Oktober 29, 2020
Von Indymedia
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Antifaschistischer Protest?

Wird es sicher geben. Termine und Orte werden wir hier sammeln.

Wird das nicht verboten, jetzt wo ein zweiter “Lockdown” in Deutschland bevorsteht?

Selbst wenn es ein Verbot seitens der Versammlungsbehörde geben sollte, werden die Corona-Leugner:innen weiter nach Leipzig mobilisieren und kommen. Der ehemaligen Pfarrer der Nikolaikirche Christoph Wonneberger, der auch als Redner fĂŒr den 7. November angekĂŒndigt ist, machte am vergangenen Wochenende in einem Interview deutlich, dass der Aufmarsch auch bei einem möglichen Verbot umgesetzt werde. Explizit weist Wonneberger darauf hin, dass im Vergleich zu 1989 eben nicht mit so einer Repression zu rechnen sei. Damals beherrschte die Menschen die Angst vor einem möglichen Einsatz des MilitĂ€rs, Schusswaffengebrauch und Massenverhaftungen.

Wie schon im August und Oktober 2020 in Berlin ist auch in Sachsen zu erwarten, dass Versammlungsbehörde und Polizei sich fĂŒr VerstĂ¶ĂŸe gegen Hygieneauflagen nicht sonderlich interessieren. Daher ist nicht damit zu rechnen, dass sie einen Aufmarsch der Corona-Leugner:innen aus diesem Grund wirklich verhindern. DarĂŒber hinaus sollten sich Antifaschist:innen niemals fĂŒr Verbote von Versammlungen einsetzen. Das Verhindern von reaktionĂ€ren und antisemitischen Veranstaltungen ist und bleibt eine praktische Aufgabe einer linken Bewegung – und nichts, was von einem Staat eingefordert wird.

Mit was muss gerechnet werden?

“Die Entwicklung der ‘Querdenken’-AufmĂ€rsche zeigt, dass Leipzig der grĂ¶ĂŸte rechte Aufmarsch seit LEGIDA bevorstehen könnte”, prognostizieren Antifaschist:innen aus Leipzig in einem Artikel auf indymedia.

Dieser EinschĂ€tzung ist nicht abwegig. Die vergangen Monate haben ein massives Mobilisierungspotenzial unter Antisemit:innen, VerschwörungsanhĂ€nger:innen, Impfgegner:innen, Esotherik:innen, ReichsbĂŒrger:innen, Neonazis und vielen ReaktionĂ€ren gezeigt. Bei “Querdenken”-Demonstrationen und Ă€hnlichen Versammlungen waren in den vergangenen Monaten immer wieder Neonazis und vor allem auch “Kampfsportler” zu beobachten. Besonders Marko Zschörner tritt öffentlich immer wieder zu diesem Thema in Erscheinung. FĂŒr seinen Kampfsportclub, der erst im September eine weitere Niederlassung im Paunsdorf-Center eröffnete, wirbt Zschörner mit Videos von gezielten Messerangriffen auf potenzielle Gegner:innen. Er trainiert zudem den Neonazi Brian Engelmann, der fĂŒr den Neonazi-Angriff von ĂŒber 250 Neonazis in Leipzig Connewitz im Jahr 2016 verurteilt wurde.

Die Teilnehmer:innen der “Querdenker”-Veranstaltung sind hochgradig empfĂ€nglich fĂŒr diverse “Verschwörungstheorien” und glauben offenbar alles, was ihnen erzĂ€hlt wird. Gewalt von radikalisierten Personen und Gruppen ist zu erwarten – nicht nur gegen Vertreter:innen staatlicher Institutionen, sondern auch gegen Menschen, die sich gegen die “Querdenker”-Veranstaltungen positionieren. Der Aufmarsch wird gerade im rechtsradikalen Milieu auf Anklang treffen, nicht nur weil es in das angebliche “rote Leipzig” geht, sondern auch weil mit Verweisen auf das Wendejahr 1989 und einer geplanten Demonstration ĂŒber den Innenstadtring auch an jene Zeit erinnert wird – eine Zeit, in der mehrere Hundert Neonazis teilweise die “Montagsdemos” anfĂŒhrten und Jagd auf “Rote” und “Alternative” machten.

Wer sind die Organisatoren?

Teile der “Bewegung” aus Leipzig wurden auf inventati.org/leipzig und bei “Leipzig nimmt Platz” vorgestellt. Zwischenzeitlich, etwa durch den Anschluss an “Querdenken”, hat sich der Kreis der Organisator:innen erweitert. Damit können lokale AusfĂ€lle in Leipzig jederzeit von bundesweiten Kreisen kompensiert werden. Hinzu kommen Gelder aus den anderen Strukturen fĂŒr Anreisen und Equipment.

Was kann ich dagegen tun?

Informiere dich und andere ĂŒber die Strukturen, die nach Leipzig kommen werden und in den letzten Monaten in Erscheinung getreten sind. Finde dich mit Freund:innen zusammen und ĂŒberlegt, was ihr am Tag des “Querdenker-Aufmarsch” machen möchtet. Dieser Aufmarsch wird nicht durch “Online-Aktivismus” zu verhindern sein und auch nicht mit der Einstellung, sich an dem Tag mit Freund:innen zu treffen und “mal zu schauen, was so geht.” Dies wird nicht reichen. Antifaschismus bleibt Handarbeit.

Informiert euch, organisiert euch und entscheidet was ihr macht. Es ist nicht hinzunehmen, dass Hunderte oder gar Tausende Neonazis, ReichsbĂŒrgerInnen und Antisemit:innen ĂŒber den Ring ziehen – wenige Tage vor der “Reichspogromnacht” und in der NĂ€he von (ehemaligen) jĂŒdischen Einrichtungen in Leipzig. Wenn ihr euch nicht an angemeldeten Gegenveranstaltungen beteiligen möchtet und keine Blockaden organisieren möchtet oder könnt, dann beschĂ€ftigt euch mit dem “dezentralen Konzept”.

Fallt am 7. November nicht auf Fake-News herein. Orientiert euch an seriösen Quellen.

Wo gibt es noch Informationen?

Am 7. November werden wir es mit bundesweiten Strukturen zu tun haben. Informiert euch beispielsweise hier:




Quelle: De.indymedia.org