Oktober 16, 2021
Von GefangenensolidaritÀt Jena
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Wir zitieren im Folgenden aus dem Brief eines Inhaftierten aus dem Maßregelvollzug in Hildburghausen. Der Maßregelvollzug ist eine Haftform fĂŒr sucht- und psychich kranke Gefangene und soll ihrer Therapie dienen.

„Man muss in der industriellen Fertigung WĂ€scheklammern zusammenbauen und fĂŒr BMW Netze, die an der RĂŒckseite vom Fahrer und Beifahrersitz angebracht werden als Stauraum fĂŒr Kleinigkeiten. DafĂŒr bekommt man nicht mal 1 â‚Ź in der Stunde.

Auch so ist die Unterbringung echt nicht normal. Ja klar, alles neu, aber das ist nur nebensĂ€chlich, finde ich. Ich werde jeden Tag von 23:30 bis 6:00 Uhr in meiner Zelle eingeschlossen und kann in dieser Zeit weder rauchen, noch TV schauen. Es gibt noch viel mehr zu berichten, was an die Öffentlichkeit gelangen mĂŒsste.“

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch in ThĂŒringen noch Zwangsarbeit fĂŒr Gefangene gilt. In § 29 des ThĂŒringer Justizvollzugsgesetzbuches (ThĂŒrJVGB) heißt es: „Die Straf- und die Jugendstrafgefangenen sind verpflichtet, eine ihnen zugewiesene, ihren körperlichen FĂ€higkeiten angemessene Arbeit oder sonstige BeschĂ€ftigung auszuĂŒben, zu deren Verrichtung sie aufgrund ihres körperlichen Zustandes in der Lage sind.“

Als Soligruppe fĂŒr die Gefangenen-Gewerkschaft fordern wir die Aufhebung der Zwangsarbeit und den Mindestlohn fĂŒr Inhaftierte!




Quelle: Gefangenensolijena.noblogs.org