Januar 25, 2022
Von InfoRiot
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FĂŒr Montag, den 31. Januar rufen der VVN-BdA MĂ€rkisch-Oderland, die Beratungsstelle fĂŒr Opfer rechter Gewalt und Die Linke Strausberg zusammen zu einer Kundgebung gegen die rechtsoffenen SpaziergĂ€nge in MĂ€rkisch-Oderland auf.

Seit Wochen tre­f­fen sich deutsch­landweit Men­schen zu soge­nan­nten „SpaziergĂ€n­gen“, um mit dieser Aktions­form gegen die Coro­na-Maß­nah­men, das Impfen und teil­weise auch gegen die Pan­demie an sich zu protestieren. Einige Teil­nehmende haben dabei tat­sĂ€ch­lich berechtigte Kri­tik an einzel­nen Coro­na­maß­nah­men. Sie sind, wie die meis­ten von uns auch, nach 2 Jahren Pan­demie am Ende angekom­men und hal­ten die gesellschaftlichen ZustĂ€nde nicht mehr aus. Doch anstatt sich um sol­i­darische Lösun­gen zu kĂŒm­mern (Nach­barschaft­shil­fen, Unter­stĂŒtzung der Arbeit­skĂ€mpfe in den Kliniken, Forderung der Patent­freiga­be fĂŒr Impf­stoffe), ver­weigern sie sich wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen und gehen als ver­meintliche FreiheitskĂ€mpfer*innen auf die Straße. Dass bei ihren AufmĂ€rschen auch aktive und gewalt­bere­ite Neon­azis mit- oder vorneweg laufen, scheint den meis­ten egal zu sein.

So beteiligten sich in Straus­berg von Anfang an bekan­nte Neon­azi-Kad­er rund um die Kam­er­ad­schaft AO Straus­berg sowie Mit­glieder der Nazi-Jugend­gruppe Divi­sion MOL. Dabei bepö­beln sie umste­hende Per­so­n­en, treten teil­weise ver­mummt auf und zeich­nen sich vor allem durch Gewalt­bere­itschaft aus – was ver­mut­lich auch das Haupt­mo­tiv zur Teil­nahme sein dĂŒrfte.

Erst kĂŒr­zlich, am 17. Jan­u­ar, wurde ein Pas­sant aus der Demo her­aus von zehn ver­mummten Neon­azis bedro­ht. Dieses PhĂ€nomen find­en wir nicht nur in Straus­berg. Die wenig­sten SpaziergĂ€nge dis­tanzieren sich klar von Neon­azis, in den meis­ten FĂ€llen wer­den sie geduldet oder sog­ar mit offe­nen Armen willkom­men geheißen. Vielerorts sind Neon­azis sog­ar die Organisator*innen, so wer­den die Proteste in Witt­stock und Wit­ten­berge beispiel­sweise von der nation­al­sozial­is­tis­chen Partei „Der III. Weg“ ver­anstal­tet. Meist find­et die Organ­i­sa­tion in lokalen Telegram­grup­pen statt, so auch in Straus­berg. Hier wer­den immer wieder Dro­hun­gen gegen Ärzte aus­ge­sprochen, Aufrufe zum gemein­samen Einkaufen ohne Maske geteilt oder dazu aufge­fordert, Antifaschist*innen rauszuw­er­fen. Schein­bar fĂ€llt eine Abgren­zung nach links deut­lich leichter als gegenĂŒber Neonazis.

So ist es fĂŒr die Neon­azis ein leicht­es, sich an dem SpaziergĂ€n­gen zu beteili­gen und gewalt­bere­it aufzutreten. Kri­tik daran wird schnell unter dem Schlag­wort „LĂŒgen­presse“ abgetan.

Wir fordern daher alle Teilnehmer*innen der SpaziergÀnge auf: Werft die Nazis von euren Ver­anstal­tun­gen! Wer Neon­azis Raum in seinen Ver­anstal­tun­gen ein­rÀumt, darf sich nicht wun­dern, mit ihnen in einen Topf gewor­fen zu werden.

Wir ste­hen gemein­sam fĂŒr einen sol­i­darischen Umgang mit der Pan­demie, fĂŒr Impfen als Selb­st- und Fremd­schutz und fĂŒr gegen­seit­ige Unter­stĂŒtzung in der Krise.

Darum kommt am 31. Jan­u­ar um 17:30 zum Mark­t­platz Straus­berg und protestiert mit uns gegen die Quer­denken-SpaziergĂ€nge und fĂŒr einen sol­i­darischen Weg raus aus der Pandemie!

Gemein­samer Aufruf der VVN – BdA Kreisver­band MĂ€rkisch-Oder­land, der Beratungsstelle fĂŒr Opfer rechter Gewalt MĂ€rkisch-Oder­land und Die Linke – Strausberg




Quelle: Inforiot.de