November 15, 2020
Von Die Plattform Ruhr
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Fred ist am Montag im Alter von 67 Jahren in Dortmund gestorben. Fred war Musiker, Moderator, langjĂ€hriger Programmchef des Cabaret Queue in Hörde, Fußballtorwart und ein unermĂŒdlicher KĂ€mpfer fĂŒr soziale Gerechtigkeit.

Freds Musikgeschichte ist eng verbunden mit der Folk-Rock Gruppe „Ape, Beck und Brinkmann“ aus Dortmund. Die 1979 gegrĂŒndete mit Cochise befreundete Band ist einer der bekanntesten Bands der alternativen Friedensbewegung. Der Song „Rauchzeichen“ (1979) war der heimliche Hit der Band und ist wohl bis heute einer der bekanntesten Songs der Umweltbewegung.

Freds Lieder behandeln die UnzulĂ€nglichkeiten unserer Zeit: Klimawandel und Umweltzerstörung, die Situation von GeflĂŒchteten, die Raumgewinne der Nazis, die Flucht in virtuelle Welten, den seelenlosen Konsum, der die Freiheit von Menschen zerstört. Aber auch die „kleinen Themen“, die fĂŒr viele Menschen von elementarer Bedeutung sind, greift Fred auf: Der Rentenbescheid, der nach Jahrzehnten harter Arbeit ein Leben am Existenzminimum festschreibt. Die Industriebrache, frĂŒher Lohn und Brot fĂŒr Tausende – heute ein StĂŒck „Industriekultur“ fĂŒr sightseeing-Tourismus mit dem Knappen-Chor als Draufgabe. Den verelendeten GlĂŒcksspieler, der in das Portmonnaie seiner kleinen Tochter greift
 Egal welchem Thema sich Fred widmete: Seine Lieder sind ein Sprachrohr fĂŒr den kritischen Geist. Sie sind ein Weckruf, die große und kleine Welt wieder lebensfreundlicher zu machen.

Wer sich sein letztes Werk aus diesem Jahr „Bedingungslos“, was nebenbei sein 30. (!!!) Album war, anhört, wird darin trotz alledem viel Hoffnung finden. So schreibt er selbst in seiner letzten Nachricht auf seiner Webseite: „. Dann schrieb ich noch „Bedingungslos“ doch so eine Art „Hoffnungshymne“, einfach eine Utopie, wie es weiter gehen könnte!“ In diesem Sinne sind wir Fred dankbar, fĂŒr all die schönen Lieder, die uns und so viele andere tief erreicht haben. Von allen von uns, die dich persönlich kennenlernen durften und allen, die nicht die Chance dazu hatten: Möge die Erde dir leicht sein! Du wirst auf immer weiterleben in deinem musikalischem Werk und deinen Taten!

„Eine Spur zuviel Salz, zu viele TrĂ€ume in mir, zu viele Autobahnspurn, doch immer noch keine Spur von dir“ 
 und „trotzdem weiter!“ 
denn: „frei ist der Mensch erst wirklich groß – bedingungslos!“




Quelle: Ruhr.dieplattform.org