November 28, 2021
Von InfoRiot
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Der Auftakt des jĂŒdischen Lichterfests Chanukka in Potsdam ist am Sonntag geradezu spektakulĂ€r inszeniert worden. Üblicherweise wird bei der Zeremonie zu Beginn des acht Tage wĂ€hrenden Festes das erste Licht eines großen Leuchters entzĂŒndet.

Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels

Auf dem Steubenplatz am Landtag feierten die jĂŒdischen Gemeinden dies in diesem Jahr mit einer Feuershow. Bis zum 6. Dezember kommt nun tĂ€glich ein Licht am Leuchter hinzu – allerdings still und leise. Chanukka wird jĂ€hrlich gefeiert zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem.

Feuershow vor dem Chanukkah-Leuchter am Stadtschloss.
Quelle: Varvara Smirnova

In Potsdam haben sich im öffentlichen Raum zwei ĂŒberdimensionale elektrische Leuchter etabliert. Am Stadtschloss und am Stadthaus hinter dem Nauener Tor. Brandenburgs Kulturministerin Manja SchĂŒle nahm am Sonntag bei beiden rituellen EntzĂŒndungen teil.

Sie sagte: „Trotz der jahrtausendalten Tradition ist Chanukka ein sehr modernes Fest mit hoher Symbolkraft. Und: Das Chanukka-Fest erzĂ€hlt eine Geschichte, die JĂŒdinnen und Juden auf der ganzen Welt, aber auch nichtjĂŒdische Menschen bewegt und Hoffnung gibt.“ Es erinnere daran, dass man aus schwierigen Zeiten gestĂ€rkt hervorgehen könne, „wenn wir zusammenhalten und solidarisch sind.“

Der Leuchter im Hintergrund hat neun Arme. Das „Dienerlicht“ in der Mitte dient bei echten Leuchtern mit Kerzen zum EntzĂŒnden der acht anderen Lichter.
Quelle: Varvara Smirnova

Neue Potsdamer Synagoge seit kurzem im Bau

Das Lichterfest mitten in Potsdam sei zudem „sichtbares und weithin leuchtendes Zeichen lebendiger jĂŒdischer Kultur im Land Brandenburg und steht fĂŒr Mut, Sichtbarkeit, Zusammengehörigkeit.“

FĂŒr die Potsdamer jĂŒdischen Gemeinden ist es ein besonderes Jahr: Nach langem Streit erfolgte erst vor wenigen Tagen die Sie wird nur wenige Schritte vom Chanukka-Leuchter auf dem Steubenplatz entfernt in der Schloßstraße gebaut.

Der historische Hintergrund von Chanukka reicht fast 2200 Jahre zurĂŒck. Das Fest erinnert an das „Ölwunder“ bei der Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im Jahr 164 vor Christus. Der Tempel war wĂ€hrend der Judenverfolgung unter dem Seleukiden-König Antiochus IV Epiphanes entweiht und durch den jĂŒdischen FreiheitskĂ€mpfer Judas MakkabĂ€us zurĂŒckerobert worden.

Die Legende besagt, dass in dem Tempel nur ein kleines KĂ€nnchen mit geweihtem Öl ĂŒbrig geblieben war, das aber auf wundersame Weise fĂŒr acht Tage reichte, bis neues Öl gepresst werden konnte.

Von Peter Degener




Quelle: Inforiot.de