Oktober 10, 2021
Von Indymedia
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Im Rahmen des gestrigen bundesweiten Aktionstages „No Lager, nowhere!“ fanden in Freiburg, Oldenburg, MĂŒnster, OsnabrĂŒck , Reutlingen, Siegen, Suhl, Recklinghausen, Stuttgart, Karlsruhe, Hannover, Berlin, Mannheim und SaarbrĂŒcken Demos und andere dezentrale Aktionen gegen rassistische Gewalt, Entrechtung, Verwaltung, Isolation und Ausgrenzung statt, die GeflĂŒchtete in den LEAs und der deutschen Gesellschaft jeden Tag erleiden mĂŒssen.

In Freiburg trafen sich 250 Menschen vor der LEA zu einer Auftaktkundgebung, auf der u.a. ein aktueller Bewohner (die Behören sprechen hier von Nutzer*innen) von seinem Alltag berichtete, der von Schikane, fehlender PrivatsphĂ€re, Bevormundung, Infantilisierung, Zimmerdurchsuchungen, schlechtem Essen, Langeweile und Überwachung geprĂ€gt ist. Die Unterbringung von Menschen in Lagern macht krank.

Danach zog die Demo in die Innenstadt, wo die Passant*innen ĂŒber einen Jingle, mit FlugblĂ€ttern und Parolen ĂŒber das Anliegen der Demo informiert wurden: Schließt alle Lager! FĂŒr ein menschenwĂŒrdiges Wohnen fĂŒr GeflĂŒchtete!

Vor dem RegierungsprĂ€sidium Freiburg fand die Abschlusskundgebung statt. Hier hielten u.a. Menschen von SeebrĂŒcke, LEA Watch und Aktion Bleiberecht Reden. Thematisiert wurden hier z. B. der zynische Umgang der Politker*innen und Behörden mit der Situation und die Beauftragung von privaten Security-Firmen mit immer mehr Aufgaben in den LEAs. Ein ehemaliger Bewohner der LEA berichtete von seiner 18-monatigen Unterbringung dort und den haarstrĂ€ubenden Erfahrungen, die er sammeln „durfte“. Er ist einer der mutigen GeflĂŒchteten, die gegen die schikanöse Hausordnung der Freiburger LEA geklagt hatte. Bisher zeigen die Klagen wenig Erfolg: Der juristische Weg gegen das System der LEAs ist mĂŒhsam und bisher wurden in einer Eilantragsentscheidung die GrundrechtseinschrĂ€nkungen vom Gericht als verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig angesehen. Alle KlĂ€ger*innen wohnen nicht mehr in der LEA: Entweder wurden sie woanders untergebracht oder abgeschoben.

Seit der letzten Demo hat sich nichts zum Besseren fĂŒr die GeflĂŒchteten entwickelt. Die Stadt Freiburg und das Land Baden-WĂŒrttemberg sitzen die Kritik aus und stellen das System der LEAs als WohlfĂŒhlschutzkonzept fĂŒr die GeflĂŒchteten dar. Leider ist da gar nichts zum WohlfĂŒhlen. Es ist zum Kotzen, wie mit Menschen umgegangen wird, die unseren Schutz suchen.

Alle Lager schließen!
MenschenwĂŒrdiges Wohnen fĂŒr alle, die zu uns kommen!
No border, no nation!

Mehr Infos auf Aktion Bleiberecht und Lager Watch.
Audios aller Reden und EindrĂŒcke von der Demo auf Radio Dreieckland.
Kurzer Fernsehbericht auf SWR (gleich am Anfang).




Quelle: De.indymedia.org