MĂ€rz 4, 2021
Von Indymedia
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Die RechtsanwĂ€ltin von D. Koufontinas hat einen Antrag auf Haftunterbrechung, aufgrund seines Gesundheitszustandes, bei der Stattanwaltschaft von Lamia gestellt. Dieser wurde von der Staatsanwaltschaft mit BegrĂŒndung abgelehnt, dass sie keine Entscheidungsbefugniss haben.

Thodoris Sdoukos, Arzt von D. Koufodina, informierte ĂŒber den aktuellen Gesundheitszustand des Hungerstreikenden sowie ĂŒber die Frage der ZwangsernĂ€hrung, am 2. MĂ€rz 2021.

Thodoris Sdoukos: Dimitris Koufontinas ist, wie Sie wissen, in einer sehr schwierigen Situation, weil er sich seit mehreren Tagen im Hungerstreik befindet. Dass er nicht gestorben ist, liegt an der minimalen FlĂŒssigkeitszufuhr. Diese wurde ihm notwendigerweise gegeben, um einige Elektrolytstörungen zu korrigieren, die wie bei einem fortgeschrittenen Hunger- und Durststreik zu erwarten, auftraten.

Er hat das Bewusttsein noch nicht verloren, befindet sich aber in einem schlĂ€frigen Zustand. Er hat auch eine Störung des thermoregulatorischen Mechanismus, eine UnterkĂŒhlung, von der wir wissen, dass sie vorkommt. Er behĂ€lt jedoch seine Orientierung, die ihm erlaubt, mit jedem zu kommunizieren, der ihn besucht oder mit den Ärzten zu dem Zeitpunkt, wenn er ein GesprĂ€ch mit ihnen fĂŒhren muss. Aber dies ist eine Grenzsituation und es gibt keine Garantie, dass eine Verschlechterung vermieden werdem kann, die zum Tod fĂŒhrt, vielleicht in den nĂ€chsten 24 Stunden.

Wir sind also am Ground Zero. Jeder sollte das wissen. Und die IntensitĂ€t des Kampfes und der Interventionen mĂŒssen jetzt maximal sein. Es scheint auf Regierungsseite eine absolute Unnachgiebigkeit zu geben, die mich sehr beunruhigt. Es beunruhigt mich, denn es ist nicht nur, dass sie gleichgĂŒltig sind, sondern dass sie den Tod des Hunger- Streikenden anstreben.

Ich möchte auch klarstellen, dass die Ärzte, ihrer wirklichen Rolle treu bleiben, und in den GesprĂ€chen, die wir mit ihnen gefĂŒhrt haben, keine Behandlung unternommen haben, die nicht die Zustimmung des Hungerstreikenden hatte. Es wurde kein Versuch unternommen, seinen Willen zu missachten. NatĂŒrlich sind sie auch sehr besorgt, denn sie sehen einen Mann, der langsam in ihren HĂ€nden stirbt. Wenn eine Krankheit einen Patienten tötet, sind sie daran gewöhnt. Aber hier geht es nicht darum, es ist eine andere Situation. Und das in einer Soituation, in der sie noch andere Patienten haben. Es hat sie wirklich in eine sehr schwierige Lage gebracht, sowohl moralisch als auch philosophisch und medizinisch, in jeder Hinsicht.

Mich beunruhigt vor allem, dass die Regierung keinen halben Schritt zurĂŒck macht. Dass sie versuchen, die SolidaritĂ€t und natĂŒrlich auch den Hunger- Streikenden selbst zu diskreditieren. Dass sie Facebook-Seiten schließen. (…) Wir haben ein riesiges Demokratieproblem, und wir mĂŒssen auf unterschiedlichen Ebennen gemeinsam diskutieren, was die Strategie der anderen Seite ist. Denn ich sehe, dass sie die Spannung auf jede Weise weiterfĂŒhren werden. Das geht bis an die Grenzen auf unserer Seite. (…)

Frage: Abgesehen von den Ärzten von Lamia, die sich die ganze Zeit weigern zwangszuernĂ€hren, die der Staat favorisiert. Gibt es das Risiko das die Ärzte vom Krankenhaus in Lamia ausgestauscht werden?

Sdoukos: Ich weiß nicht, ob diese Überlegung existiert. Das Einzige, was man in einer solchen reaktionĂ€ren Richtung tun könnte, ist, so stelle ich mir das vor: ihn durch eine politische Entscheidung in eine private Einrichtung zu verlegen. Ich weiß nicht, ob das legal ist, aber ich glaube nicht, dass das passieren wird. Ich denke, wenn sie sich dazu entschließen, werden sie einen unertrĂ€glichen Druck auf die Ärzte ausĂŒben, möglicherweise mit strafrechtlichen Eingriffen anderer Art. Aber lassen Sie uns nicht zu weit vorgreifen. Das kann niemand vorhersagen.

Ich sehe keinen juristischen Prozess, der eine ZwangsernĂ€hrung erzwingen kann. Wir leben einfach in einem derartigen Regime der Anomalie auf allen Ebenen, dass ich nicht weiß, wie weit diese Leute noch wirklich gehen können.

Demos und Aktionen:

2. MĂ€rz 2021

Athen: Demo 5000-7000 Menschen

3. MĂ€rz 2021

Athen: Demo ca. 10000 Menschen

Weitere Demonstrationen gab es die letzten Tage i

Rethymno, Kreta

Lamia

Giannena

Irakleion, Kreta

Xanthi

Thessaloniki

Patra

Corfu

Karditsa

Seit Beginn des Hungerstreiks gab es mehr als 400 nÀchtliche Aktionen in ganz Griechenland.

Weltweit gab es mehr als hundert SolidaritÀtsaktionen.

Statement der AnwÀltin Ioanna Kurtovik: https://de.indymedia.org/node/143749

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zur SelbstĂŒbersetzung:

mit yandex vom griechischen ins englische und dann mit deepl.com vom englischen ins deutsche




Quelle: De.indymedia.org