November 21, 2020
Von Waldstattasphalt
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Disclaimer: Dieser Text wurde von Einzelpersonen verfasst und nicht mit der ganzen Besetzung abgesprochen. Es gibt keine autorisierte Gruppe und kein beschlussfĂ€higes Gremium, das ‚offizielle Gruppenmeinungen‘ fĂŒr die Besetzung beschließen könnte. Die Menschen in der Besetzung und ihrem Umfeld haben vielfĂ€ltige und teils kontroverse Meinungen. Diese Meinungsvielfalt wird daher hier nicht zensiert, sondern kann gleichberechtigt neben einander stehen. Kein Text spricht fĂŒr die ganze Besetzung oder wird notwendigerweise von der ganzen Besetzung gut geheißen.

Es war einmal das Barrio DrĂŒben


Wenn du am spĂ€ten Morgen an der Ground Kitchen angekommen bist, kochte natĂŒrlich irgendwas auf dem Feuer. Kaffee, Porridge oder schon irgendein Eintopf, der irgendwie immer gut wurde. War das Essen ĂŒberhaupt mal komplett verkackt? Vielleicht ein, zwei Mal gab es angebrannte Pampe.

Die Menschen rund herum wuselten, bauten an ihren Behausungen weiter. Spirit Level bekam eine TĂŒr, dann WĂ€nde und dann einen kleinen Ofen fĂŒr den anstehenden Winter.

Menschen haben dort dicht an dicht geschlafen, und sie haben ihre WĂ€rme geteilt und vervielfacht.

Weißt du noch, als Spirit Level noch existierte? Bevor es von den uniformierten StaatsgewaltĂ€tern heruntergerissen wurde? Scheiße ja, es ist erst Tage her.

Spirit Level hatte eine Couch. Es war ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer und an einem Seil hingen Klettergurte, die mensch sich spontan ausleihen konnte, um zum Beispiel die höchsten BaumhÀuser Cop Catcher und Baramborak zu erklimmen.

DrĂŒben war ein Zuhause. Seine BewohnerInnen waren kreativ und lustig und international und anarchistisch. Es war ein fantastischer, offener Ort. Dann wurde es umstellt von gesichtslosen StaatsarbeiterInnen, die gendern nicht mögen, mit ihren Waffen und Maschinen. Und die BewohnerInnen von DrĂŒben’s BaumhĂ€usern wurden riskant und rĂŒcksichtslos herausgerissen. Danach wurde auch der Rest abgerissen. Und das wurde dann Arbeit genannt.

Arbeit fĂŒr ein völlig aus der Zeit gefallenes Projekt. FĂŒr ein lebensverachtendes System. Und dann verarschen die Grimmigen mit den dunkelblauen Helmen dich auch noch, wĂ€hrend du in den BĂ€umen ausharrst. Und reden die ganze Zerstörung von Zuhause und Trinkwasserschutzgebiet schön – als einen einfachen Arbeitsauftrag, der ihnen auf keinen Fall nahe gehen soll. Sie klammern sich stur an ihre gesetzlich festgelegten Ideale.

Sie arbeiten selbstgerecht und mit „Schnelligkeit vor Sicherheit“ an diesem ohnehin lĂ€cherlichen Auftrag von der schwarz-kotzgrĂŒnen Landesregierung Hessens, die sich auf Beschwerden hin weiterhin nur feige rausredet. Verdammte Heuchler.

Verdammte Scheiße, es geht hier um unsere Zukunft!

Eigentlich bin ich auch gar nicht in erster Linie wĂŒtend, sondern traurig.

DrĂŒben war einmal, und was bleibt? Die Menschen, egal, wo sie jetzt sind.

UnabhÀngiger Mensch aus der Waldbesetzung Dannenröder Forst




Quelle: Waldstattasphalt.blackblogs.org