September 22, 2021
Von Anarchistische Gruppe Dortmund
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Fall Ella - 01.10 um 19 Uhr im Black Pigeon

Es war ein abschreckendes Urteil nach einer langen Untersuchungshaft: Die immer noch „unbekannte Person Nr. 1“ wurde vom Amtsgericht Alsfeld zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das dramatische Gerichtsverfahren basierte dabei komplett auf Erfindungen. Mehrere SEK-Polizisten tischten eine frei erfundene Story zu den AblĂ€ufen bei der RĂ€umung der Waldbesetzung gegen die A49 im Herbst 2020 auf. Sie phantasierten von Fußtritten und KniestĂ¶ĂŸen, Lebensgefahr, Todesangst und Verletzungen. GeschwĂ€rzte Atteste mit gar nicht zum Tattag passenden Daten wurden als Beweise akzeptiert, WidersprĂŒche zwischen Aussagen am Tag selbst und den konstruierten VorwĂŒrfen Tage oder Wochen spĂ€ter zu MissverstĂ€ndnissen umetikettiert. Es war völlig klar: Mit „Ella“, die wie unbekannte Person (UP1) genannt wird, war ein Zufallsopfer gefunden, um die ganze Bewegung zu diskreditieren und abzuschrecken. Offenbar war den Lobbyist:innen einer Weiter-so-Autogesellschaft und der autoritĂ€r-politischen Justiz ein Schlag gegen Verkehrswende-Aktive wichtig, da diese durch die Besetzung des Dannenröder Waldes deutlich gestĂ€rkt wurden. Der Alsfelder Richter SĂŒĂŸ machte sich zum Handlanger und willigen Vollstrecker. Paradox: Er schwĂ€chte die Verteidigung von Ella durch die Ablehnung von zwei der drei vorgesehenen Verteidiger:innen mit dem absurden Argument, diese seien kritisch gegenĂŒber dem Autobahnbau eingestellt. Er selbst gehört einer Partei an, die auf regionaler und ĂŒberregionaler Ebene offen fĂŒr den Autobahnbau eintritt – doch fĂŒr ihn galt die erfundene Regel politischer NeutralitĂ€t nicht.


Am 1. Oktober 2021 wird an vielen Orten der Film zum gesamten „Fall Ella“ uraufgefĂŒhrt. Mit Hilfe der vorhandenen Videos und weiteren ErklĂ€rungen zeigt er, wie alles abgelaufen ist und warum Anklage, HaftgrĂŒnde und
die gesamte Beschuldigungsstory eine LĂŒge sind.
Neben vielen anderen StĂ€dten soll der Film auch in Dortmund gezeigt werden, deshalb laden wir Euch ganz herzlich fĂŒr den 01.10. ab 19 Uhr ins Black Pigeon (Scharnhorstraße 50) ein. Ab 18 Uhr gibt es zudem die Möglichkeit, im Black Pigeon Briefe an Ella und weitere gefangene Menschen zu schreiben. Die gesamte Liste der Termine und Orte der FilmvorfĂŒhrung finden sich unter: ella.siehe.website




Quelle: Agdo.blackblogs.org