November 11, 2020
Von Indymedia
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In NRW gelten im November strengere Corona-Regeln. Vor diesem Hintergrund hat die Initiative „Unsere Utopie gegen ihre Repression“ die fĂŒr den 21. November in Köln anlĂ€sslich des 27-jĂ€hrigen PKK-Verbots geplante Großdemonstration abgesagt. Stattdessen findet ein bundesweiter dezentraler Aktionstag statt. Alle „freiheitsliebenden, feministischen, antirassistischen, antikapitalistischen und demokratischen Menschen“ sind eingeladen, Kundgebungen in ihren StĂ€dten anzumelden, um fĂŒr eine befreite Gesellschaft in Deutschland, Kurdistan und ĂŒberall auf der Welt aufzustehen. „Lasst uns bundesweit unsere Stimme erheben und fordern: PKK? Na klar!!!”, heißt es in einem Aufruf:

Die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) gibt es nun seit 42 Jahren. Sie grĂŒndete sich als organisierte Selbstverteidigung gegen den faschistischen Terror und Genozid, den der tĂŒrkische Staat gegen die kurdische Gesellschaft verĂŒbte. Sie grĂŒndete sich außerdem mit dem Ziel eines unabhĂ€ngigen, vereinigten und sozialistischen Kurdistans. Der Beweis dafĂŒr, dass diese Utopie lebt, ist die Umsetzung des Demokratischen Konföderalismus in Rojava (Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien).

Die PKK organisierte sich dort zusammen mit der Gesellschaft, sodass sich die Menschen vor Ort inmitten der Angriffe des IS und des tĂŒrkischen Staates nicht daran hindern ließen, weitere Grundlagen fĂŒr eine befreite Gesellschaft aufzubauen. Grundpfeiler des Demokratischen Konföderalismus sind: Geschlechterbefreiung, Ökologie und die Organisierung einer basisdemokratischen Gesellschaft.

Es war der Widerstand der YPJ, YPG und der Guerilla der PKK, der die Menschlichkeit im Kampf gegen den Faschismus des Islamischen Staates (Daesh) verteidigte. Ihr Einsatz verhinderte im Sommer 2014 den Völkermord an der ezidischen Bevölkerung in ƞengal!

Weg mit dem PKK-Verbot!!!

Mithilfe des PKK-Verbots versucht die Bundesregierung seit 27 Jahren eine der wichtigsten demokratischen KrĂ€fte unserer Zeit mundtot zu machen. Die systematischen EinschĂŒchterungsversuche spiegeln sich in tausenden Gerichtsverfahren, hunderten von Festnahmen und Razzien wider. Die UnterdrĂŒckung, welche die kurdische Bewegung in der TĂŒrkei erfĂ€hrt, wird in Deutschland fortgefĂŒhrt. Aufgrund wirtschaftlicher Interessen spielt der deutsche Staat dem Despoten Erdogan in die HĂ€nde.

Schluss mit Repression und Kriminalisierung!

Kurdische Vereine werden kontrolliert, linke Genoss*innen erfahren massive Kriminalisierung und Gewalt. Auch nach den Debatten um Black Lives Matter ist sich die Polizei in Deutschland nicht zu schade, Aktivist*innen, Migrant*innen und Demonstrant*innen of Color mit einer HĂ€rte anzugehen, die zeigt, wie sehr der deutsche Staatsapparat auf Rassismus basiert!

WĂ€hrend organisierte Nazis und Rassist*innen als Teil des deutschen Polizeiapparates und Teil des Verfassungsschutzes agieren, wachsen faschistisch organisierte Terrornetzwerke in Deutschland stetig weiter. Wir fordern: Schluss damit!

Weil wir ein gutes Leben fĂŒr alle wollen, weil wir uns ĂŒber die Grenzen des fĂŒr uns vorgesehenen Rahmens hinweg bewegen und uns nicht mit den Zuschreibungen eines rassistisch-patriarchalen Systems identifizieren wollen, werden wir alle kriminalisiert. Die Gewalt und Repression gegen Sympathisant*innen der PKK ist ein Angriff gegen die demokratische Gesellschaft und betrifft uns somit alle!

Unsere Utopie gegen ihre Repression!

Weltweit regt sich der Widerstand gegen den patriarchal-rassistischen „Normalzustand“ der kapitalistischen Moderne, weltweit wird versucht diese WiderstĂ€nde zu brechen. Doch unsere antipatriarchalen, antikolonialen, antikapitalistischen, demokratischen KrĂ€fte sind nicht aufzuhalten!

Wenn wir unsere KĂ€mpfe verbinden und damit beginnen, gemeinsam fĂŒr eine feministische, ökologische und demokratische Gesellschaft ĂŒberall einzustehen, dann können wir eine neue Welt schaffen! Eine Welt, in der viele Welten Platz haben!

Ideen und Inspiration fĂŒr den Aktionstag:

-Kundgebungen in allen StÀdten

-Verbreitung unserer Plakate (zu finden auf https://unsereutopie.noblogs.org/material/)

-kreativ und mutig sein, Flagge zeigen

-VideobeitrĂ€ge fĂŒr ein Aktionsvideo zum Thema „Unsere Utopie gegen ihre Repression bedeutet fĂŒr mich…” an unsere-utopie@riseup.net schicken.




Quelle: De.indymedia.org