September 18, 2021
Von Chronik
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Dresden, 17. September 2021

Gegen den voranschreitenden Knastbau in Zwickau regt sich schon seit LĂ€ngerem auch militanter Widerstand. Getroffen hat es mittlerweile viele Firmen die sich an Bau, Planung oder Logistik beteiligt hatten. Besondere Aufmerksamkeit wurde hierbei dem Bauunternehmen Hentschke Bau gewidmet, dessen Chef auch durch Spenden an die AfD negativ aufgefallen war. Zu so einem großen Projekt gehören jedoch viele Beteiligte und wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, jemanden zu vergessen. Also widmeten wir uns in der Nacht vom 16. auf den 17. September mit einigen Litern Benzin dem IngenieurbĂŒro Rathenow in der Albertstadt. Wir schlugen zwei Scheiben ein und legten BrandsĂ€tze in den RĂ€umen ab. Wir hoffen, dass durch den Brand der reibungslose Ablauf weiterer Knastplanungen gestört werden konnte und die Firma versteht: Wer am Bau von KnĂ€sten verdient, wird die Konsequenzen tragen mĂŒssen! Auf dem GelĂ€nde fanden wir zusĂ€tzlich noch einen Bonzenschlitten, wir setzten ihn kurzerhand in Brand.

Wir sehen in KnĂ€sten einen Ort der zugespitzten VerstĂŒmmelung, in dem Menschen gebrochen werden (sollen). Die Ausgestoßenen der Gesellschaft werden hier weggesperrt, um Probleme im Zusammenleben zu verstecken. Anstatt kollektiv Verantwortung fĂŒr diese Probleme zu ĂŒbernehmen, wird es der Justiz ĂŒberlassen, wer in der Welt außerhalb der Mauern leben darf und wer den engen Umkreis des GefĂ€ngnisses nur durch GitterstĂ€be und ZĂ€une betrachten soll. Als Anarchist*innen stellen wir uns gegen staatliche Repression, wir stellen uns gegen die Einsperrung von Menschen, sei es durch analoge Mauern oder die technologische Inhaftierung im FreiluftgefĂ€ngins. Mit eben der selben Entschlossenheit stellen wir uns an die Seite der Gefangenen. Der Kampf inner- und außerhalb der KnĂ€ste nimmt verschiedenste Formen an, die sich gegenseitig ergĂ€nzen. Manche stellen sich an Sylvester vor den Knast oder schreiben Briefe, andere organisieren sich gegen die ZustĂ€nde und machen die klĂ€glichen VerhĂ€ltnisse hinter den Mauern bekannt, wieder andere kĂŒmmern sich um die konkrete UnterstĂŒtzung der Insassen. Hin und wieder ziehen einige los, mit dem Ziel, die Profiteure von Ausbeutung und Inhaftierung zur Rechenschaft zu ziehen.

Hier ein Text mit Positionen zu KnÀsten, die wir teilen
https://chronik.blackblogs.org/?p=11185

Bei aller Feindschaft, die wir gegenĂŒber GefĂ€ngnissen und der Gesellschaft, die sie braucht, hegen, motivierte uns zu dieser Aktion vor allem die immer noch andauernde Inhaftierung von Lina und der Prozessbeginn gegen sie und weitere GefĂ€hrt*innen letzte Woche hier am Oberlandesgericht. Sie sind angeklagt, Faschisten angegriffen und sich als kriminelle Vereinigung organisiert zu haben. Ihnen wird vorgeworfen, konsequent antifaschistisch gehandelt, also Faschisten wirksam bekĂ€mpft zu haben. Wer behauptet, dieser Kampf sei an der Wahlurne, in Parlamenten oder im „demokratischen Diskurs“ zu fĂŒhren, verkennt die Geschichte dieses widerlichen Landes. Da der Staat die Grundlage des Faschismus ist, kann der Kampf gegen den Faschismus sich nicht auf die vom Staat zugelassenen Mittel beschrĂ€nken. Faschisten mĂŒssen auch militant angegriffen werden, sie mĂŒssen sich fĂŒrchten noch weiterhin aktiv zu sein, sie mĂŒssen an ihrem menschenfeindlichen Tun handfest gehindert werden.

Wir danken den Genoss*innen, die Faschisten verprĂŒgeln!
Wir schicken das Knistern unserer Flammen zu Lina, ELLA/Up1 und Boris!
Freiheit fĂŒr alle Gefangenen!
FĂŒr die Anarchie!

Einige Autonome

P.S.: Zur Brandlegung im GebĂ€ude nutzten wir ca. 6 Liter Benzin, die wir auf 4 Flaschen mit 1,5 Liter Volumen verteilten. Das Auto entzĂŒndeten wir mit einer kleinen, ebenfalls mit Benzin gefĂŒllten, 0,5 Liter Flasche. Um auf den Überwachungskameras keine guten Bilder zu produzieren, trugen wir Regenponchos, die fĂŒr eine Verschleierung von Körperform und Gangart sorgen. Um unsere Kopfform unkenntlich zu machen, benutzten wir HĂŒte. Die Weiterentwicklung der Videoauswertung bereitet vielen Genoss*innen Sorge, wir wollen mit diesem Einblick Möglichkeiten aufzeigen, sich gegen diese Überwachungstechnik zu wehren.

Hier findet ihr eine Liste weiterer Knastprofiteure
https://list.noblogs.org/files/2021/07/FINALTARGETS-1.pdf

Quelle: Indymedia (Tor)

Brand Auto und in BĂŒrokomplex – Zeugenaufruf

Zeit: 17.09.2021, 00:30 Uhr   Ort: Dresden-Albertstadt

In der Nacht haben Unbekannte an der KönigsbrĂŒcker Straße offenbar einen Mercedes S 400 angezĂŒndet und versucht ein BĂŒrogebĂ€ude in Brand zu stecken.

Die TĂ€ter setzten zunĂ€chst den Mercedes auf noch unbekannte Weise in Brand. Anschließend zerstörten sie zwei Fensterscheiben eines BĂŒrogebĂ€udes und versuchten die dahinterliegenden RĂ€ume anzuzĂŒnden. Ein Zeuge konnte den Brand in einem Zimmer löschen, bevor grĂ¶ĂŸerer Schaden entstand. Außerdem sah er drei dunkel gekleidete Menschen wegrennen. Im zweiten Zimmer erlosch das Feuer offenbar von alleine.

Angaben zur Höhe des Sachschadens liegen bislang nicht vor. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung und prĂŒft auch, ob Hinweise fĂŒr eine politische Motivation vorliegen.

Quelle: Polizei




Quelle: Chronik.blackblogs.org