August 4, 2022
Von Indymedia
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Die Taborkirche in Berlin-Kreuzberg war am Dienstagabend gut gefĂŒllt. Doch dort wurde nicht gebetet. Vielmehr gab die Gruppe Lebenslaute dort eine Kostprobe ihres musikalischen Repertoires. Von Franz Schubert ĂŒber Joseph Haydn bis zu Felix Medelsohn-Bartholdy war alles dabei, was Klassikfreund*innen erfreut, zu denen ich mich nicht rechne. Doch immer wieder waren auch Lieder fĂŒr den Widerstand zu hören. Die freie Republik hieß eines der StĂŒcke, dass Ella gewindet war, einer Klimaaktivistin, die eigentlich anders heißt. Bei der RĂ€umung des Camps im Dannenröder Wald soll sie einen Polizisten getreten haben. Da sie ihren richtigen Namen nicht nennen wollte, sass sie monatelang in Untersuchungshaft. Auch einen Rio-Reiser-Song gab es auf den Konzert. Die Stimmung stieg deutlich, als der Song VerhĂ€rtung intoniert wurde, es die Hymne einer Protestbewegung, die schon immer Pflanzen aus dem Beton wachsen lassen wollen. Ich gebe zu, dass es nicht meine Musik ist. Trotzdem war fĂŒr mich das Konzert keine Minute langweilig. Denn es handelte sich um das Warmup fĂŒr von Lebenslaute, die seit 1986 an Brennpunkten de sozialen Bewegung auftreten. Lebensleute haben vor FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften wie in Horst in Mecklenburg Vorpommern ebenso gespielt, wie an Orten wo Raketen gelagert sind.

Ganz Berlin hasst die A100

Sie singen aber auch an PlĂ€tzen, wo sich Menschen gegen die Umweltzerstörung wehren wie in Garzweiler oder eben an der von allen auf der Berliner Autobahn. Dort plant die FDP, die Auslagerung der Konzerne im Parlament, die Erweiterung der A100 gegen die ĂŒberwĂ€ltigende Mehrheit der Berliner Bevölkerung. Deshalb haben sich Lebenslaute fĂŒr dieses Jahr auch den Kampf gegen noch mehr Beton zum Ziel erklĂ€rt. Eigentlich wollten sie direkt auf der A100 bei der S-Bahnhof Tempelhof ihr erstes Autobahnkonzert geben. Da hatte die Polizei was dagegen. Doch Lebenslaute reagierte selbstbewusst nach ihrem Motto: „Wir singen und spielen, wo immer wir wollen“, lautet der Grundsatz bei den Lebenslaute-Auftritten. Jetzt wird das erste Autobahnkonzert am Donnerstag, den 4. August um 16.30 Uhr auf der A103 in der NĂ€he des S-Bahnhofs Friedenau in Berlin stattfinden. Auch Menschen, die wie ich nicht auf Klassik stehen, sollten es sich entgegen lassen. Es ist eine musikalische Protestaktion und soll deutlich machen, dass eben auch Autobahnen keine demokratiefreie Zonen mehr sein dĂŒrfen. Es kann nicht sein, dass dort weiterhin die Autos unsere Lebensgrundlagen zerstören dĂŒrfen und die Gegner*innen dort nicht mal dagegen protestieren sollen. Daher kommt alle am 4.8. a die Saarstaße in der NĂ€he der Autobahnauffahrt Friedenau. Zwei zentrale Parolen fallen mir spontan an: „Ganz Berlin hasst die A100“ und „Wenn wir ein schönes Leben wagen mĂŒssen wir die FDP zerschlagen“.




Quelle: De.indymedia.org