November 26, 2020
Von Antisexistische Aktion MĂŒnchen
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Am heutigen „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ organisieren Dresdner Genoss*innen eine Kundgebung, um gegen patriarchale Gewalt zu demonstrieren. Wir durften einen Redebeitrag beisteuern, den wir gerne auch hier teilen möchten:

Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem (Ex-) Partner ermordet. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder frĂŒheren Partner. Die Corona-Pandemie verschĂ€rft die ohnehin schon desolate Situation, die hĂ€usliche Gewalt steigt an. Übergriffe auf Trans*personen, queere Menschen, Schwule und Lesben haben 2019 ein Rekordhoch erreicht. Und wer von den Opfern spricht, sollte von den TĂ€tern nicht schweigen!

Denn diese Gewalt ist eine mĂ€nnliche und sie hat Struktur! Sie ist kein „Beziehungsdrama“, keine „Eifersuchtstat“, keine „importierte Gewalt“ und die TĂ€ter sind keine „psychisch labilen Expartner“! Schluss mit verharmlosenden oder rassistischen PseudoerklĂ€rungen – es braucht eine Auseinandersetzung mit vorherrschenden MĂ€nnlichkeitsbildern, mit patriarchalen MachtverhĂ€ltnissen, die diese prĂ€gen!

Wir sind uns bewusst, dass wir dort hin schauen mĂŒssen wo es weh tut. Gewalt gegen Partner*innen findet nicht irgendwo anders statt, sondern zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen in Deutschland. Es gilt auch dann hinzuschauen, wenn unsere Freund*innen von verbaler, psychischer, sozialer, sexueller oder physischer Gewalt betroffen sind. Und wir mĂŒssen uns vor allem auch dann einmischen und darĂŒber reden, wenn uns nahe stehende Personen Gewalt ausĂŒben. Solange Partner*innenschaftsgewalt ein Tabuthema bleibt, dass wir an die RĂ€nder der Gesellschaft diskutieren wird das Morden und die Gewalt weitergehen.

Solange das Patriarchat und seine Fans nicht tagtĂ€glich hinterfragt werden, sondern jeden Tag durch den gesellschaftlichen Normalzustand reproduziert wird – indem sich Patriarchat, Antifeminismus und Sexismus wechselseitig auf die Schultern klopfen – wird sich an den Zahlen der Statistiken rein gar nichts Ă€ndern.

Die körperliche, physische und soziale Gesundheit sowie die sexuelle Selbstbestimmung von Menschen ist nicht verhandelbar! Es braucht endlich ein Ende der Angst fĂŒr Alle. Wir fordern körperliche und psychische Unversehrtheit sowie sexuelle, geschlechtliche, familiale und reproduktive Freiheit fĂŒr alle Menschen.

Alerta Antisexista! 




Quelle: Asam.noblogs.org