass wir den Fokus nicht verlieren und stattdessen den Spieß umdrehen sollten: Die KontinuitĂ€t des Krieges und seiner UnterstĂŒtzung mit einer eigenen KontinuitĂ€t an Angriffen brechen um so die Profiteure des Krieges zu zermĂŒrben. Wir mĂŒssen mit der Kampagnenlogik brechen und strategisch diskutieren, wie wir eine KontinuitĂ€t eines Angriffs unsererseits zusammen schaffen können. Unser jetziger Vorschlag lautet: Kampagnenartige Angriffe sollten durch kontinuierliche, asymmetrische Angriffe ersetzt werden. Damit meinen wir: zu nicht vorhersehbaren Zeiten angreifen, an ĂŒberraschenden Orten, schlecht geschĂŒtzte Ziele, deren direkter Bezug zum Konflikt nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Wir dĂŒrfen unsere Ziele nicht aus den Augen verlieren, auch wenn sie von der medialen Aufmerksamkeit in den Hintergrund geschoben werden. Wir möchten fokussiert bleiben auch in Zeiten, in denen andere Themen uns auf den ersten Blick aktueller erscheinen. Aktionen mit verschiedenen Zielstellungen sollten stets kombiniert werden (Sachschaden erzeugen, Öffentlichkeitswirksamkeit herstellen etc.). Der Kampf muss konstant auf den Straßen Europas bleiben, um den Kriegsprofiteuren zu zeigen, dass es fĂŒr sie kein ruhiges Hinterland gibt!

Wir haben in der Nacht vom 10. auf den 11.4.2021 einen LKW von DB Schenker in Berlin Lichtenberg in Brand gesetzt. Um ein Übergreifen des Feuers auf in der NĂ€he stehende andere Objekte zu vermeiden, startete unser ZĂŒndmittel im mittleren Bereich des Lastwagens und nicht ganz vorne unter Fahrerhaus und Motor. Darauf – und auf einen möglicherweise robusteren Bodenschutz der Fahrzeuge dieses Konzerns, fĂŒhren wir den geringeren Schaden zurĂŒck. Das Unternehmen DB Schenker verdient sein Geld unter anderem mit der Logistik fĂŒr NATO StreitkrĂ€fte und ist fĂŒr RĂŒstungstransporte an die TĂŒrkische Armee mitverantwortlich. (https://chronik.blackblogs.org/?p=8816)

Wir rufen dazu auf DB Schenker anzugreifen, was z.B. bedeuten kann das Unternehmen öffentlich bloß zu stellen oder die in den Straßen abgeparkten LKW zu finden und zu vernichten. Ein LKW bedeutet Sachschaden fĂŒr das Unternehmen, viele LKW könnten das Unternehmen dazu bewegen aus der RĂŒstungsindustrie aus zu steigen. Da DB Schenker international agiert, kann der Konzern auch an vielen Orten angegriffen werden.

Die Aktion widmen wir unserer Freundin Sarah Handelmann (ƞehĂźd Sara DorƟün), die uns vor zwei Jahren, am 7.4.2019, genommen wurde. Sie wurde von der TĂŒrkischen Luftwaffe in den Bergen SĂŒdkurdistans ermordet. Sara, du bist unsterblich und wirst in unserem Kampf und unseren Herzen immer bei uns bleiben!

Racheeinheit ƞehüd Sara DorƟün

Mehr Infos und Inspiration unter:

fight4afrin.noblogs.org

fight4rojava.noblogs.org

riseup4rojava.org

herzdeskrieges.blackblogs.org

chronik.blackblogs.org

Quelle: Kontrapolis (Tor)

Im Fall eines beschĂ€digten Lkw in Lichtenberg ermittelt das Landeskriminalamt Berlin wegen versuchter Brandstiftung. Der 54-jĂ€hrige Fahrer des Fahrzeuges hatte den Lkw am vergangenen Freitag gegen 17 Uhr auf einem Parkplatz in der Storkower Straße / Paul-Junius-Straße abgestellt. Als er heute frĂŒh gegen 5 Uhr damit losfahren wollte, habe er beim Anlassen des Motors ein lautes Zischen vernommen. Nachdem ein herbeigerufener Werkstatt-Mitarbeiter unter dem Lkw Brandgeruch feststellte, fielen dem Fahrer dann ein angebrannter Reifen sowie starke BeschĂ€digungen am Tank auf. Das Feuer war augenscheinlich von selbst erloschen. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei ist der Brand nicht durch einen technischen Defekt ausgelöst worden. Da eine politisch motivierte Straftat nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt der Staatsschutz beim Landeskriminalamt. Personen wurden bei dem Vorfall nicht verletzt.

Quelle: Polizei




Quelle: Chronik.blackblogs.org