Oktober 13, 2021
Von Indymedia
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Silvio Meier, Kurt Schneider, Luke Holland, Eugeniu Botnari, NSU 2.0, Hanau, Halle, die Morde des NSU und der Neukölln-Komplex zeigen nur zu deutlich wozu rechte Chatgruppen, Nazi-SEKs, Drohbriefe und das Geschwafel von EinzelfĂ€llen fĂŒhren. Die faschistische Bedrohung ist offensichtlich. ZusĂ€tzlich zu klassisch organisierten Neonazis und faschistischem Potential der Mehrheitsgesellschaft ist einerseits die AfD als parlamentarische Verankerung des Faschismus dazu gekommen. Andererseits wird uns das Ausmaß der nie durchgesetzten Entnazifizierung durch den wöchentlichen Bericht ĂŒber Nazi-Strukturen bei Bullen und MilitĂ€r vor Augen gefĂŒhrt. Es ist unsere Pflicht diese Strukturen entschlossen zu bekĂ€mpfen und die faschistischen Mörderbanden zu zerstören!

In der deutschen Geschichte nach ’45 stellt der NSU einen Bruch fĂŒr Betroffene und Migrant*innen dar – denen der NSU mit seinen Taten und Botschaften drohte. Am 4.11.2021 jĂ€hrt sich die Selbstenttarnung des NSU zum 10. mal.
Seit spĂ€testens Mitte der 90er fing der NSU an AnschlĂ€ge auszufĂŒhren. Die ersten Bomben und BrandsĂ€tze gingen nicht hoch. Nach einer Durchsuchung und Verurteilung von Uwe Böhnhardt tauchte das Kerntrio unter. 1999 verĂŒbte der NSU einen Rohrbomben-Anschlag auf Mehmet O. in einer Bar. Zum GlĂŒck ĂŒberlebte er den Anschlag. Am 9. September 2000 ermordete das Kern-Trio Enver ƞimƟek an seinem Blumenstand. Er war das erste Opfer der ČeskĂĄ-Mordserie, in der von 2000 – 2006 auch noch Abdurahim ÖzĂŒdoğru, SĂŒleyman TaƟköprĂŒ, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, Ä°smail YaƟar, Theodoros Boulgarides, Mehmet KubaĆŸÄ±k und Halit Yozgat kaltblĂŒtig ermordet wurden. Durch den Sprengstoffanschlag 2001 in Köln und den Anschlag in der Keupstrasse 2004, wurden 23 Personen teils sehr schwer verletzt. Als letztes Opfer traf es 2007 MichĂšle Kiesewetter und endete schließlich in der Selbstenttarnung des NSU am 4. November 2011.

Am NSU laufen verschiedene faschistischen Strukturen zusammen. Teilstrukturen wie die NPD, der III. Weg, Blood and Honours/Combat 18’s neue Strukturen wie Brothers of Honour und Brigade 8, bestehen alle weiter.
Die Nazi-Netzwerke bei Bullen und MilitĂ€r waren auch Strukturen, in denen Mundlos und Eminger in extrem rechten Kompanien an Waffen ĂŒbten und sich austauschten. Wie der VS tat der MAD (Geheimdienst d. MilitĂ€rs) nichts gegen den NSU. Der MAD wollte Informationen sammeln, V-MĂ€nner anwerben und die Kameraden schĂŒtzen. Nach dem alte Nazi-Strukturen beim MilitĂ€r an die Öffentlichkeit kamen, gab es einen Schlag auf die Finger. Das gleiche ekelhafte Spiel wie heute.
Der Verfassungsschutz treibt sein Unwesen noch immer. Im Neukölln-Komplex weiß der VS ĂŒber die faschistische Strukturen und die Planung von AnschlĂ€gen Bescheid und informiert nicht mal die Betroffenen. In selber alter Linie sammelt der VS Informationen ohne etwas zu tun. So auch bei dem Uniter-Netzwerk, bei dem der VS viele Informationen zugespielt bekam ohne darauf zu reagieren.
Im Bezug auf den NSU ist die antifaschistische Bewegung gescheitert. Weder wurden die Morde des NSU als faschistischer Terror erkannt, noch gab es eine Reaktion auf die Selbstenttarnung, die annĂ€hernd der Dimension des NSU gerecht wurde. Betroffenen, die die AnschlĂ€ge als rassistisch erkannten, wurden auch von Antifas nicht gehört. Aus diesem Versagen mĂŒssen wir lernen.

Nach wie vor ist die Gefahr des faschistischen Terrors nur zu deutlich prĂ€sent. Es liegt an uns Konsequenzen aus frĂŒheren Fehlern zu ziehen: Betroffenen muss zugehört werden. Auch ist auf den Staat kein Verlass – Wir mĂŒssen eine antifaschistische Gegengewalt aufbauen. Die Pflicht den Faschismus zu zerschlagen stellt eine schwierige Aufgabe dar. Vereinzelt geben wir schnell in Verzweiflung auf. Auch zusammen bleibt es schwer, doch erst so wird es möglich, dass der Faschismus besiegt wird. Lasst uns zusammenkommen, uns erproben uns zum Angriff vorbereiten. Wir wollen entschlossen eine gemeinsame Demo bestreiten – Und die Kampfansage umsetzen!

Antifaschistische Demonstration: Fight Back – Rechte Strukturen in den Sicherheitsbehörden zerschlagen!
13. November 2021, um 18 Uhr
S/U Lichtenberg (Ausgang Siegfriedstraße)




Quelle: De.indymedia.org