August 12, 2022
Von Indymedia
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Am Samstag, den 06. August, haben wir einen Firmenwagen des Immobilienkonzerns Vonovia in Frankfurt am Main mit dem Spruch ,,STADT FÜR ALLE” verschönert und die Reifen aufgestochen.

Der Immobilienriese Vonovia ist schon lange bekannt für maßlose Kapitalmaximierung und systematische Abzocke von Mieter*innen. Es geht nicht um Wohnraum für alle, der Konzern ist schlicht nicht interessiert an bezahlbaren Wohnraum, sondern an steigenden Gewinne für einige Wenige.

Wir verweisen an dieser Stelle auf einen Text von Genoss*innen aus Berlin, die gut zusammengefasst haben, wieso der Konzern einen Scheiß auf Mieter*innen gibt und Wohnraum zur Ware macht.

,,Vonovia (ehemals Deutsche Annington) ist mit fast 565.000 Wohnungen (Stand: 2022) der größte Immobilienkonzern in der BRD. Im Jahr 2021 machte dieser einen Umsatz von 5,180 Mrd. Euro. Dabei macht Vonovia einen guter Teil des Gewinns überhaupt nicht mit den eigentlichen Mieteinnahmen, sondern mit lächerlich überzogenen Nebenkostenabrechnungen.

Der Trick dabei ist, dass sich Vonovia die Rechnungen für Instandhaltung und Modernisierungen über eines ihrer über 350 Tochterunternehmen selbst in Rechnung stellt und diese Rechnungen dann auf die Mieter*innen umlegt. Ob diese Instandhaltungen wirklich notwendig sind entscheidet dabei allein der Vermieter – also Vonovia. “Insourcing der Dienstleistungen für optimales Prozessmanagement und maximale Kostenkontrolle” nennt Vonovia diese Abzockstrategie.

Und hier kommen auch die Vonovia-Autos ins Spiel, weiße Transporter, die mit großer Vonovia-Aufschrift in nahezu allen deutschen Innenstädten zu sehen sind. Die gehören als Dienstwägen der sogenannten “Objektbetreuer”, streng genommen nicht Vonovia, sondern einem der besagten Tochterunternehmen. Die vier größten heißen Deutsche TGS, Deutsche Multimedia Service GmbH, Vonovia Immobilienservice GmbH und Vonovia Wohnumfeld Service GmbH.

Die Aufgabe der sogenannten “Objektbetreuer” die mit den Vonovia-Autos rumfahren ist nicht, wie jetzt vielleicht einige denken könnten, notwendige Reparaturen an z.B kaputten Fenstern durchzuführen. Sowas könnte ja durchaus im Interesse der Mieter*innen sein. Reparaturen dürfen den Mieter*innen aber nicht in Rechnung gestellt werden, Instandhaltungsmaßnahmen schon.
Dementsprechend erstreckt sich der größte Teil der Aufgaben der “Objektbetreuer” eben nicht auf Reparaturen, oder Auffinden echter Mängel, sondern auf allgemeine Kontrollen, die allein der Minimierung des Verwaltungsaufwandes, der Risiken des Vermieters und der Beschaffung von Informationen für die Geschäftssteuerung dienen – “optimales Prozessmanagement und maximale Kostenkontrolle” eben.
In anderen Worten: Statt kaputte Wasserleitungen zu reparieren haben die “Objektbetreuer” den Job mit den weissen Vonovia-Transportern von Objekt zu Objekt zu fahren und die Nebenkosten in die Höhe zu treiben, indem sie sich dort zu neuen “Instadhaltungsmaßnahmen” inspirieren lassen, die den Mieter*innen in Rechnung gestellt werden können. Baum- und Hydrantenkontrollen zum Beispiel. Die Kosten dieser “Objektbetreuung” werden – Überraschung – über die Betriebskosten abgerechnet und damit direkt den Mieter*innen in Rechnung gestellt und übersteigen die – viel zu niedrigen – Löhne der als “Objektbetreuer” Angestellten deutlich. Beide, Mieter*innen und Angestellte sind somit Leidtragende und Ausgebeutete der Vonovia und ihrer Tochterunternehmen.” (https://de.indymedia.org/node/36818)

Die Stadt der Banken ist schon lange dafür bekannt, dass sich kaum ein mensch mehr die Miete in Innenstadt-Nähe leisten kann. Wohnungslose, migrantisierte Menschen sollen dabei besonders durch steigende Mieten, ständige Bullenpräsenz und flächendeckende Video-Überwachung aus dem Stadtbild verdrängt werden. Hinzu kommen die ständig steigenden Preise für Lebensmittel und andere grundlegende Dinge, jetzt noch stärker spürbar aufgrund der Inflation. Der Vorschlag aus der deutschen Politik lautet: Rente erst mit 70 und die 40-Stunden-Arbeitswoche. Wir akzeptieren diese Scheiße nicht.

Es braucht eine umfassende Praxis direkter Aktionen, die Kämpfe gegen Gentrifizierung, Ausbeutung und Verdrängung thematisiert. Dieser Kampf kann nicht losgelöst von den vorhandenen kapitalistischen Verhältnissen gesehen werden, die den Mietenwahnsinn überhaupt erst produzieren. Vonovia-Autos stehen überall in der Stadt rum. Egal, ob aufgestochene Reifen, Graffiti oder entglaste Fensterscheiben. Für mehr widerständige und militante Aktionen gegen Immobilienkonzerne in Frankfurt und überall.

Den Häusern denen, die drin wohnen! Gegen eine Stadt für Reiche!




Quelle: De.indymedia.org