Es ist vorbei. Das so verschriene Jahr 2020 hat sich erledigt. Mit einem Kalenderjahr zu hadern hat ja nun auch etwas entschieden Apolitisches. Aber vielleicht nĂŒtzt es als Mittel gegen einen in alle gesellschaftlichen Richtungen um sich greifenden bleiernen Pessimismus. Der bleibt allerdings auch mit den ersten Entwicklungen des Neuen Jahres schwer fernzuhalten: Eine eskalierende neofaschistische Mobilisierung in den USA. Eine weitere Umdrehung des Karussels von Pandemie und gesellschaftlicher Schließung in Deutschland. Eine zusammengeknĂŒppelte linke Demo in Berlin. Indes hat sich natĂŒrlich kaum eines der quĂ€lenden Probleme erledigt, die das Jahr in so berechtigten Verruf gebracht hatten.

Das haben auch die BeitrĂ€ge dieser Ausgabe zum Thema: Eine Bestandsaufnahme der fortgesetzten Repression gegen das Hausprojekt LU15 in TĂŒbingen. Eine SolidaritĂ€ts-Kampagne fĂŒr die Verurteilten vom Jamnitzer Platz in NĂŒrnberg – was eigentlich einer der empörendsten Justizskandale in der Geschichte der Bundesrepublik sein sollte. Ein Brief von Genoss*innen aus Belarus ĂŒber den Stand der dortigen Protestbewegung. Aber es gibt auch angenehmere Blicke voraus, etwa das Interview mit Musca Capraque zum Potenzial anarchistischen Black Metals oder Jonathan Eibischs Text FĂŒr eine neue anarchistische Ethik.

Weiterhin bleibt dabei die Zukunft der Gai Dao etwas im Nebel. Es zeichnen sich VerĂ€nderungen ab, mit denen das Redaktionskollektiv noch einen Umgang finden muss. Um so mehr freuen wir uns, Euch – wenn auch etwas verspĂ€tet – die erste Ausgabe eines neuen Jahrgangs der Gai Dao vorlegen zu können!

Gruß und SolidaritĂ€t,
Die Gai Dao Redaktion




Quelle: Fda-ifa.org