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Mit der ersten Novemberwoche jĂ€hrt sich dieses Jahr zu sechsten Mal eines der grĂ¶ĂŸten Signale internationaler SolidaritĂ€t als zahllose Menschen in der ganzen Welt ihre SolidaritĂ€t mit der kurdischen Befreiungsbewegung in ihrem Kampf gegen den Islamischen Staat (IS). Aus diesem Anlass rufen verschiedene ZusammenhĂ€nge zu Aktionen und Veranstaltungen auf. Den folgenden Text haben wir von der Nachrichtenseite ANF ĂŒbernommen.

Die Ökologiekampagne „Make Rojava Green Again“ ruft zur Teilnahme an der gemeinsam mit #RiseUp4Rojava und Women Defend Rojava ins Leben gerufenen „Internationalen Woche der SolidaritĂ€t und des Widerstandes“ vom 1. bis zum 8. November auf. In dem Appell fĂŒr die Aktionswoche, die am Welt-KobanĂȘ-Tag eingeleitet wird, heißt es:

Der 1. November 2014 war ein Meilenstein der internationalistischen SolidaritĂ€t. Damals gingen Millionen von Menschen auf die Straße, um den heroischen Widerstand von KobanĂȘ gegen die KrĂ€fte des IS zu unterstĂŒtzen, die rĂŒcksichtslos in weiten Teilen des Irak und Syriens wĂŒteten. Mit seinem Krieg gegen das Volk und die Natur Nord- und Ostsyriens setzte der IS die Tradition des syrischen Regimes fort, das die Ressourcen der Gebiete ausbeutete und das Ökosystem schwer beschĂ€digte. Der Kampf gegen diese dunklen MĂ€chte war nicht nur ein Kampf um Freiheit und Überleben, sondern zielte auch darauf ab, ein ökologisches System aufzubauen, in dem die Menschen durch Wiederaufforstung, nachhaltige Landwirtschaft und eine ökologische Energieinfrastruktur fĂŒr ihre Umwelt sorgen.

WĂ€hrend sie die KĂ€mpfer*innen der Frauen- und VolksverteidigungskrĂ€fte von Rojava – YPJ und YPG – unterstĂŒtzten, fanden fortschrittliche Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund hinsichtlich Alter, Geschlecht und politischer Orientierung Verbundenheit und Hoffnung auf eine bessere Zukunft und den Sieg des Lichts ĂŒber die Dunkelheit.

Als die YPJ und YPG KobanĂȘ vom IS befreiten und die Menschen begannen, die Stadt nach den Prinzipien der Frauenfreiheit, radikalen Demokratie und Ökologie wieder aufzubauen, pflanzten sie einen Setzling, der sich bald ĂŒber die gesamte Region Nord- und Ostsyrien ausbreitete.

Heute ist dieser Setzling zu einer sozialen Revolution herangewachsen und hat begonnen, den Menschen in der Region die FrĂŒchte von Freiheit und Hoffnung zu bringen. Mit seinem Paradigma, einen neuen Weg zu finden, um in Harmonie mit der Natur und der friedlichen Koexistenz zwischen den Völkern zu leben, inspirierte er Aktivist*innen auf der ganzen Welt in einer Zeit, in der die kapitalistische MentalitĂ€t der Nationalstaaten Chaos, Zerstörung und Krieg zwischen Mensch und Natur gleichermaßen verursacht.

Insbesondere die Angriffskriege, die der tĂŒrkische Staat nicht nur gegen Nord- und Ostsyrien, sondern auch gegen andere Teile Kurdistans fĂŒhrt, gefĂ€hrden die Errungenschaften dieser Revolution und stehen fĂŒr das genaue Gegenteil dessen, woran wir als Ökolog*innen glauben. Um die Region von ihrer einheimische Bevölkerung zu reinigen, brennen der tĂŒrkische Staat und seine VerbĂŒndeten Felder ab, fĂ€llen BĂ€ume und blockieren den natĂŒrlichen Wasserfluss des Euphrats, der die Region seit Beginn der Zivilisation zu einem Siedlungsparadies gemacht hat.

Nach der Besetzung der Region EfrĂźn, der grĂŒnen Lunge von Rojava, im Jahr 2018 sowie von GirĂȘ SpĂź und SerĂȘkaniyĂȘ vor einem Jahr bereitet sich der tĂŒrkische Staat, unterstĂŒtzt von den globalen Akteuren Europas, der USA und Russland, erneut auf einen Krieg vor.

So wie die kapitalistischen Nationalstaaten gegen die Werte der Geschlechterbefreiung, der radikalen Demokratie und der Ökologie vereint sind, so mĂŒssen auch wir uns wieder vereinen und fĂŒr diese Werte aufstehen. Aus diesem Grund rufen wir als Make Rojava Green Again zusammen mit den Kampagnen #RiseUp4Rojava und Women Defend Rojava alle Ökoaktivist*innen und fortschrittlichen KrĂ€fte zu einer Aktionswoche vom 1. bis 8. November auf.

Lasst uns gemeinsam unsere SolidaritĂ€t mit dem kĂ€mpfenden Volk von Rojava zum Ausdruck bringen und am 1. November, dem Welt-KobanĂȘ-Tag, auf die Straße gehen!

Lasst uns vom 2. bis 5. November gemeinsam die KĂ€mpfe und Ziele hervorheben, die uns vereinen und uns weltweit bewegen und die das gemeinsame BĂŒndnis in unserer Vielfalt stĂ€rken.

Lasst uns gemeinsam, vom 6. bis 8. November, die Orte der internationalen Zusammenarbeit und der UnterstĂŒtzung des tĂŒrkischen Staates stören – blockieren – dezentral besetzen.

Wir rufen deshalb zu einer Woche der SolidaritĂ€t auf, zu einer Woche der weltweiten StĂ€rkung des Ökologischen-Kampfes, zu einer Woche des zivilen Ungehorsams gegen faschistische Herrschaft, kapitalistische Ausbeutung und imperialistische VerwĂŒstung unserer Lebensgrundlagen und der Natur selbst!

Es folgt eine Übersicht der Tage:

Sonntag, 1. November: Demos und Events mit dem Fokus auf Errungenschaften der Revolution

In der Tradition des Welt-KobanĂȘ-Tages lassen sich in vielen StĂ€dten gemeinsam mit der kurdischen Community Demonstrationen organisieren. Ein Hauptthema wird an diesem Tag auch die Isolation Abdullah Öcalans und die Kriminalisierung der kurdischen Bewegung in Deutschland sein. Lasst uns daher Öcalans Ideen und Errungenschaften der Revolution auf kreative Art und Weise auf die Straße bringen.

Montag, 2. November: Kriegsmaschinerie angreifen

Deutsche Waffen morden weltweit, aus diesem Grund mĂŒssen wir unserer Verantwortung gerecht werden und wollen den Montag dazu nutzen, um die Kriegsmaschinerie (Firmen, BĂŒros, Fabriken,
) zu blockieren, besetzen oder ĂŒber die Verstrickung von deutschen Konzernen mit dem tĂŒrkischen Faschismus informieren. Der KreativitĂ€t sind keine Grenzen gesetzt. Falls ihr UnterstĂŒtzung bei Informationsveranstaltungen braucht, könnt ihr euch gerne an uns wenden. Informationen ĂŒber deutsche Firmen, die gemeinsam mit der TĂŒrkei arbeiten, findet ihr hier:

Dienstag, 3. November: RevolutionÀre KÀmpfe weltweit

Weltweit finden gerade bedeutende soziale UmbrĂŒche statt. Damit wir diese verstehen, kennenlernen und unsere Perspektiven erweitern, wollen wir uns am Dienstag mit revolutionĂ€ren KĂ€mpfen weltweit beschĂ€ftigen. Hierbei können gemeinsame Veranstaltungen oder Aktionen mit weiteren Gruppen organisiert werden.

Mittwoch, 4. November: Frauenbefreiung

Die Revolution in Rojava ist eine Frauenrevolution. Gemeinsam wollen wir am Mittwoch auf patriarchale Angriffe in Kurdistan und auf der ganzen Welt aufmerksam machen und ĂŒber die Errungenschaften der kurdischen Frauenbewegung informieren. Dies kann durch Platzgestaltungen, Informationsveranstaltungen oder auch feministische Blockaden geschehen.

Donnerstag, 5. November: Verantwortliche besuchen (go ins)

Am Donnerstag wollen wir die Verantwortlichen, die entweder GeschĂ€fte mit dem tĂŒrkischen Faschismus machen oder ihm diplomatisch RĂŒckendeckung geben, aufsuchen. An ihren HĂ€nden klebt Blut und wir werden sie nicht in Ruhe lassen. Hier bietet sich auch an, ĂŒber Firmen zu recherchieren und Informationen vor den Filialen, BĂŒros, etc. zu plakatieren, zu flyern.

Freitag, 6. November: Fokus Ökologie

Einer der Grundpfeiler des Demokratischen Konföderalismus ist Ökologie. In der Phase der Besatzungsoperation der TĂŒrkei im letzten Herbst gab es eine breite Welle der SolidaritĂ€t aus der Klimagerechtigkeitsbewegung und von Ortsgruppen von Fridays For Future. Lasst uns wieder gemeinsam auf die Straße gehen, Flashmobs oder Blockaden organisieren.

Samstag, 7. November: Antifaschismus

Eines der formulierten Ziele von Riseup4Rojava ist der Aufbau einer internationalistischen antifaschistischen Front. Was bedeutet das fĂŒr uns? Was verstehen wir unter Faschismus und wie hĂ€ngen tĂŒrkischer und deutscher Faschismus historisch zusammen? Wie können wir den Kampf gegen den Faschismus weltweit verbinden? Mögliche Formen können WiderstandsspaziergĂ€nge, Veranstaltungen wie Lesungen oder Erfahrungsberichte, Demonstrationen etc. sein.

Sonntag, 8. November: Gedenken

Viele Freund*innen haben ihr Leben gelassen fĂŒr die Verteidigung der Revolution. Am letzten Tag der Woche der SolidaritĂ€t wollen wir ihrer gedenken. Die Woche der SolidaritĂ€t und Aktion, unser Kampf, ist auch ihr Kampf und durch den Kampf leben sie weiter. Aber auch im Bezug auf den 9. November wollen wir allen Opfern von faschistischer und rassistischer Gewalt gedenken. HĂ€ngt Bilder im Stadtbild auf, stellt gefallene RevolutionĂ€r*innen und WiderstandskĂ€mpfer*innen vor, macht Veranstaltungen und zeigt, dass die KĂ€mpfe in uns weiterleben. Weitere Informationen unter https://riseup4rojava.org/de/startseite/




Quelle: Fkfbs.noblogs.org